Die Standard Life Versicherung bewirbt ihre Lebens- und Rentenversicherungen wie FREELAX, AIRBAG, SUXXESS, SWING und GO oft mit einer scheinbar dauerhaft guten Wertentwicklung. Doch Vorsicht: Lassen Sie sich nicht von den ausgewiesenen Zahlen blenden. Viele dieser Verträge entpuppen sich als schlechte Geldanlage, da sie erhebliche Kosten verursachen, die in der prognostizierten Wertentwicklung häufig nicht vollständig berücksichtigt werden. Ein einfaches Weiterführen des Vertrags kann sich als kostspieliger Fehler erweisen. Daher sollten Kunden der Standard Life, insbesondere mit Verträgen wie FREELAX, AIRBAG, SUXXESS, SWING oder GO, ihre Police von einem unabhängigen Experten überprüfen lassen.
Die Frage, ob sich ein Vertrag wie FREELAX, AIRBAG, SUXXESS, SWING oder GO bei der Standard Life Versicherung als Kapitalanlage noch lohnt, hängt maßgeblich von zwei Faktoren ab: der Wertentwicklung der Kapitalanlagen und den vertragsspezifischen Kosten. Beide Aspekte beeinflussen die letztendliche Rendite Ihrer Lebens- oder Rentenversicherung erheblich.
1. Wertentwicklung bei Standard Life Versicherungen im Detail
Die Verträge der Standard Life, insbesondere die FREELAX-Reihe, investieren in sogenannte “With Profits”-Kapitalanlagen. Je nach Abschlussdatum können diese Policen in verschiedene Vertragsgenerationen eingeteilt werden, die als “With Profits Serien” bezeichnet werden. Die Wertentwicklung dieser Serien unterscheidet sich spürbar, wie ein Blick auf die Serien II und III bis 2021 zeigt.
1.1. Wertentwicklung der With Profits Serien (2007 – 2021)
Die unterschiedlichen Serien weisen verschiedene Entwicklungen auf:
- With Profits Serie IV (2007 – 2021)
- With Profits Serie V (2011 – 2021)
Diese Daten, oft von der Standard Life Versicherung selbst veröffentlicht, verdeutlichen die Bandbreite der möglichen Erträge.
2. Die unterschätzte Macht der Kosten
Viele Lebens- und Rentenversicherungen der Standard Life erscheinen auf den ersten Blick attraktiv. Selbst wenn die Versicherung eine positive Wertentwicklung suggeriert, kann die tatsächliche Rendite aufgrund hoher Kosten gering ausfallen oder sogar negativ sein. Die meisten Versicherungsnehmer unterschätzen die Auswirkungen dieser Kosten auf die langfristige Performance ihres Vertrages. Es ist wichtig zu verstehen, dass nur der Beitragsteil, der nach Abzug aller Gebühren übrig bleibt, tatsächlich in die With Profits Fonds investiert wird.
2.1. Hohe Kostenstruktur bei Standard Life
Ein Fallbeispiel verdeutlicht dies eindrücklich: Bei einer Kundin wurden von insgesamt eingezahlten Beiträgen in Höhe von 36.271,38 Euro lediglich 8.599,28 Euro tatsächlich angelegt. Die restlichen 27.672,10 Euro wurden für Abschluss-, Verwaltungs- und Risikokosten abgezogen. Diese Aufteilung zeigt, wie stark die Kosten die Anlagesumme reduzieren können.
2.2. Kosten schmälern den Rückkaufswert
Abschluss-, Verwaltungs- und Risikokosten werden nicht nur vom Endkapital abgezogen, sondern reduzieren auch den Rückkaufswert bei einer vorzeitigen Kündigung. Da die für Kosten vorgesehenen Beitragsanteile nicht in die With Profits Fonds fließen, tragen sie auch nicht zur Wertentwicklung bei. Dies führt zu einer doppelten negativen Auswirkung auf die Rendite Ihrer Versicherung.
3. Die tatsächliche Rendite im Vergleich
Die von der Standard Life angegebene Verzinsung bezieht sich oft nur auf die Wertentwicklung der With Profits Kapitalanlagen, ohne die Vertragskosten miteinzubeziehen. Erst wenn diese Kosten berücksichtigt werden, ergibt sich die wahre Rendite eines Vertrags wie FREELAX, AIRBAG, SUXXESS, SWING oder GO.
3.1. Negative Renditen möglich
In vielen Fällen sind die tatsächlichen Renditen deutlich niedriger als angegeben. Bei einigen Verträgen kann sogar eine negative Verzinsung resultieren, was bedeutet, dass der Rückkaufswert unter der Summe der eingezahlten Beiträge liegt. Im genannten Fallbeispiel lag der Rückkaufswert bei 14.675,65 Euro, während die eingezahlten Beiträge 36.271,38 Euro betrugen.
