Generali hat den Verkauf von 89,9 % seiner deutschen Lebensversicherungsgesellschaft Generali Leben an die Viridium Gruppe vereinbart. Diese Transaktion, die das Unternehmen mit bis zu 1 Milliarde Euro bewertet, markiert einen bedeutenden strategischen Schritt für Generali in Deutschland und verspricht eine innovative industrielle Partnerschaft zur nachhaltigen Verwaltung des Generali Leben-Portfolios. Ziel ist es, das Portfolio neu auszurichten, das Zinsrisiko erheblich zu reduzieren und die Kapitalrendite zu verbessern.
Die Transaktion, die einen positiven Einfluss auf die deutsche Solvenzquote von rund 43 Prozentpunkten und auf die Konzernsolvenz von 2,6 Prozentpunkten haben wird, steht im Einklang mit den strategischen Ambitionen des Generali-Konzerns, sein Portfolio neu auszubalancieren und sich von Zinsrisiken zu distanzieren. Die vertraglichen Verpflichtungen gegenüber den Kunden bleiben unverändert, und sie werden weiterhin von exzellenten Servicestandards profitieren, die durch die Expertise von Viridium und eine Servicevereinbarung mit Generali Deutschland gesichert sind. Generali wird eine Beteiligung von 10,1 % an Generali Leben behalten und einen Sitz im Aufsichtsrat innehaben.
Ein neuer Weg für das Lebensversicherungsgeschäft in Deutschland
Die Vereinbarung sieht vor, dass Viridium die Mehrheit der Anteile an Generali Leben übernimmt. Viridium Gruppe ist ein führender Spezialist für die Verwaltung von Lebensversicherungsportfolios in Deutschland, im Besitz der international tätigen Private-Equity-Firma Cinven und des globalen deutschen Rückversicherers Hannover Re. Diese Partnerschaft soll sicherstellen, dass das Generali Leben-Portfolio nachhaltig und effizient verwaltet wird.
Generali Deutschland wird 89,9 % von Generali Leben an Viridium verkaufen. Die Gesamtbewertung für 100 % von Generali Leben beträgt bis zu 1 Milliarde Euro, einschließlich einer Earn-out-Komponente von 125 Millionen Euro, falls sich die Reservierungsregeln ändern. Darüber hinaus wird Viridium Darlehen in Höhe von 882 Millionen Euro an die Generali Gruppe zurückzahlen.
Die Transaktion wird die Kapitalrendite verbessern und das Zinsrisiko des Konzerns mindern. Sie wird die Solvency-II-Positionen verbessern, indem sie die deutsche Quote um etwa 43 Prozentpunkte und die Konzernquote um 2,6 Prozentpunkte erhöht. Auf Konzernebene wird ein steuerbereinigter Veräußerungsgewinn von rund 275 Millionen Euro erwartet.
Generali Leben repräsentiert etwa 36 % der Reserven im Lebensversicherungsgeschäft von Generali Deutschland und konzentriert sich hauptsächlich auf traditionelle Produkte mit Garantien. Das Unternehmen verwaltet 4 Millionen Policen mit traditionellen Rückstellungen in Höhe von 37,1 Milliarden Euro und umfasst mehrere Portfolios von zuvor fusionierten Unternehmen. Nach der Transaktion wird Generali Deutschland weiterhin eine führende Rolle im Unit-Linked-, Hybrid- und Schutzgeschäft einnehmen und seine Position als zweitgrößter deutscher Versicherer durch die anderen Geschäftsbereiche der Gruppe behaupten.
Kontinuität und Vorteile für Kunden und Mitarbeiter
Die vertraglichen Verpflichtungen gegenüber den Kunden bleiben unverändert. Retail-Kunden werden weiterhin exzellente Servicestandards erhalten, auch dank der spezifischen Expertise und der Ressourcen von Viridium, unterstützt durch eine mittelfristige Service Level Agreement mit Generali Deutschland. Geschäftskunden (betriebliche Altersvorsorge) werden durch das spezialisierte Kompetenzzentrum von Generali in Frankfurt weiter betreut.
