Kochen ist Kult: Sybil Gräfin Schönfeldt – Deutschlands kulinarische Grande Dame
Sybil Gräfin Schönfeldt, eine 95-jährige Kochbuchautorin und Food-Influencerin der ersten Stunde, prägt die deutsche Kochkultur seit den 1960er Jahren. Trotz ihres hohen Alters ist sie weiterhin aktiv und teilt ihre tiefen Einblicke in die Welt des Essens und Kochens. Ihre jüngsten Publikationen und ihre Lebenserfahrungen spiegeln eine bemerkenswerte Perspektive auf die deutsche Kulinarik und ihre Entwicklung wider.
Eine Pionierin der Kochkunst
Schon in den 1980er Jahren setzte sich Gräfin Schönfeldt für vegetarische Kost ein und veröffentlichte Kochbücher, die speziell auf die Bedürfnisse von Frauen und Kindern zugeschnitten waren. Ihr neuestes Werk, “Kochbuch für die kleine alte Frau”, zeugt von ihrer anhaltenden Leidenschaft für das Kochen und ihre Fähigkeit, sich an veränderte Lebensumstände anzupassen. Sie hat auch literarische Kochbücher über Größen wie Johann Wolfgang von Goethe, Thomas Mann und ihre Freundin Astrid Lindgren verfasst.
Kriegserlebnisse und ihre Auswirkungen auf die Esskultur
Angesprochen auf den Krieg in Europa, äußert Gräfin Schönfeldt tiefe Betroffenheit und verurteilt die aktuellen Konflikte scharf. Ihre eigenen Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg, als sie als 18-Jährige im Reichsarbeitsdienst tätig war und Zwangsarbeiterinnen aus der Ukraine traf, prägen ihre Sichtweise. Sie erinnert sich an die Nachkriegszeit, in der selbst gefrorene Kartoffelschalen mit Schimmelansätzen als wertvolles Essen galten. Diese Erfahrungen haben ihr eine besondere Wertschätzung für gutes Essen und hochwertige Zutaten vermittelt, die sie nicht als Widerspruch zu modischen Ernährungstrends sieht.
Die Evolution der deutschen Küche
Die deutsche Küche, traditionell oft als fleischlastig und schwer wahrgenommen, hat sich laut Gräfin Schönfeldt in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Die Internationalisierung hat zu einer Vermischung von kulinarischen Einflüssen geführt, wobei mediterranes Gemüse, Meeresfrüchte, Reis und Pasta Einzug in den deutschen Speiseplan gehalten haben. Diese Entwicklung betrachtet sie positiv, kritisiert jedoch auch die zunehmende “Esskultur” des schnellen Konsums aus Papierverpackungen, die sie als eine Art “Nicht-Kultur” bezeichnet.
Kulinarik als Spiegelbild der Gesellschaft
Gräfin Schönfeldt betont die Bedeutung von Essen als Geschenk Gottes und hebt hervor, dass sowohl einfache Mahlzeiten als auch Festessen mit Liebe, Sorgfalt und Wissen zubereitet werden sollten. Sie erinnert sich an ihre Kindheit und die Nachkriegszeit, in der Gerichte wie Rübensuppe allgegenwärtig waren – eine Erfahrung, die sie heute meidet.
Die kulinarische Welt ist heute von zahlreichen Trends wie veganer Ernährung geprägt. Gräfin Schönfeldt verfolgt diese Trends aufmerksam und integriert sie in ihre Arbeit, beispielsweise durch ihre Sammlung von Zitaten über Essen in der Literatur für den jährlichen “Literarischen Küchenkalender”. Sie stellt fest, dass Essen in der Literatur erst im letzten Jahrhundert eine breitere Beachtung fand und oft zur Charakterisierung von Personen oder zur Untermalung von Handlungssträngen genutzt wird.
Influencerin aus Leidenschaft
Obwohl der Begriff “Influencer” heute allgegenwärtig ist, sieht sich Gräfin Schönfeldt als eine solche, da sie Menschen durch ihre Kochbücher und Rezepte inspiriert. Sie hat stets darauf geachtet, Gerichte für spezifische Lebensphasen zu kreieren, insbesondere für Frauen, Kinder und Familien. Die schönste Zeit, so erzählt sie, war die, als ihre Kinder klein waren und sie für Familie und Freunde aufwendig kochte. Die Freude und das Staunen ihrer Gäste über liebevoll gedeckte Tische erfüllten sie mit Glück.
