Die Evolution von Microsoft Teams und Biamp Tesira: Ein technischer Überblick

Mit der Umstellung von Skype for Business auf Microsoft Teams hat sich die Landschaft für professionelle Audiokonferenzsysteme grundlegend verändert. Biamp, ein führender Anbieter von Audiolösungen, hat diesen Wandel aktiv begleitet und passt seine Produkte und Strategien kontinuierlich an die Anforderungen moderner Kommunikationsplattformen an. Diese technologische Neuausrichtung erfordert ein tiefes Verständnis der zugrundeliegenden Architekturen und Protokolle.

Von Skype for Business zu Microsoft Teams: Ein Paradigmenwechsel

Biamp Tesira-Produkte boten seit Herbst 2015 die Möglichkeit, als Endpunkte für Skype for Business zu fungieren. Mit der offiziellen Einstellung von Skype for Business durch Microsoft im Sommer 2021 rückte Microsoft Teams als die neue, zentrale Plattform für Konferenzen und Unified Communications (UC) in den Vordergrund. Diese Umstellung erforderte eine Anpassung der Technologiebasis. Microsoft Teams agiert primär als Anwendung auf Laptops oder Smartphones. Eine spezielle Variante, Microsoft Teams Rooms (MTR), läuft im Kiosk-Modus auf einem NUC oder einem kleinen PC und nutzt das SIP-Protokoll für Sprache, Chat und Videokonferenzen über spezifische, dafür zertifizierte Hardware. Biamp VoIP-SIP-Endpunkte hingegen sind ausschließlich für die Telefonie konzipiert und können sich nicht nativ als MS Teams oder MTR-Endpunkt registrieren.

Biamp’s Lösungsansatz für Microsoft Teams

Um die Integration von Biamp-Produkten in die Microsoft Teams-Umgebung zu gewährleisten, bietet Biamp eine Reihe von zertifizierten Bundles und Systemen an, die auf Biamp’s USB-Schnittstellen setzen. Geräte wie der EX-UBT oder der integrierte USB-Anschluss von Tesira FORTÉ X dienen als Brücke zwischen dem Audiosystem und dem NUC, auf dem Teams oder MTR läuft. Sollte eine USB-Verbindung in einem Konferenzraum nicht realisierbar sein, empfiehlt sich die Kontaktaufnahme mit dem Biamp Support oder einem Vertriebsmitarbeiter, um alternative Optionen zu prüfen.

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Zusätzliche Ressourcen für eine reibungslose Integration finden sich in der Biamp UC Compatibility Matrix und der Design Library, welche Beispiel-Schemata und Dateien bereitstellt. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass ältere Rackmount-Versionen von TesiraFORTÉ die HID-Mute-Synchronisation nicht unterstützen und daher für Systeme, die diese Funktion erfordern, ungeeignet sind.

Die Rolle des Teams SIP Gateways

Da Microsoft Teams kein reines VoIP-System ist, kann es nicht direkt mit einem VoIP-Telefon, sei es SIP oder H.323, kommunizieren. Hier kommt ein Gateway ins Spiel, das die Verbindung zwischen dem Teams-Setup und einem VoIP-Telefon ermöglicht. Microsoft stellt hierzu Hinweise zur Planung eines SIP-Gateways und eine Liste unterstützter Tischtelefone bereit. Derzeit werden keine generischen, SIP-basierten Telefone vom Teams SIP Gateway unterstützt.

Cloud-basiertes VoIP und Tesira: Herausforderungen und Überlegungen

Die offizielle Liste der von Biamp unterstützten VoIP-Verwaltungssysteme, die auf der Biamp-Support-Website zu finden ist, umfasst keine cloud-basierten VoIP-SIP-Plattformen wie Microsoft Teams. Die dort aufgeführten Systeme sind solche, gegen die Biamp VoIP-Produkte zertifiziert wurden. Plattformen, die nicht auf dieser Liste stehen, können zwar potenziell mit Biamp VoIP-SIP-Endpunkten funktionieren, dies ist jedoch nicht garantiert.

Bei der Erprobung solcher nicht zertifizierten Systeme sind zusätzlicher Testaufwand und sorgfältige Überwachung unerlässlich. Tools wie Wireshark können hier wertvolle Dienste leisten, indem sie den Datenverkehr zwischen Tesira und dem VoIP-System überwachen. Es ist wichtig, sich bewusst zu sein, dass unlösbare Interoperabilitätsprobleme auftreten können, wenn die Systeme nicht vollständig kompatibel sind. Biamp Engineering steht für die Untersuchung von Problemen auf unterstützten VoIP-Plattformen zur Verfügung, kann jedoch für nicht unterstützte Systeme keine Garantie übernehmen. Die Integration von cloud-basierten VoIP-Systemen, die das Traversieren von Firewalls erfordert, kann zusätzliche Komplexität mit sich bringen. In der Vergangenheit gab es zudem Fälle, in denen der Support durch Anbieter von gehosteten, cloud-basierten VoIP-Lösungen eingeschränkt war, da sie oft primär eigene Produkte verkaufen möchten und die Unterstützung für Fremdgeräte scheuen. Eine erfolgreiche Verbindung setzt daher oft eine Kooperationsbereitschaft auf Seiten des VoIP-Anbieters voraus.

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