Tesla setzt Bitcoin-Zahlungen wegen Umweltbedenken aus

Elon Musk, CEO von Tesla, hat angekündigt, dass das Unternehmen keine Fahrzeugkäufe mehr mit Bitcoin akzeptieren wird. Grund dafür sind die erheblichen Umweltauswirkungen, die mit dem Bitcoin-Mining und den Transaktionen verbunden sind, insbesondere die Nutzung fossiler Brennstoffe wie Kohle. Diese Entscheidung hat zu einem Kursrückgang von Bitcoin und einem leichten Abfall der Tesla-Aktien geführt.

Die Ankündigung von Tesla im März, Bitcoin als Zahlungsmittel zu akzeptieren, stieß bei Umweltschützern und Investoren auf Kritik. Bereits im Februar hatte der Elektroautohersteller den Kauf von Bitcoin im Wert von 1,5 Milliarden US-Dollar bekannt gegeben. Nun revidiert das Unternehmen seine Haltung angesichts der Sorge um den zunehmenden Verbrauch fossiler Brennstoffe für das Bitcoin-Mining.

“Wir sind besorgt über die rapide zunehmende Nutzung fossiler Brennstoffe für Bitcoin-Mining und -Transaktionen, insbesondere Kohle, die die schlimmsten Emissionen aller Brennstoffe aufweist”, erklärte Musk auf Twitter. Er betonte, dass Kryptowährungen zwar eine gute Idee seien, dies jedoch nicht zu einem hohen Preis für die Umwelt geschehen dürfe. Tesla beabsichtigt, die gehaltenen Bitcoin nicht zu verkaufen und sie als Transaktionsmittel zu nutzen, sobald das Mining auf nachhaltigere Energiequellen umgestellt wird.

Marktanalysten sehen in diesem Schritt eine Reaktion von Tesla auf die Bedenken von Investoren, die Wert auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit legen. Die Berücksichtigung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (ESG) gewinnt für viele Anleger an Bedeutung. Tesla, als Unternehmen, das sich auf saubere Energien konzentriert, möchte offenbar seine Position in Bezug auf Umweltaspekte stärken. Kritiker vermuten jedoch auch, dass Elon Musk erneut versucht, den Kryptowährungsmarkt zu beeinflussen, wie er es in der Vergangenheit bereits mehrfach getan hat.

Weiterlesen >>  Nullsteuersatz für Photovoltaikanlagen: Alles Wichtige im Überblick

Elon Musk ist gut über Technologie und Umweltthemen informiert. Seine frühere Leidenschaft für Teslas Mission, den Verkehr nachhaltig zu gestalten und den Klimawandel als existenzielle Bedrohung zu bekämpfen, steht im Kontrast zu der späten Erkenntnis über die Umweltauswirkungen von Bitcoin. Der Energieverbrauch des Bitcoin-Minings ist immens und übersteigt bereits den jährlichen Stromverbrauch ganzer Länder. Obwohl Befürworter von Bitcoin behaupten, dass erneuerbare Energien hauptsächlich genutzt werden, konzentrieren sich Miner oft auf die günstigste Energiequelle, die in vielen Regionen immer noch aus fossilen Brennstoffen stammt.

Die Entscheidung, Bitcoin als Zahlungsmittel zu akzeptieren, hatte im Februar zu einem Kursanstieg und großer Begeisterung unter den Anhängern der Kryptowährung geführt. Nun, da der Kurs fällt, äußern sich viele enttäuschte Anleger und beschuldigen Musk des Verrats. Diese Entwicklung zeigt die Volatilität und Unsicherheit des gesamten Kryptowährungsmarktes auf.

Im vergangenen Quartal verzeichnete Tesla einen Gewinn von 438 Millionen US-Dollar, was teilweise auf den Verkauf von Bitcoin und Umweltzertifikaten zurückzuführen ist. Musk war einer der prominentesten Befürworter von Kryptowährungen und äußerte sich häufig auf Twitter zu Bitcoin und Dogecoin. Seine Tweets trugen maßgeblich dazu bei, Dogecoin von einem Social-Media-Witz zu einer der größten Kryptowährungen der Welt zu machen.

Die Umweltbedenken bei Bitcoin

Bitcoin wird durch Mining-Prozesse erzeugt, bei denen leistungsstarke Computer komplexe mathematische Rätsel lösen. Dieser Prozess ist extrem energieintensiv und stützt sich häufig auf Strom aus fossilen Brennstoffen, insbesondere Kohle. Angesichts der Dominanz chinesischer Bitcoin-Miner und deren geringer Motivation, auf teurere erneuerbare Energiequellen umzusteigen, gibt es wenige schnelle Lösungen für die Emissionsproblematik von Bitcoin.

China ist für über 75 % des weltweiten Bitcoin-Minings verantwortlich. Der CO2-Fußabdruck von Bitcoin ist vergleichbar mit dem einer der zehn größten chinesischen Städte. Dies liegt daran, dass die Miner meist das ganze Jahr über Strom aus fossilen Brennstoffen nutzen und nur während der regenreichen Sommermonate auf erneuerbare Energien wie Wasserkraft umsteigen. Befürworter von Bitcoin weisen darauf hin, dass auch das traditionelle Finanzsystem mit seinen zahlreichen Angestellten und Computern in klimatisierten Büros erhebliche Mengen an Strom verbraucht, der meist aus fossilen Brennstoffen stammt.

Weiterlesen >>  ZDF Mediathek: Kryptowährung, der DAO-Hack und die Zukunft der Blockchain

Tesla’s Engagement für Nachhaltigkeit

Tesla hat sich zum Ziel gesetzt, den Übergang zu nachhaltiger Energie zu beschleunigen. Die Entscheidung, Bitcoin-Zahlungen auszusetzen, unterstreicht das Engagement des Unternehmens für Umweltverantwortung. Zukünftig plant Tesla, Transaktionen mit Kryptowährungen wieder aufzunehmen, sobald deren Energieverbrauch durch den Einsatz erneuerbarer Energien reduziert werden kann. Dies spiegelt das Bestreben wider, wirtschaftlichen Erfolg mit ökologischer Nachhaltigkeit in Einklang zu bringen.