Zuckerhut: Ein unterschätztes Gemüse neu entdeckt

Der Zuckerhut, auch bekannt als Zuckerhutsalat, ist ein unscheinbarer, aber äußerst gesunder Vertreter der Zichoriensalate. Obwohl er vielen noch unbekannt ist oder wegen seiner leicht bitteren Note gemieden wird, birgt er ein kulinarisches Potenzial, das es zu entdecken gilt. Insbesondere gedünstet entfaltet er ein erstaunlich mildes und angenehmes Aroma, das ihn zu einer vielseitigen Beilage macht. Diese alte Gemüsesorte, verwandt mit Chicorée und Radicchio, stammt ursprünglich aus Italien und hat sich längst auch in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich etabliert. Die Erntezeit fällt in der Regel auf die Monate Oktober bis Dezember, wenn die charakteristischen, länglichen Köpfe ihre volle Reife erreicht haben. Wer den Zuckerhut im eigenen Garten anbaut, erntet ihn idealerweise kleiner, um von einem milderen Geschmack zu profitieren und dennoch reichlich Ertrag für Salate oder als Gemüse zu erhalten.

Kulinarische Vielfalt des Zuckerhuts

Die grünen Außenblätter des Zuckerhuts sind reich an gesundheitsfördernden Bitterstoffen. Man kann sie, ähnlich wie Endiviensalat, fein geschnitten in einem fruchtigen Dressing, beispielsweise mit Orangensaft, zu einem erfrischenden Salat verarbeiten. Eine besonders schmackhafte Alternative ist das kurze Dünsten des Gemüses. Gedünsteter Zuckerhut harmoniert hervorragend mit anderem Herbst- und Wintergemüse, dient als eigenständige, geschmackvolle Beilage oder bereichert Gerichte wie Bratkartoffeln.

Ein interessanter Tipp für Gartenfreunde: In wintermilden Regionen kann Zuckerhut im Beet überwintern und Temperaturen bis zu -8 Grad Celsius trotzen. Selbst wenn die äußeren Blätter durch Frost leicht geschädigt werden, ist das Innere oft noch von bester Qualität. Bei kühler Lagerung, in Zeitungspapier eingeschlagen, hält sich der Zuckerhutsalat zudem einige Wochen. Eine kleine Anekdote: Ein auf dem geschützten, schattigen Balkon vergessener Kopf Zuckerhut überstand den Winter und war im Februar noch einwandfrei.

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Rezept-Idee: Gedünsteter Zuckerhut mit perfekten Bratkartoffeln

Bratkartoffeln sind ein Klassiker der deutschen Küche, der mit der richtigen Zubereitung zu einem wahren Genuss wird. Knusprig gebraten, mit leicht gebräunten Zwiebeln – so müssen sie sein. Ein häufiger Fehler ist das Verbrennen der Zwiebeln. Dies lässt sich leicht vermeiden, indem man sie erst gegen Ende der Bratzeit hinzufügt, wenn die Kartoffeln fast gar sind.

Bei einem Restaurantbesuch wurde kürzlich leider das Gegenteil erlebt: blasse, fettige Kartoffelscheiben mit unförmigen, verkohlten Zwiebelwürfeln. Die Ursachen sind oft vielfältig: zu viel Fett, eine zu kleine Pfanne, unzureichende Hitze oder das Wenden der Kartoffeln, bevor sie eine knusprige Kruste bilden konnten.

Tipps für die perfekten Bratkartoffeln

Um diese Fehler zu vermeiden, sind einige Grundregeln zu beachten:

  • Heisse Pfanne und genügend Fett: Eine gut erhitzte Pfanne mit ausreichend Öl oder Butterschmalz ist essenziell.
  • Genügend Platz: Jede Kartoffelscheibe sollte möglichst direkten Kontakt zum Pfannenboden haben. Eine zu volle Pfanne verhindert das gleichmässige Braten.
  • Geduld: Die Kartoffelscheiben sollten auf einer Seite ruhen können, um eine Kruste zu entwickeln. Dies dauert einige Minuten.
  • Richtige Schnittdicke: Die Kartoffelscheiben nicht zu dünn schneiden, damit sie nicht zerfallen.
  • Temperatur: Eine konstante, moderate bis hohe Hitze ist ideal. Eine Temperatur von etwa 160 Grad Celsius hat sich bewährt.

Das Material der Pfanne ist dabei weniger entscheidend. Ob beschichtet, aus Edelstahl oder Gusseisen – mit der richtigen Technik gelingen sie überall. Für ambitionierte Hobbyköche kann auch eine asiatische Grillplatte (Teppanyaki) mit Temperatureinstellung eine interessante Option sein. Die Zubereitung einer Portion Bratkartoffeln kann durchaus eine halbe Stunde in Anspruch nehmen – die Zeit ist ein wichtiger Faktor für das Gelingen.

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Rezept: Gedünsteter Zuckerhut mit Bratkartoffeln

Dieses Gericht kann pur als Gemüsebeilage oder als Hauptmahlzeit genossen werden. Die Mengenangaben sind für zwei Personen ausgelegt, können aber je nach Hunger und Vorliebe angepasst werden.

Zutaten:

  • 300 g festkochende Kartoffeln, gekocht und geschält
  • Ca. 100 g Zuckerhut (oder nach Belieben), gewaschen und fein in Streifen geschnitten
  • 1 mittelgroße Zwiebel, fein gewürfelt
  • Salz, Pfeffer
  • Öl oder Butterschmalz zum Anbraten
  • Optional: Speckwürfel

Zubereitung:

  1. Das Bratfett in der Pfanne erhitzen. Die Kartoffelscheiben hinzugeben und mehrmals wenden, bis sie leicht gebräunt und knusprig sind.
  2. Die Zwiebelwürfel und optional die Speckwürfel hinzufügen und mitbraten, bis sie glasig bzw. gar sind.
  3. Den geschnittenen Zuckerhut unterrühren. Einen Deckel auf die Pfanne setzen, damit das Gemüse schneller gart.
  4. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Das Gericht schmeckt hervorragend pur, als Beilage zu Fleisch oder Fisch, oder – wie von uns bevorzugt – mit ein bis zwei Spiegeleiern. Wichtig ist, dass der Zuckerhut nicht zu lange gedünstet wird, damit er noch einen leichten Biss behält.

Dieses Rezept ist ein Beispiel für die einfache und doch raffinierte Zubereitung von Zuckerhut. Entdecken Sie die Vielseitigkeit dieses unterschätzten Gemüses und bereichern Sie Ihre Küche mit neuen, gesunden Geschmackserlebnissen. Probieren Sie doch auch einmal die zahlreichen raffinierten Kohlrabi Rezepte, die ebenfalls eine köstliche Ergänzung zu saisonalen Gerichten darstellen.