Mpox in Deutschland: Aktuelle Entwicklungen, Prävention und Schutzmaßnahmen

Das Auftreten von Mpox, insbesondere der Klade Ib, hat in den letzten Jahren globale Aufmerksamkeit erregt und stellt auch für Deutschland ein wichtiges Thema im Bereich der öffentlichen Gesundheit dar. Während die Fallzahlen in der Allgemeinbevölkerung gering bleiben, sind umfassende Informationen über Übertragung, Symptome und Präventionsstrategien essenziell, um das Risiko zu minimieren und das Bewusstsein zu schärfen. Dieser Artikel beleuchtet die aktuelle Situation, die Übertragungswege, Krankheitsbilder und die wichtigsten Schutzmaßnahmen, die Einzelpersonen und Behörden ergreifen können.

Erreger und Übertragung von Mpox

Mpox ist eine Viruserkrankung, die durch das Mpox-Virus aus der Familie der Orthopoxviren verursacht wird. Weltweit sind zwei Hauptkladen bekannt: Klade I, die primär in Afrika vorkommt und mit einer höheren Letalität assoziiert ist, und Klade II, deren Varianten sich auch in Europa und somit in Deutschland verbreitet haben.

Die Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt hauptsächlich durch direkten Haut- und Schleimhautkontakt mit infizierten Personen. Dies schließt den Kontakt mit Sekreten aus Bläschen oder Läsionen ein, insbesondere im Rahmen sexueller Kontakte. Aber auch eine Übertragung über Atemwegssekrete, Körperflüssigkeiten oder durch den Schorf infizierter Personen ist möglich. Bei schwangeren Frauen kann das Virus auf den Fötus übertragen werden. Die genaue Rolle von Körperflüssigkeiten wie Sperma, Vaginalsekret, Urin oder Stuhl bei der Übertragung ist noch Gegenstand der Forschung.

Krankheitsbild und Symptome

Die Inkubationszeit für Mpox beträgt in der Regel 5 bis 21 Tage nach engem Kontakt mit einer infizierten Person. Die Symptome können individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt sein, von milden bis zu schwereren Verläufen. Typischerweise beginnen die Symptome mit grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Muskelschmerzen, Halsschmerzen und geschwollenen Lymphknoten.

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Ein charakteristisches Merkmal ist der Hautausschlag, der sich in verschiedenen Stadien entwickelt. Dieser kann zunächst als flache Flecken beginnen und sich zu Bläschen oder Pusteln entwickeln, die schmerzen, jucken und sich über verschiedene Körperregionen ausbreiten können. Besonders betroffen können auch die Genital- und Analregion sein, wo Schmerzen, Blutungen und Entzündungen auftreten können. Die Ansteckungsfähigkeit besteht wahrscheinlich ab dem Auftreten der ersten Symptome bis zum vollständigen Abfallen der letzten Hautkrusten.

Besonders gefährdet für einen schweren Krankheitsverlauf sind immungeschwächte Personen, Säuglinge, Kinder und Schwangere. Derzeit sind keine langfristigen Folgeschäden einer Mpox-Infektion bekannt.

Verbreitung und Häufigkeit in Deutschland

Ursprünglich war Mpox endemisch in Nagetierpopulationen in West- und Zentralafrika, von wo aus es auf den Menschen übertragen werden konnte. Außerhalb Afrikas traten bis 2022 nur vereinzelt Fälle auf, oft im Zusammenhang mit Reisen in Endemiegebiete. Im Sommer 2022 kam es weltweit zu einem ungewöhnlich starken Anstieg von Mpox-Infektionen der Klade II, auch in Deutschland. Seit Herbst 2022 sind die Fallzahlen hierzulande jedoch wieder deutlich gesunken und es werden nur noch sporadisch Fälle gemeldet.

Die epidemiologische Situation in Deutschland bleibt stabil, mit einem geringen Risiko für die Allgemeinbevölkerung. Die meisten Fälle außerhalb Afrikas waren und sind von Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), sowie trans Personen mit wechselnden männlichen Sexualpartnern betroffen.

Die WHO hat im August 2024 eine Zunahme der Infektionen mit der Klade Ib in Afrika und angrenzenden Ländern zur “gesundheitlichen Notlage internationaler Tragweite” erklärt. Ein erster Fall der Klade Ib wurde Anfang April in der Schweiz bei einer aus Afrika zurückgekehrten Person festgestellt. Auch wenn das Risiko für die allgemeine Bevölkerung als gering eingeschätzt wird, ist eine fortlaufende Beobachtung und Wachsamkeit geboten.

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Prävention und Schutzmaßnahmen

Zur Vorbeugung von Mpox-Infektionen sind verschiedene Maßnahmen entscheidend:

  • Vermeidung von engem Kontakt: Personen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko sollten den direkten Haut- und Schleimhautkontakt mit infizierten Personen oder deren Ausscheidungen meiden.
  • Impfung: Ein zugelassener Impfstoff (Jynneos®) steht zur Verfügung und gilt als sicher und wirksam bei der Prävention von Mpox. Die Impfung wird insbesondere für Personen mit beruflicher Exposition (z. B. im Labor) sowie für MSM und trans Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern empfohlen. Auch eine Postexpositionsprophylaxe (Impfung innerhalb von 4 bis 14 Tagen nach einem Risikokontakt) ist möglich und wird empfohlen.
  • Safer Sex: Aufgrund der Übertragung über sexuelle Kontakte wird sexuell aktiven Personen empfohlen, aufmerksam auf Hautveränderungen bei sich und ihren Partnern zu achten und gegebenenfalls auf www.lovelife.ch einen “Safer Sex Check” durchzuführen.
  • Reisehinweise: Bei Reisen in von Mpox betroffene Gebiete, insbesondere in Afrika, ist Vorsicht geboten. Die Vermeidung von Kontakt mit Wildtieren und potenziell infizierten Personen sowie die Meidung enger körperlicher und sexueller Kontakte sind wichtige Präventionsstrategien. Das Expertenkomitee für Reisemedizin (ECTM) auf www.healthytravel.ch bietet spezifische Empfehlungen.

Die Kosten für die Impfung werden in der Schweiz von den Krankenkassen übernommen. Informationen zu Impfmöglichkeiten und spezialisierten Ärzten sind bei den kantonalen Gesundheitsbehörden erhältlich.

Fazit und Ausblick

Mpox stellt weiterhin eine Herausforderung für die globale Gesundheit dar, auch wenn die Situation in Deutschland derzeit stabil ist. Durch umfassende Aufklärung, konsequente Präventionsmaßnahmen und eine fortlaufende Überwachung der Krankheitsentwicklung können Einzelpersonen und die Gesellschaft das Risiko minimieren und sich effektiv schützen. Die Einhaltung von Hygienestandards, die Impfung für Risikogruppen und ein bewusster Umgang mit potenziellen Ansteckungswegen sind Schlüsselstrategien, um die Verbreitung von Mpox einzudämmen und die öffentliche Gesundheit zu gewährleisten.

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