Generali wird weiterhin eine Beteiligung von 10,1 % an Generali Leben halten und einen Sitz im Aufsichtsrat. Sowohl Generali als auch Viridium behalten sich für diese Beteiligung übliche Put- und Call-Optionen vor, die ab drei Jahren nach Abschluss ausgeübt werden können.
Philippe Donnet, Generali Group CEO, kommentierte: “Die heutige Entscheidung ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung von Generali gemäß unserer Strategie. Alle unsere Stakeholder werden davon profitieren. Diese Transaktion wird es uns ermöglichen, in innovative Lösungen für unsere deutschen Kunden zu investieren und höhere Renditen für unsere Aktionäre zu erzielen. Deutschland ist ein Kernmarkt für Generali. Das Managementteam und alle unsere Kollegen arbeiten unermüdlich daran, unsere Position als führendes Unternehmen in der Versicherungsbranche zu stärken. Dieses Engagement gibt uns Zuversicht für unsere Zukunft auf dem Markt.”
Giovanni Liverani, CEO von Generali Deutschland, fügte hinzu: “Dies ist der letzte Schritt in der strategischen Neuausrichtung von Generali in Deutschland, der es uns ermöglicht, in diesem Markt zu wachsen und stärker zu werden. Wir sind bestrebt, unseren Kunden maximale Kontinuität, unseren Mitarbeitern Chancen und weiteren Investitionen in Wachstum zu garantieren. Aufbauend auf unserer langjährigen und exzellenten Vertriebspartnerschaft mit der Deutschen Vermögensberatung, die unsere starke Marke Generali vertreiben wird, unserer digitalen Führung mit CosmosDirekt sowie unserer innovativen und einzigartigen Palette an Smart-Insurance-Produkten sind wir nun besser positioniert als je zuvor, um unsere Präsenz unter den Marktführern in Deutschland zu stärken.”
Die Viridium Gruppe verwaltet derzeit ein Portfolio von fast 1 Million Versicherungsverträgen und Vermögenswerten von rund 16 Milliarden Euro. Ihre starke Expertise, kombiniert mit dem spezialisierten Geschäftsmodell, bietet alle notwendigen Voraussetzungen für eine exzellente Verwaltung dieses Portfolios. Viridium verfügt über eine starke Erfolgsbilanz bei der Integration neu erworbener Portfolios. Das Modell des Portfoliomanagements von Viridium konzentriert sich weitgehend auf den Aufbau von Skaleneffekten und die Generierung von Effizienzgewinnen, die zu erheblichen Kostensenkungen und nachhaltigen Vorteilen für die Versicherungsnehmer führen.
Rund 300 Mitarbeiter, die derzeit das geschlossene Buch von Generali Leben verwalten, werden zu einem neuen Dienstleistungsunternehmen wechseln. Viridium wird die Arbeitsbedingungen für diese Mitarbeiter unverändert beibehalten, im Einklang mit der bestehenden Vereinbarung für Mitarbeiter von Generali Deutschland, die Anfang 2018 getroffen wurde.
Generali wird die Möglichkeit haben, sich vorbehaltlich des erfolgreichen Abschlusses einer Due Diligence an einer Minderheitsbeteiligung an Viridium zu beteiligen.
Regulatorische Genehmigungen und Berater
Die Transaktion wird der Genehmigung durch die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) bedürfen. Im Genehmigungsprozess wird erwartet, dass die BaFin alle Aspekte der Transaktion sorgfältig prüft, insbesondere die operative Machbarkeit und die Kapitalstärke des Käufers, um sicherzustellen, dass die Interessen der Kunden vollständig geschützt werden. Darüber hinaus unterliegt die Transaktion der Freigabe durch die zuständigen deutschen Kartellbehörden.
Morgan Stanley & Co. International plc fungierte als Finanzberater.

