Eine trockene Nasenschleimhaut kann unangenehm sein und die Nasenatmung sowie die Abwehrfunktion der Nase beeinträchtigen. Dieses Problem tritt nicht nur im Winter auf, sondern kann auch in wärmeren Monaten und bei verschiedenen Personengruppen vorkommen. Eine mangelnde Befeuchtung der Nasenschleimhaut führt dazu, dass das Nasensekret zähflüssiger wird, was wiederum die Austrocknung fördert. In diesem umfassenden Leitfaden erfahren Sie mehr über die Ursachen, Symptome und wirksamen Behandlungsmethoden für eine trockene Nasenschleimhaut.
Die Funktion der Nasenschleimhaut
Die Nasenschleimhaut spielt eine entscheidende Rolle für die Gesundheit unserer Atemwege. Sie befeuchtet und filtert die eingeatmete Luft, wobei Partikel wie Staub oder Pollen im Schleim gebunden werden. Spezielle Flimmerhärchen transportieren diese Fremdstoffe in den Rachenraum, wo sie verschluckt oder ausgespuckt werden können. Darüber hinaus ist die Nasenschleimhaut ein wichtiger Bestandteil des Immunsystems, da sie Antikörper enthält, die Krankheitserreger abwehren. Eine Beeinträchtigung dieser Funktionen durch Trockenheit kann die Anfälligkeit für Infektionen erhöhen.
Ursachen für trockene Nasenschleimhaut
Verschiedene Faktoren können zu einer Austrocknung der Nasenschleimhaut führen:
Umweltreize
- Trockene Raumluft: Sowohl Heizungen im Winter als auch Klimaanlagen im Sommer können die Luftfeuchtigkeit stark reduzieren und die Nasenschleimhaut austrocknen lassen.
- Schadstoffe: Staub, Tabakrauch, schmutzige Luft und Abgase stellen eine Belastung für die Schleimhaut dar.
Allergien und Schnupfen
- Entzündungen: Bei Allergien wie Heuschnupfen oder Erkältungen schwillt die Nasenschleimhaut an. Häufiges Naseputzen und Niesen verschlimmern die Reizung.
- Medikamentenmissbrauch: Abschwellende Nasensprays oder -tropfen, die zur Linderung von Schnupfen eingesetzt werden, können bei regelmäßiger Anwendung die Schleimhaut austrocknen.
Ernsthafte Erkrankungen
In einigen Fällen kann eine trockene Nasenschleimhaut auf zugrundeliegende Gesundheitsprobleme hinweisen, wie zum Beispiel:
- Schilddrüsenfunktionsstörungen (Über- oder Unterfunktion)
- Fehlstellungen der Nasenscheidewand (Septumdeviation)
- Loch in der Nasenscheidewand (Septumperforation)
- Chronische Entzündungen der Nasenschleimhaut
Biologische Faktoren bei Frauen
Insbesondere während oder nach den Wechseljahren können Frauen eine trockene Nasenschleimhaut bemerken. Dies ist oft auf einen sinkenden Östrogenspiegel zurückzuführen, der auch andere Schleimhäute im Körper beeinträchtigen kann.
Mangelnde Flüssigkeitszufuhr
Der Körper benötigt ausreichend Flüssigkeit, um Schleimhäute zu befeuchten. Eine tägliche Trinkmenge von mindestens zwei Litern ist essenziell. Bei zu geringer Flüssigkeitsaufnahme wird der Schleim zähflüssiger und kann die Schleimhaut nicht mehr ausreichend schützen.
Weitere Ursachen
Andere Faktoren, die zu trockener Nasenschleimhaut beitragen können, sind:
- Verletzungen nach Operationen im Bereich der Nase oder der Nasennebenhöhlen.
- Die Einnahme bestimmter Medikamente, wie Psychopharmaka.
- Der Konsum von Drogen durch die Nase.
- Strahlentherapien zur Behandlung von Tumoren.
Symptome einer trockenen Nasenschleimhaut
Eine trockene Nasenschleimhaut kann sich durch verschiedene Symptome äußern:
- Juckreiz in der Nase
- Gefühl einer verstopften Nase
- Brennen in der Nase
- Häufiges Niesen
- Krustenbildung in den Nasenlöchern
- Gelegentliches Nasenbluten
- Unangenehmer Geruch aus der Nase
- Beeinträchtigung des Geruchssinns
Diese Symptome können einzeln oder in Kombination auftreten. Da die geschädigte Schleimhaut eine ideale Brutstätte für Viren und Bakterien darstellt, ist die Anfälligkeit für Infektionen bei trockener Nasenschleimhaut erhöht.
Was tun bei trockener Nasenschleimhaut?
Es gibt verschiedene wirksame Methoden, um eine trockene Nasenschleimhaut zu behandeln. Bei anhaltenden Symptomen sollte jedoch unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, um ernsthafte Erkrankungen als Ursache auszuschließen.