3.2. Irreführende Angaben zur Wertentwicklung?
Die Standard Life gibt häufig die durchschnittliche jährliche Rendite auf die investierten Beiträge an. Im Fallbeispiel betrug diese Angabe zwar rund 5,69%, doch die tatsächlichen Kosten von 27.672,10 Euro standen einer Wertentwicklung von nur 6.076,37 Euro gegenüber. Dies führte zu einem Verlust von 21.595,73 Euro für die Kundin. Ohne die genaue Kenntnis der Kostenstruktur können solche Angaben leicht zu falschen Annahmen führen und den Eindruck einer lukrativen Anlage erwecken. Über fast 60% der Einzahlungen gingen hier verloren.
3.3. Dynamische Erhöhungen – Kostenfallen?
Bei Lebens- und Rentenversicherungen mit jährlichen Dynamikerhöhungen können die Kosten besonders hoch sein. Die Standard Life berechnet für jede Dynamikerhöhung erneut Abschlusskosten. Kunden mit einer vereinbarten Dynamik sollten daher unbedingt eine unabhängige Beratung in Anspruch nehmen. Englische Lebensversicherung kann ähnliche Kostenstrukturen aufweisen, daher ist eine genaue Prüfung ratsam.
3.4. Schlechte Renditen auch bei anderen Tarifen
Die Problematik hoher Kosten und daraus resultierender schlechter Renditen beschränkt sich nicht nur auf FREELAX-Verträge. Auch Kunden mit AIRBAG-, SUXXESS-, SWING- oder GO-Produkten sollten die tatsächliche Rendite ihrer Police genau prüfen und sich nicht von den publizierten Wertentwicklungen täuschen lassen.
4. Kündigung – Eine Option mit Nachteilen
Eine einfache Kündigung eines FREELAX-Vertrags ist oft nicht die beste Lösung. Dabei wird lediglich der Rückkaufswert ausgezahlt, und die bereits angefallenen Kosten sind unwiederbringlich verloren. Es lohnt sich daher, Alternativen zur Kündigung zu prüfen.
4.1. Alternativen zur Kündigung
Neben der Kündigung gibt es weitere Optionen wie eine Beitragsfreistellung, ein Widerruf oder Widerspruch, oder auch der Verkauf des Vertrages. Eine weitere Möglichkeit ist die Fortführung des FREELAX-Vertrags, gegebenenfalls mit Anpassungen. Eine unabhängige Berechnung der verschiedenen Optionen ist entscheidend, um die finanziell sinnvollste Vorgehensweise zu ermitteln. In vielen Fällen erweist sich ein Widerruf oder Widerspruch als die vorteilhafteste Option.
4.2. Rückabwicklung – Mehr Geld zurück?
Eine Rückabwicklung eines Versicherungsvertrags ist möglich, wenn die Standard Life Versicherung beispielsweise fehlerhafte Widerspruchs- oder Widerrufsbelehrungen verwendet hat oder unvollständige Verbraucherinformationen erteilt wurden. Viele FREELAX-Verträge der Standard Life sind aufgrund solcher Fehler rückabwickelbar.
Bei einer Rückabwicklung erhalten Versicherungsnehmer nicht nur ihre eingezahlten Beiträge (inklusive aller Kosten) zurück, sondern auch die erzielten Gewinne der Versicherung. Ein Abzug für den genossenen Versicherungsschutz kann zwar erfolgen, doch in der Regel erhalten Kunden der Standard Life bei einer Rückabwicklung deutlich mehr Geld zurück als bei einer Kündigung. Es gibt jedoch Ausnahmen, bei denen eine Kündigung oder eine andere Strategie besser sein kann.
4.3. Die beste Option für Ihre Versicherung finden
Die Ermittlung der optimalen Vorgehensweise für Ihre spezifische Versicherungspolice ist komplex und erfordert Expertise. Die beste Option hängt nicht nur von der Vertragsart ab, sondern auch von Ihrer individuellen finanziellen Situation. Daher ist eine unabhängige Prüfung unerlässlich. Im Rahmen einer Erstberatung können die verschiedenen Optionen und deren finanzielle Auswirkungen detailliert analysiert werden. Bei Standard Life Kunden lohnt sich oft auch die Prüfung von Altverträgen, beispielsweise bei der Heidelberger Lebensversicherung AG.
Die Auseinandersetzung mit den neue Kryptowährung mit Potenzial 2021 kann zwar interessant sein, doch die finanzielle Absicherung durch eine gut geprüfte Lebensversicherung bleibt ein wichtiger Baustein der persönlichen Vorsorge.