Sybil Gräfin Schönfeldt, eine 95-jährige Kochbuchautorin und Food-Influencerin der ersten Stunde, prägt die deutsche Kochkultur seit den 1960er Jahren. Trotz ihres hohen Alters ist sie weiterhin aktiv und teilt ihre tiefen Einblicke in die Welt des Essens und Kochens. Ihre jüngsten Publikationen und ihre Lebenserfahrungen spiegeln eine bemerkenswerte Perspektive auf die deutsche Kulinarik und ihre Entwicklung wider.
Eine Pionierin der Kochkunst
Schon in den 1980er Jahren setzte sich Gräfin Schönfeldt für vegetarische Kost ein und veröffentlichte Kochbücher, die speziell auf die Bedürfnisse von Frauen und Kindern zugeschnitten waren. Ihr neuestes Werk, “Kochbuch für die kleine alte Frau”, zeugt von ihrer anhaltenden Leidenschaft für das Kochen und ihre Fähigkeit, sich an veränderte Lebensumstände anzupassen. Sie hat auch literarische Kochbücher über Größen wie Johann Wolfgang von Goethe, Thomas Mann und ihre Freundin Astrid Lindgren verfasst.
Kriegserlebnisse und ihre Auswirkungen auf die Esskultur
Angesprochen auf den Krieg in Europa, äußert Gräfin Schönfeldt tiefe Betroffenheit und verurteilt die aktuellen Konflikte scharf. Ihre eigenen Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg, als sie als 18-Jährige im Reichsarbeitsdienst tätig war und Zwangsarbeiterinnen aus der Ukraine traf, prägen ihre Sichtweise. Sie erinnert sich an die Nachkriegszeit, in der selbst gefrorene Kartoffelschalen mit Schimmelansätzen als wertvolles Essen galten. Diese Erfahrungen haben ihr eine besondere Wertschätzung für gutes Essen und hochwertige Zutaten vermittelt, die sie nicht als Widerspruch zu modischen Ernährungstrends sieht.
Die Evolution der deutschen Küche
Die deutsche Küche, traditionell oft als fleischlastig und schwer wahrgenommen, hat sich laut Gräfin Schönfeldt in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Die Internationalisierung hat zu einer Vermischung von kulinarischen Einflüssen geführt, wobei mediterranes Gemüse, Meeresfrüchte, Reis und Pasta Einzug in den deutschen Speiseplan gehalten haben. Diese Entwicklung betrachtet sie positiv, kritisiert jedoch auch die zunehmende “Esskultur” des schnellen Konsums aus Papierverpackungen, die sie als eine Art “Nicht-Kultur” bezeichnet.
Kulinarik als Spiegelbild der Gesellschaft
Gräfin Schönfeldt betont die Bedeutung von Essen als Geschenk Gottes und hebt hervor, dass sowohl einfache Mahlzeiten als auch Festessen mit Liebe, Sorgfalt und Wissen zubereitet werden sollten. Sie erinnert sich an ihre Kindheit und die Nachkriegszeit, in der Gerichte wie Rübensuppe allgegenwärtig waren – eine Erfahrung, die sie heute meidet.
Die kulinarische Welt ist heute von zahlreichen Trends wie veganer Ernährung geprägt. Gräfin Schönfeldt verfolgt diese Trends aufmerksam und integriert sie in ihre Arbeit, beispielsweise durch ihre Sammlung von Zitaten über Essen in der Literatur für den jährlichen “Literarischen Küchenkalender”. Sie stellt fest, dass Essen in der Literatur erst im letzten Jahrhundert eine breitere Beachtung fand und oft zur Charakterisierung von Personen oder zur Untermalung von Handlungssträngen genutzt wird.
Influencerin aus Leidenschaft
Obwohl der Begriff “Influencer” heute allgegenwärtig ist, sieht sich Gräfin Schönfeldt als eine solche, da sie Menschen durch ihre Kochbücher und Rezepte inspiriert. Sie hat stets darauf geachtet, Gerichte für spezifische Lebensphasen zu kreieren, insbesondere für Frauen, Kinder und Familien. Die schönste Zeit, so erzählt sie, war die, als ihre Kinder klein waren und sie für Familie und Freunde aufwendig kochte. Die Freude und das Staunen ihrer Gäste über liebevoll gedeckte Tische erfüllten sie mit Glück.
Mehr von “Meet the Germans” finden Sie auf YouTube oder unter dw.com/MeettheGermans.
Dieses Interview wurde auf Deutsch geführt.
