Die erfolgreiche Symbiose von Wirtschaft und Umweltschutz ist ein zentrales Anliegen moderner Unternehmen. Das europäische Umweltmanagementsystem EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) bietet hierfür einen robusten Rahmen, der Organisationen aller Größen und Branchen dabei unterstützt, Ressourcen effizienter zu nutzen, Kosten zu senken und ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen. EMAS stellt sicher, dass alle umweltrelevanten Aspekte, von Energieverbrauch bis hin zu Abfallmanagement und Emissionen, gesetzeskonform und transparent gestaltet werden.
Als ein freiwilliges Instrument der Europäischen Union integriert EMAS alle Anforderungen der DIN EN ISO 14001 und ist darüber hinaus weltweit anwendbar. Rund 1.200 Unternehmen in Deutschland nutzen bereits erfolgreich die Vorteile von EMAS, um einen wirksamen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten und sich zukunftssicher aufzustellen.
Die Vorteile eines Umweltmanagementsystems nach EMAS
EMAS zeichnet sich als eines der weltweit anspruchsvollsten Umweltmanagementsysteme aus. Unternehmen, die sich für EMAS entscheiden, demonstrieren aktiv ihre Verantwortung für ihr unternehmerisches Handeln. Die transparente Kommunikation dieses Engagements nach innen und außen stärkt nicht nur das Unternehmensimage und schafft Vertrauen bei Kunden und Stakeholdern, sondern fördert auch die Bindung und Motivation der Mitarbeitenden.
Die Teilnahme an EMAS ermöglicht Organisationen, systematisch ihre Umweltauswirkungen zu erfassen und ihre Umweltleistung kontinuierlich zu verbessern. Dies führt nicht nur zu Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen, sondern auch zur Erleichterung bei der Einhaltung von Umweltvorschriften und zur glaubwürdigen Darstellung des eigenen Engagements. Mitarbeitende werden aktiv in den Umweltschutz eingebunden, was zu einer gelebten Umweltkultur im Unternehmen führt.
Für wen eignet sich EMAS?
EMAS ist ein flexibles System, das maßgeschneiderte Lösungen für kleine und mittelständische Unternehmen ebenso wie für große Konzerne und öffentliche Organisationen bietet. Die rechtliche Grundlage bildet die EMAS-Verordnung, die konkreten Umsetzungswege werden jedoch individuell an die jeweilige Organisation angepasst. Ob im produzierenden Gewerbe, im Dienstleistungssektor oder im Handel – die Wahl der spezifischen Umweltschutzmaßnahmen hängt von der Branche, den Produkten und den Vorerfahrungen des Unternehmens mit Umweltmanagementsystemen ab.
Der Weg zur EMAS-Registrierung: Ein strukturierter Prozess
Die Implementierung eines Umweltmanagementsystems nach EMAS ist ein strukturierter Prozess, der Engagement und Zeit erfordert. In der Regel wird die Steuerung der betrieblichen Umweltschutzmaßnahmen von einer Umweltmanagementbeauftragten oder einem dedizierten EMAS-Team übernommen. Diese begleiten den Prozess der Validierung durch eine/n unabhängige/n EMAS-Umweltgutachter*in.
Der Aufbau und die Implementierung des Systems, von der ersten Ist-Aufnahme bis zur externen Prüfung, dauern in der Regel etwa ein Jahr. Nach erfolgreicher Validierung erhalten die Unternehmen die EMAS-Registrierungsurkunde und dürfen das offizielle EMAS-Logo für ihre Marketingaktivitäten nutzen. Ein umfassender Praxisleitfaden unterstützt Umweltmanagementbeauftragte bei der Einführung.
Unterstützende Akteure und rechtliche Grundlagen
Die Europäische Kommission stellt umfassende Informationen und Werkzeuge zur Verfügung, wie das EMAS-Nutzerhandbuch und einen Logo-Generator, um die Implementierung zu erleichtern. In Deutschland fördert das Bundesumweltministerium aktiv EMAS und bindet verschiedene Institutionen in das Umweltmanagement ein.
Beratung und Unterstützung finden Unternehmen bei den Registerstellen (Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern) sowie beim Umweltgutachterausschuss (UGA). Darüber hinaus sind in Deutschland über 260 staatlich zugelassene und überwachte Umweltgutachter*innen verfügbar, die bei der Implementierung unterstützen und die Konformität mit den EMAS-Anforderungen bestätigen können.
EMAS im Detail: Kontinuierliche Verbesserung und Transparenz
Der Aufbau des Umweltmanagementsystems entspricht der Norm ISO 14001, doch EMAS geht darüber hinaus und ist leistungsorientiert. Organisationen sind angehalten, sich über die gesetzlichen Anforderungen hinaus zu verbessern und die Beschäftigten aktiv in den Prozess der kontinuierlichen Verbesserung der Umweltleistung einzubeziehen. Dies fördert die Identifikation der Mitarbeitenden mit den Umweltschutzzielen des Unternehmens und sorgt dafür, dass das Umweltmanagement “gelebt” wird.
Die Einführung beginnt mit einer gründlichen Umweltprüfung, gefolgt von wiederkehrenden Umweltbetriebsprüfungen. Im Umweltprogramm werden Ziele und Maßnahmen definiert. Das System sowie interne Dokumente, einschließlich der Umwelterklärung, werden von unabhängigen, staatlich zugelassenen Umweltgutachter*innen geprüft. Diese achten auf die Einhaltung formeller Regeln, eine nachweisbare Umweltleistung und das Erreichen selbst gesteckter Ziele. Auch die Einhaltung aller relevanten Umweltrechtsvorschriften wird überprüft.
Die Organisation berichtet in der Umwelterklärung öffentlich über ihre umweltrelevanten Tätigkeiten und relevanten Umweltdaten wie Emissionen, Abfallaufkommen, Biodiversität sowie Ressourcen-, Wasser- und Energieverbräuche. Diese Transparenz ermöglicht es interessierten Parteien, sich über die Umweltauswirkungen zu informieren. EMAS-Organisationen werden in ein öffentliches Register eingetragen und dürfen das offizielle EMAS-Logo für Marketingzwecke nutzen. Die Qualitätssicherung von EMAS wird sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene durch zuständige Gremien und Akkreditierungsgesellschaften gewährleistet.

