Stromverbrauch von Waschmaschinen verstehen und senken

Waschmaschinen gehören, neben Kühlschränken und Gefriertruhen, zu den größten Stromfressern im Haushalt. Um sowohl die Umweltbelastung durch CO2-Emissionen zu reduzieren als auch die eigenen Energiekosten zu senken, ist es ratsam, den Stromverbrauch des eigenen Geräts genauer unter die Lupe zu nehmen. Doch wie viel Strom verbraucht eine Waschmaschine tatsächlich, und wie lässt sich dieser Verbrauch optimieren? Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Faktoren, die den Stromverbrauch beeinflussen, und gibt praktische Tipps zum Energiesparen.

Faktoren, die den Stromverbrauch beeinflussen

Der Stromverbrauch einer Waschmaschine hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Grundsätzlich gilt: Neuere Geräte sind in der Regel sparsamer als ältere Modelle. Dennoch spielen auch andere Aspekte eine entscheidende Rolle:

  • Energieeffizienzklasse: Die Klassifizierung gibt Auskunft darüber, wie effizient das Gerät mit Energie umgeht.
  • Fassungsvermögen: Eine voll beladene Maschine verbraucht pro Kilogramm Wäsche weniger Energie als eine nur halb gefüllte.
  • Schleuderwirkungsklasse/Schleuderdrehzahl: Eine höhere Schleuderdrehzahl reduziert die Restfeuchte der Wäsche, was wiederum den Energiebedarf beim anschließenden Trocknen senkt.
  • Waschprogramm und Temperatur: Niedrigere Temperaturen und kürzere Programme verbrauchen deutlich weniger Strom.
  • Häufigkeit des Waschens: Je öfter gewaschen wird, desto höher ist der Gesamtverbrauch.

Um den genauen Stromverbrauch zu ermitteln, ist die Verwendung eines Energiemessgeräts die präziseste Methode. Diese Geräte können oft bei Energieversorgern oder Verbraucherzentralen ausgeliehen werden. Alternativ lässt sich der Verbrauch auch mit einer einfachen Formel berechnen: Wattzahl des Geräts multipliziert mit der Laufzeit in Stunden ergibt den Stromverbrauch in Wattstunden (Wh), umgerechnet in Kilowattstunden (kWh).

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Ein Beispiel: Eine Waschmaschine mit 2.000 Watt, die zweimal pro Woche für zwei Stunden läuft, verbraucht jährlich rund 416 kWh. Bei einem Strompreis von 0,40 € pro kWh ergeben sich daraus jährliche Kosten von etwa 166,40 €. Pro Waschgang in diesem Beispiel fallen dann Kosten von etwa 1,60 € an.

Die richtige Wassertemperatur wählen

Die Wahl der richtigen Wassertemperatur hat einen erheblichen Einfluss auf den Stromverbrauch. Je kälter das Wasser, desto geringer der Energiebedarf. Während 90 Grad Celsius die energieintensivste Option darstellen, verbrauchen 60 Grad bereits deutlich weniger Strom. Am sparsamsten sind Waschgänge bei 30 oder 40 Grad.

WassertemperaturGeeignet fürEnergieeinsparung gegenüber 60°C
30°CLeicht verschmutzte WäscheBis zu 70%
40°CNormal verschmutzte WäscheDeutlich geringer
60°CHandtücher, Bettwäsche, UnterwäscheStandard
90°CStark verschmutzte oder hygienisch anspruchsvolle WäscheAm höchsten

Besonders wassersparend ist es, wenn die Waschmaschine mit bereits vorgewärmtem Wasser aus der zentralen Warmwasserversorgung betrieben werden kann. Dies muss jedoch von einem Fachmann geprüft werden. Viele moderne Waschmaschinen verfügen zudem über einen speziellen “Eco”-Modus, der zwar oft länger dauert, aber durch die niedrigere Temperatur und optimierte Wasserführung Energie und Wasser spart.

Wann lohnt sich der Austausch einer Waschmaschine?

Waschmaschinen sind oft langlebige Geräte, die bei guter Pflege 10 bis 20 Jahre oder sogar länger funktionieren können. Die Entscheidung für einen Austausch hängt jedoch nicht nur vom Alter des Geräts ab, sondern auch von wirtschaftlichen Faktoren, insbesondere den Energiekosten. Ältere Geräte mit schlechter Energieeffizienz können im Vergleich zu neuen, sparsamen Modellen erhebliche Mehrkosten verursachen.

Waschmaschinen-TypStromverbrauch (pro Waschgang)Stromkosten (pro Waschgang, 0,40€/kWh)Stromverbrauch (pro Jahr, 220 Ladungen)Stromkosten (pro Jahr, 0,40€/kWh)Stromkosten (10 Jahre, 0,40€/kWh)
Neue Waschmaschine (Energieeffizienz A)0,6 kWh0,24 €132 kWh52,80 €528,00 €
Mittelalte Waschmaschine0,9 kWh0,36 €198 kWh79,20 €792,00 €
Alte Waschmaschine (ca. 10 Jahre)2,0 kWh0,80 €440 kWh176,00 €1.760,00 €
Sehr alte Waschmaschine (>10 Jahre)3,0 kWh1,20 €660 kWh264,00 €2.640,00 €
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Wie die Tabelle zeigt, kann sich der Austausch einer alten Maschine oft schon innerhalb weniger Jahre amortisieren. Neben den finanziellen Vorteilen profitiert auch die Umwelt von energieeffizienteren Geräten.

Energieeffizienzklassen und Schleuderwirkung

Beim Kauf einer neuen Waschmaschine sollte stets auf die höchste Energieeffizienzklasse geachtet werden. Das neue EU-Energielabel reicht von A (am effizientesten) bis G. Ältere Geräte mit Kennzeichnungen wie A+++ sind nicht direkt mit den neuen Klassen vergleichbar. Geräte der Klasse A nach dem neuen Label sind oft deutlich sparsamer als ältere Modelle mit ähnlicher Kennzeichnung.

Die Schleuderwirkungsklasse, die von A bis G reicht, gibt an, wie trocken die Wäsche nach dem Schleudern ist. Eine höhere Klasse bedeutet geringere Restfeuchte. Dies ist besonders relevant, wenn die Wäsche anschließend in einem Wäschetrockner getrocknet wird, da ein geringerer Feuchtigkeitsgehalt die Trocknungszeit und damit den Energieverbrauch des Trockners reduziert.

SchleuderwirkungsklasseRestfeuchte
A< 45 %
B< 54 %
C< 63 %
D< 72 %
E< 81 %
F< 90 %
G≥ 90 %

Stand-by-Verbrauch vermeiden

Auch im ausgeschalteten Zustand können Waschmaschinen Strom verbrauchen, beispielsweise durch Trafos oder digitale Displays. Um diesen versteckten Verbrauch zu vermeiden, empfiehlt sich die Verwendung einer schaltbaren Steckdosenleiste. So kann die Stromzufuhr zur Waschmaschine vollständig unterbrochen werden, wenn sie nicht in Gebrauch ist. Durch bewussten Umgang mit Waschprogrammen, die Wahl der richtigen Temperatur und die Beachtung der Energieeffizienz lassen sich die Stromkosten für die Wäschepflege spürbar senken und gleichzeitig ein Beitrag zum Umweltschutz leisten.