Entdeckung Deutschlands: Eine Reise durch Architektur und Städtebau

Deutschland, ein Land reich an Geschichte, Kultur und atemberaubender Architektur, lädt dazu ein, seine vielfältigen Schätze zu erkunden. Von den majestätischen Alpen bis zur pulsierenden Nordseeküste bietet jede Region einzigartige Erlebnisse. Dieser umfassende Leitfaden nimmt Sie mit auf eine Entdeckungsreise durch die schönsten Städte und faszinierendsten architektonischen Zeugnisse, die Deutschland zu bieten hat. Erfahren Sie mehr über die Entwicklung von monumentalen Bauten und die Planung griechischer Kolonien, die auch heute noch die Landschaft prägen und von einer tiefen historischen Bedeutung zeugen.

Antike Bauforschung: Ein Fundament der deutschen Archäologie

Die deutsche Archäologie hat eine starke Tradition in der Erforschung antiker Bauforschung, die sich der Verbindung von Architekturstudien und archäologischen Feldforschungen widmet. Dieses Werk widmet sich der Architektur und dem Städtebau der griechischen Städte in Sizilien und Süditalien, von ihren Anfängen im 8. Jahrhundert bis zum Ende des 5. Jahrhunderts v. Chr. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem Tempel – die am besten erhaltenen monumentalen Bauwerke – sowie die städtischen Grundrisse, unter Berücksichtigung ihrer zeitlichen Entwicklung. Die traditionellen chronologischen Phasen und Kulturregionen, die die Struktur des Buches bestimmen, ermöglichen es Fachleuten, sich leicht zurechtzufinden und Informationen zu lokalisieren.

Die Anfänge der Kolonisation und frühe Stadtplanung

Die Einleitung des Buches (Seiten 11-35) bietet einen prägnanten Überblick über die Situation in Griechenland sowie in Sizilien und Süditalien vor der griechischen Kolonisation, soweit die archäologischen Funde dies zulassen. Besonderes Augenmerk wird auf die detaillierte Erklärung der griechischen Architekturordnungen, ihrer Merkmale und Terminologie gelegt (Seiten 26-35), was als Vorbereitung für die detaillierte Betrachtung einzelner Tempel dient. Das erste Kapitel (Seiten 36-89) beleuchtet die frühen Phasen der griechischen Kolonisation im 8. und frühen 7. Jahrhundert v. Chr. und präsentiert die Funde aus Ausgrabungen wie Megara Hyblaia, Naxos und Syrakus, die Einblicke in den frühen kolonialen Städtebau gewähren.

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Die archaische Periode und monumentale Steinarchitektur

Die archaische Zeit und die Entstehung der monumentalen Steinarchitektur sind zentrale Themen, die mit besonderer Detailtiefe und persönlicher Beobachtung behandelt werden (Seiten 90-215). Die Entwicklung des Peripteraltempels und der Dorischen Ordnung stehen im Vordergrund. Monumente wie der Apollontempel in Syrakus und Tempel C in Selinunt werden eingehend analysiert. Der Artemis-Tempel in Korfu spielt in Mertens’ Rekonstruktion der Entwicklung dorischer Steintempel eine Schlüsselrolle, da er als Vorbild für die steinernen Peripteraltempel in Syrakus und Tarent angesehen wird.

Der zweite Teil dieses Kapitels widmet sich den am besten dokumentierten städtischen Anlagen aus dem 6. Jahrhundert, darunter Metapontion, Poseidonia und Lokroi. Eine herausragende Synthese bietet die Darstellung des archaischen Stadtsystems von Selinunt, basierend auf umfangreichen Feldforschungen. Der Plan der Agora und das Bild eines archaischen Grabes mit Peribolos-Mauer, wahrscheinlich das Grab des Oikisten, vermitteln ein neues Bild dieser weitläufigen archaischen Stadt, die Mertens maßgeblich miterschlossen hat.

Übergang zur Klassik: Ionische Einflüsse und der “Schwere Stil”

Ein kurzes Kapitel (Seiten 216-256) widmet sich prominenten Tempeln der späten archaischen Periode und dem Einzug der ionischen Architektur. Es bildet eine Brücke zwischen der archaischen und der frühklassischen Zeit, die in der deutschen Archäologietradition als Zeitalter des “Schweren Stils” bezeichnet wird. Bedeutende Bauwerke, insbesondere aus Selinunt wie die Tempel D und F sowie der gigantische Tempel G, werden hier behandelt.

