Martina Voss-Tecklenburg: Eine Reise durch Krankheit und Ungewissheit

Die Welt des Fußballs ist oft von Glanz und Gloria geprägt, doch hinter den Kulissen kämpfen auch erfolgreiche Persönlichkeiten mit persönlichen Herausforderungen. Martina Voss-Tecklenburg, die deutsche Fußballnationaltrainerin, die das Team 2022 ins EM-Finale führte, hat eine schwere Zeit hinter sich. In einem exklusiven Interview mit dem ZDF sprach sie offen über ihre gesundheitlichen Probleme, die sie nicht nur vor, sondern auch nach der Weltmeisterschaft 2023 in Australien und Neuseeland beeinträchtigten. Ihre Offenheit wirft ein Schlaglicht auf die psychische Belastung, die mit Spitzenleistungen einhergeht, und die Bedeutung von Fürsorge und Transparenz im Profisport.

Die Schatten der Krankheit

“Mir ging es nicht gut. Mir ging es schon vor der WM nicht gut”, gestand Voss-Tecklenburg. Die Symptome waren vielfältig und beunruhigend: Panikattacken, Schlafstörungen und ein beklemmendes Gefühl auf der Brust. Nach einem Gespräch mit ihrem Ehemann beschrieb sie, wie sie “fast vollständig zusammengebrochen” sei. Die Gefühle von “Angst, Unsicherheit und Leere im Kopf” beschrieben das Gefühl, als ob “der Stecker gezogen worden sei”. Diese tiefgreifende Erschöpfung zwang sie zu einer radikalen Auszeit. Ihr Arzt verordnete wochenlange Bettruhe und verschrieb Medikamente, die jedoch weitere unangenehme Nebenwirkungen mit sich brachten. Zusätzlich litt sie unter einer Reihe von Infektionen, was die Genesung zusätzlich erschwerte. “Ich war krank und wusste nicht, wie lange dieser Prozess dauern würde”, erklärte sie. “Ich erkannte, dass ich einfach für mich selbst da sein musste. Und das habe ich versucht.”

Während ihrer Abwesenheit übernahm Co-Trainerin Britta Carlson die Leitung des Teams. Sie betreute die Mannschaft bei zwei wichtigen Nations-League-Spielen: einer 0:2-Niederlage gegen Dänemark und einem 4:0-Sieg gegen Island. Diese Ergebnisse hielten die deutschen Chancen auf die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2024 aufrecht. Angesichts der anhaltenden Unsicherheit über Voss-Tecklenburgs Rückkehr ernannte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) im Oktober den 72-jährigen Horst Hrubesch zum Interimscoach. Hrubesch, eine bekannte Persönlichkeit im deutschen Fußball, hatte diese Rolle bereits von 2018 bis zur Verpflichtung von Voss-Tecklenburg inne. Der DFB signalisierte, dass man auf alle Eventualitäten vorbereitet sei, wie DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig erklärte: “Wir müssen uns auch darauf einstellen, dass es keine Rückkehr geben wird.”

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Ein Gastvortrag sorgt für Aufsehen

Voss-Tecklenburg meldete sich erst Mitte Oktober wieder öffentlich zu Wort, als sie einen Gastvortrag vor Mitgliedern der Bayerischen Dentalvereinigung hielt. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie ihre Genesung abgeschlossen und befand sich im Urlaub, was vom DFB genehmigt worden war. Dennoch schien der DFB von dieser Entwicklung überrascht worden zu sein. In einer Stellungnahme hieß es: “Der DFB hat die Teilnahme von Voss-Tecklenburg an der Bayerischen Dentalvereinigung zur Kenntnis genommen. Ein gemeinsames Gespräch soll unmittelbar nach Ende des Urlaubs stattfinden.”

Auch Nationalspielerin Lena Oberdorf äußerte sich irritiert über die Vorgehensweise, die bei ihr “ein paar Fragezeichen” aufwarf. “Ich hätte mir etwas anderes gewünscht. Zum Beispiel hätten wir erst einmal analysieren können, was bei der WM passiert ist, und danach hätte sie in den Urlaub fahren können.”

Kommunikationsfehler und Trennung

Zu diesem Zeitpunkt wurden die Kommunikationen zwischen der ehemaligen Trainerin und dem DFB ausschließlich über Anwälte abgewickelt, wie Voss-Tecklenburg im ZDF-Interview bestätigte. Sie räumte ein, dass sie zwar den DFB über ihre Absicht informiert hatte, nach Ende ihrer Krankheitstage öffentliche Auftritte wahrzunehmen, die Situation jedoch nicht optimal gehandhabt habe. “Im Nachhinein kann man sagen: Wie dumm – (es war ein) Fehler”, so Voss-Tecklenburg. “Aber ich musste den Preis dafür bis zu einem gewissen Grad zahlen, sowohl mit meinen gesundheitlichen Problemen als auch in der Medienöffentlichkeit.”

Anfang November einigten sich der DFB und Voss-Tecklenburg, deren Vertrag bis 2025 lief, auf die einvernehmliche Trennung. Die ehemalige Trainerin kündigte jedoch an, dass sie in naher Zukunft ein “persönliches” Treffen mit DFB-Präsident Bernd Neuendorf erwarte. In diesem Gespräch wolle sie ihm darlegen, “wie ich mich gefühlt habe und was mich berührt und bewegt hat und vielleicht auch bis zu einem gewissen Grad enttäuscht und verärgert hat.”

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