Isotone Nasensprays
Isotone Nasensprays, oft auf Basis von Meerwasser, haben einen ähnlichen Salzgehalt wie die Nasenschleimhaut (ca. 0,9 Prozent). Sie befeuchten die Schleimhaut, ohne sie auszutrocknen oder abschwellend zu wirken. Zusätze wie Dexpanthenol können die Heilung und den Schutz der Schleimhaut unterstützen. Diese Sprays erschweren die Ansiedlung von Krankheitserregern.
- Bepanthen Meerwasser Nasenspray: Bietet Feuchtigkeit und schützt die Schleimhaut.
- Emser Nasenspray: Reguliert den Feuchtigkeitshaushalt der Nase.
- Doppelherz Meerwasser Nasenspray Mit Panthenol: Pflegt und befeuchtet die Nasenschleimhaut.
Hypertone Nasensprays
Hypertone Nasensprays enthalten eine höhere Salzkonzentration (bis zu 3 Prozent). Dadurch entziehen sie der Nasenschleimhaut Flüssigkeit und wirken abschwellend. Sie sind eine gute Alternative zu chemischen abschwellenden Mitteln, da sie keinen Gewöhnungseffekt hervorrufen.
- Otosan Nasenspray Forte: Bietet eine natürliche Linderung bei trockener Nase und Reizungen.
- Otriven Meerwasser Mit Eukalyptus: Kombiniert die abschwellende Wirkung mit dem erfrischenden Duft von Eukalyptus.
- Olynth Ectomed Nasenspray: Sorgt für eine langanhaltende Befeuchtung und Linderung.
Nasenduschen
Nasenduschen sind eine hervorragende Methode, um die Nase von Pollen, Viren und Bakterien zu befreien und somit Erkältungen vorzubeugen. Besonders im Sommer können sie Allergikern Erleichterung verschaffen. In Kombination mit Kochsalz wirken sie schleimlösend und befreien die Nase.
Für die Anwendung wird eine Kochsalzlösung (neun Gramm Salz auf einen Liter Wasser) mit einer speziellen Nasendusche in die Nase eingebracht. Die lauwarme Salzlösung fließt aus dem einen Nasenloch hinein und aus dem anderen wieder heraus. Alternativ kann eine isotonische Salzlösung aus der Apotheke verwendet werden. Die Nasendusche befeuchtet die Schleimhaut, da Salz Wasser bindet.
- Emser Nasendusche Mit 4 Btl. Nasenspülsalz: Ein Komplettset für die effektive Nasenspülung.
- Emser Salz: Reines Salz zur Herstellung der Spüllösung.
- Pari Montesol Nasendusche: Ein praktisches Gerät für die Nasenreinigung.
Nasensalben
Nasensalben sind besonders geeignet, wenn die Nase bereits wund und gereizt ist. Sie bilden einen schützenden Film auf der angegriffenen Schleimhaut und pflegen diese. Der Wirkstoff Dexpanthenol fördert die Heilung, während ätherische Öle Juckreiz und Brennen lindern können.
- Bepanthen Augen U. Nasensalbe: Bietet Schutz und fördert die Regeneration der Schleimhaut.
- Emser Nasensalbe Sensitiv: Beruhigt und befeuchtet empfindliche Nasenschleimhäute.
- Nisita Nasensalbe: Pflegt und schützt die Nasenschleimhaut vor dem Austrocknen.
Anwendung von Nasensalbe: Nach dem Naseputzen wird die Salbe mit der Tubenspitze in jedes Nasenloch eingeführt. Die Tubenspitze sollte nach jeder Anwendung mit einem sauberen Taschentuch abgewischt werden, um Infektionen zu vermeiden.
Hausmittel zur Linderung
- Inhalationen: Inhalationen mit Salz, ätherischen Ölen oder Kamille können die Nasenschleimhaut befeuchten und beruhigen. Hierfür wird eine Schüssel mit heißem Wasser und den jeweiligen Zusätzen gefüllt. Über der Schüssel wird der Kopf mit einem Handtuch abgedeckt, um den Dampf aufzunehmen.
- Olivenöl: Ein paar Tropfen Olivenöl in den Nasenlöchern können wie ein schützender Film wirken und die Schleimhaut pflegen und entzündungshemmend unterstützen.
Was Sie selbst tun können
Um die Nasenschleimhaut langfristig gesund zu halten, sind einige einfache Maßnahmen im Alltag hilfreich:
- Ausreichend trinken: Trinken Sie täglich mindestens zwei bis drei Liter Wasser, ungesüßten Tee oder Saftschorlen, um die Schleimhäute von innen feucht zu halten.
- Luftfeuchtigkeit erhöhen: Sorgen Sie für eine Luftfeuchtigkeit von etwa 60 Prozent in Ihren Wohnräumen. Dies kann durch elektronische Luftbefeuchter oder das Aufstellen von Wasserschalen auf Heizkörpern erreicht werden.
- Grünpflanzen: Zimmerpflanzen können das Raumklima verbessern und zur Befeuchtung der Luft beitragen.
Die im Ratgeber genannten Medikamente stellen lediglich eine beispielhafte Auswahl dar und sind keine Kaufempfehlung.
Stand: 25.11.2021

