Bauchfett, insbesondere das viszerale Fett, das sich um die inneren Organe ansammelt, birgt erhebliche Gesundheitsrisiken. Dieses Fett ist nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern kann zu einer Reihe von Krankheiten führen, darunter Bluthochdruck, Diabetes, Arthrose und sogar Krebs. Aber wo genau beginnt gefährliches Bauchfett und wie kann man es effektiv reduzieren? Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Risiken und wirksamen Strategien zur Bekämpfung von Bauchfett.
Viszerales Fett: Mehr als nur ein Schönheitsmakel
Körperfett ist nicht per se schlecht. Unser Körper speichert Energie in Form von Fett, ursprünglich als Überlebensmechanismus. Dieses Fett wird zunächst im Unterhautfettgewebe gespeichert, dient aber auch als Isolator. Bei einem Kalorienüberschuss legt der Körper jedoch zusätzliches Fett im Bauchraum an – das sogenannte viszerale Fett. Dieses Fettgewebe um die Organe produziert Hormone und Botenstoffe, die den Stoffwechsel negativ beeinflussen können. Studien deuten darauf hin, dass viszerales Fett das Krebsrisiko erhöhen kann und zur Freisetzung von Fettsäuren beiträgt, die schlecht für das Herz sind. Die Forschung geht davon aus, dass das Alter und die Gene eine Rolle dabei spielen, ob und wie schnell jemand viszerales Bauchfett ansetzt.
Die Folgen von Bauchfett für die Gesundheit
Das viszerale Fett produziert Substanzen, die den Blutdruck erhöhen und chronische Entzündungen fördern können. Dies kann sich auf verschiedene chronische Erkrankungen auswirken, darunter entzündliche Darmerkrankungen, Asthma und Schuppenflechte. Darüber hinaus legen Studien nahe, dass sie sogar das Krebsrisiko steigern können. Die von diesem Fett freigesetzten Fettsäuren gelangen in den Blutkreislauf und können das Herz-Kreislauf-System belasten.
Ursachen und Strategien zur Gewichtsreduktion
Obwohl Alter und Genetik eine Rolle spielen können, sind Lebensstilfaktoren wie Ernährung und Bewegung die Hauptursachen für die Ansammlung von Bauchfett. Glücklicherweise bedeutet dies auch, dass durch eine Umstellung der Lebensgewohnheiten viszerales Fett wieder abgebaut werden kann.
Gesunde Ernährung als Schlüssel
Eine ausgewogene Ernährung ist entscheidend, um Bauchfett zu verlieren. Eine hohe Proteinzufuhr, reichlich Gemüse und Vollkornprodukte sowie Ballaststoffe sind wichtig, um Sättigung zu fördern und die Darmgesundheit zu unterstützen. Es ist ratsam, Kohlenhydrate, insbesondere Zucker, nur in Maßen zu konsumieren, da einfache Kohlenhydrate den Blutzuckerspiegel in die Höhe treiben und den Körper in den Fettspeichermodus versetzen.
Intervallfasten und Bewegung
Neben der Ernährung spielt auch Bewegung eine unverzichtbare Rolle. Sowohl Ausdauersport als auch Kraftsport sind sehr effektiv in der Verminderung des gefährlichen Bauchfetts. Intervallfasten, bei dem Essenspausen eingelegt werden, kann ebenfalls den Fettstoffwechsel ankurbeln und die Gewichtsabnahme unterstützen. Es ist wichtig, eine Sportart zu finden, die zu einem passt und dauerhaft in den Alltag integriert werden kann. Selbst kleine Änderungen wie die Nutzung der Treppe statt des Aufzugs können einen Unterschied machen.
Wie man gefährliches Bauchfett erkennt
Während der Body-Mass-Index (BMI) eine gängige Methode zur Bestimmung von Übergewicht ist, ist der Bauchumfang aussagekräftiger für die Einschätzung des Gesundheitsrisikos durch viszerales Fett. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt Frauen ab einem Bauchumfang von 88 Zentimetern und Männern ab 102 Zentimetern dringend, Gewicht zu verlieren. Ernährungsmediziner weisen jedoch darauf hin, dass bereits unterhalb dieser Werte Vorsicht geboten ist: Die Gefahrenzone beginnt bei Frauen ab 80 Zentimetern und bei Männern ab 94 Zentimetern Bauchumfang. Zusätzliche Beschwerden wie Bluthochdruck, Prädiabetes oder Arthrose sollten unbedingt Anlass zur Reduzierung des Bauchfetts sein. Das Verhältnis von Taillenumfang zu Körpergröße (Waist-to-Height Ratio, WtHR) kann ebenfalls Aufschluss über die Fettverteilung geben.
Unterstützung auf dem Weg zum Wohlfühlgewicht
Die Umstellung des Lebensstils fällt oft leichter in Gemeinschaft. Sport mit Freunden oder Familie, gemeinsame Ernährungsumstellungen oder die Unterstützung durch Ernährungsberater und Ärzte können den Prozess erleichtern. Gesetzliche Krankenkassen bezuschussen auf Antrag die Ernährungstherapie. Spezialisierte Praxen für Ernährungsmedizin können mittels Bioimpedanzanalyse (BIA) die Körperzusammensetzung analysieren und dabei helfen, festzustellen, ob die Pfunde an den richtigen Stellen purzeln.
Für eine umfassende Beratung und Unterstützung können folgende Anlaufstellen hilfreich sein:
Die Reduzierung von Bauchfett ist ein wichtiger Schritt zu einem gesünderen Leben. Durch eine Kombination aus gesunder Ernährung, regelmäßiger Bewegung und gegebenenfalls professioneller Unterstützung können Risiken minimiert und das Wohlbefinden gesteigert werden.

