Ein Welpe bringt viel Freude und Leben ins Haus, doch von Anfang an ist es wichtig, ihm die Grundlagen der Leinenführigkeit beizubringen. Hierbei stellt sich oft die Frage: Halsband oder Geschirr? Insbesondere für junge Hunde, die noch viel ziehen und lernen, kann ein Welpengeschirr entscheidende Vorteile bieten, um Hals und Wirbelsäule zu schonen und gleichzeitig Sicherheit zu gewährleisten. Dieses Geschirr verteilt den Druck optimal und ermöglicht dem Welpen dennoch ausreichend Bewegungsfreiheit.
Warum ein Welpengeschirr sinnvoll ist
Welpen sind von Natur aus neugierig und bewegungsfreudig. Das Erlernen des Laufens an der Leine ist eine wichtige Lektion, die den Grundstein für ein harmonisches Zusammenleben legt. Während ein Welpenhalsband für bereits gut erzogene Hunde eine Option sein kann, bietet ein Welpengeschirr gerade für dynamische und ziehende Welpen deutliche Vorteile.
Vorteile des Welpengeschirrs:
- Schutz für Hals und Wirbelsäule: Ein Geschirr verhindert, dass der Druck beim Ziehen direkt auf den empfindlichen Halsbereich des Welpen wirkt. Dies beugt möglichen Verletzungen von Halsmuskulatur, Kehlkopf oder Halswirbelsäule vor.
- Druckverteilung: Der Zug wird vom Hals auf den gesamten Körper des Hundes verteilt, was zu einer erheblichen Entlastung führt.
- Bewegungsfreiheit und Sicherheit: Trotz des besseren Schutzes bietet ein gut sitzendes Welpengeschirr dem jungen Hund volle Bewegungsfreiheit und verhindert gleichzeitig, dass er leicht daraus schlüpfen kann.
Ein Welpengeschirr sowie eine passende Leine gehören zur Grundausstattung jedes Welpen und unterstützen den Weg zu einem wohlerzogenen Begleiter.
Verschiedene Arten von Welpengeschirren
Auf dem Markt gibt es unterschiedliche Modelle, die sich in ihrer Konstruktion und Passform unterscheiden:
1. Führgeschirre:
Diese sind oft besonders gut verstellbar und wachsen mit dem Welpen mit.
- H-Geschirr: Charakteristisch ist ein Steg über dem Rücken mit zwei Schlaufen, die um Hals und Brustkorb verlaufen und zwischen den Vorderbeinen verbunden sind. Diese Konstruktion passt sich gut an den wachsenden Körper an und bietet Komfort sowie Bewegungsfreiheit.
- Y-Geschirr: Dieses Modell liegt enger an und formt im Brustbereich ein “Y”. Es wird über den Kopf gestülpt und an den Seiten geschlossen. Die Passform ist oft präziser und schmiegt sich gut an den Körper an.
2. Norwegergeschirr:
Ein einfach konstruiertes Geschirr, bei dem der Brustgurt mit einem Rumpfgurt verbunden ist. Es gibt keinen Gurt zwischen den Vorderbeinen, was von manchen Hunden als angenehmer empfunden wird. Ein Rückensteg ermöglicht ein bequemes Greifen des Hundes. Der Druck wird auf die Brust verlagert, was den Kehlkopf schont. Allerdings sind die Verstellmöglichkeiten oft begrenzt.
3. Step-in-Geschirr:
Ideal für Welpen, die es nicht mögen, wenn etwas über den Kopf gezogen wird. Hierbei werden einfach die Vorderbeine durch die Schlaufen geführt und die Verschlüsse über dem Rücken geschlossen. Dieses Geschirr eignet sich besonders gut für kleinere und leichtere Rassen.
Worauf beim Kauf eines Welpengeschirrs zu achten ist
Die Auswahl des richtigen Geschirrs ist entscheidend für Komfort und Sicherheit. Achten Sie auf folgende Kriterien:
1. Die richtige Größe und Passform:
- Maßnehmen: Messen Sie den Brustumfang direkt hinter den Vorderbeinen und den Halsumfang an der üblichen Position des Halsbandes. Ein Finger sollte bequem zwischen Maßband und Körper passen. Bei Unsicherheit zwischen zwei Größen ist die größere Variante oft die bessere Wahl. Zusätzliche Maße wie Taillenumfang, Rückenlänge und Schulterhöhe können hilfreich sein.
- Anprobe: Das Geschirr sollte weder zu eng sein noch einschneiden, aber auch nicht so locker sitzen, dass der Welpe herausrutschen kann. Es darf nicht in den Achseln scheuern.
2. Material:
Wählen Sie weiche, flexible und gut gepolsterte Materialien, die nicht reiben. Strapazierfähiges Nylon oder Polyester sind gute Optionen, da sie pflegeleicht, wetterbeständig und atmungsaktiv sind. Eine Polsterung aus Fleece sorgt für zusätzlichen Komfort.
3. Verarbeitung:
Achten Sie auf stabile, mehrfach vernähte Nähte und sichere Verschlüsse.
4. Verstellbarkeit:
Ein verstellbares Geschirr, das mit dem Welpen mitwächst, ist eine lohnende Investition. Überprüfen und passen Sie die Einstellung regelmäßig an, da sich die Körperform des Welpen schnell verändert.
5. Reflektoren:
Für Spaziergänge in der Dämmerung oder Dunkelheit sind Reflektoren ein wichtiges Sicherheitsmerkmal.
Das perfekte Sitz des Welpengeschirrs
Das Anlegen eines neuen Geschirrs erfordert Geduld. Lassen Sie Ihren Welpen das Geschirr erst einmal beschnuppern. Beim Anlegen positionieren Sie sich am besten seitlich oder hinter dem Welpen.
Das Geschirr sitzt optimal, wenn es den Hundekörper umschmiegt, ohne einzuengen oder zu drücken. Es sollte nicht zu hoch am Hals sitzen, um die Atemwege nicht zu beeinträchtigen, aber auch nicht zu weit hinten, um auf Weichteile zu drücken. Eine regelmäßige Überprüfung der Passform ist unerlässlich, um sicherzustellen, dass sich Ihr Welpe beim Erkunden der Welt rundum wohlfühlt.