Die Ära der Tyrannen und städtebauliche Entwicklungen

Das erste Jahrzehnt des 5. Jahrhunderts v. Chr. zeugt vom Einfluss der Tyrannen von Syrakus und Akragas auf die monumentale Architektur und den Städtebau Siziliens. Nach der Betrachtung des imposanten und rätselhaften Zeus-Tempels von Akragas sowie der Zwillings-Dorischen Tempel von Himera und Syrakus liegt der Schwerpunkt auf Tempel E in Selinunt und dem sogenannten Poseidontempel in Paestum. Eine detaillierte Analyse der Form und Proportionen des Gebälks wird vorgestellt. Im städtebaulichen Teil bieten die Darstellungen des Ekklesiasterions von Metapontion und des Bouleuterions von Paestum eine nützliche Grundlage für einen Überblick über Gebäude dieser Art.

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Blütezeit und städtische Struktur im 5. Jahrhundert v. Chr.

Im nächsten Kapitel (Seiten 340-419), das Mertens als “Alter der Reife” bezeichnet, konzentriert sich die Aufmerksamkeit auf die städtische Struktur von Städten, die nach dem Sturz der Tyrannen gegründet oder neu gegründet wurden: Naxos, Kamarina, Elea und die panhellenische Gründung von Thourioi. In der monumentalen Architektur ist dies die Zeit der am besten erhaltenen dorischen Tempel in Akragas, der sogenannten Tempel der Hera Lacinia und Concordia, deren Struktur und Proportionen detailliert dargestellt und erläutert werden.

Krise und Depression am Ende des 5. Jahrhunderts v. Chr.

Das Buch schließt mit einem kurzen Kapitel über die Zeit der “Krise und Depression” am Ende des 5. Jahrhunderts v. Chr. Hier widmet sich der größte Teil der militärischen Architektur in Selinunt und Syrakus.

Fazit: Ein Standardwerk für die Erforschung Griechenlands

Die schiere Menge an Beweisen und die umfangreiche Bibliographie, die in dieses Buch eingeflossen sind, sind beeindruckend. Allein dies rechtfertigt seinen Platz in den Regalen jedes Gelehrten der griechischen Architektur oder der Geschichte und Kultur der westlichen Griechen. Die Zeichnungen und Fotografien ergänzen den Text auf bewundernswerte Weise, auch wenn Mertens sich mehr als einmal gezwungen sah, die Nomenklatur auf Karten in der Originalsprache der Publikation beizubehalten, was zu einer sprunghaften Verwendung von Italienisch und Deutsch führt, gelegentlich ergänzt durch Karten in Französisch. Allein als Repertoire gibt es in keiner anderen Sprache etwas Vergleichbares. Eine italienische Übersetzung erschien im selben Jahr wie das Original, und eine englische Übersetzung wäre sehr willkommen.

Dieses Werk ist mehr als nur ein Repertoire; es vereint zwei Perspektiven: den Feldarchäologen Dieter Mertens, der uns durch die Überreste griechischer Städte führt und die Regelmäßigkeit ihrer Anlagen betont, und den Architekten Dieter Mertens, der die Entwicklung von Steintempeln, ihre Stile und Strukturen in diesen Regionen erläutert. Mertens’ Ansatz, der die “architektonische Verwirklichung der Gedanken und Ziele der griechischen Siedler” (Seite 7) in den Vordergrund stellt, spiegelt eine charakteristische Sichtweise wider, die von rationalen und logischen Entwicklungen ohne äußeren Einfluss ausgeht. Seine Betonung von Systematik, Ordnung und Weitsicht stellt ihn auf die Seite derer, die von frühen Kolonisationsplänen ausgehen.

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Obwohl die Betonung der griechischen Errungenschaften von einigen als “hellenozentrisch” empfunden werden könnte, präsentiert Mertens seine Beweise stets klar und umfassend, sodass die Leser eigene Schlussfolgerungen ziehen können. Dieses Buch ist zweifellos dazu bestimmt, über Jahrzehnte hinweg ein Standardwerk zu werden, insbesondere im Bereich der monumentalen Architektur. Gelehrte und Studenten können Dieter Mertens dankbar sein, diese Aufgabe übernommen und auf bemerkenswerte Weise abgeschlossen zu haben. Für alle, die sich für die Geschichte und Architektur der westgriechischen Kolonien interessieren, ist dieses Buch unerlässlich. Entdecken Sie die faszinierenden Überreste einer vergangenen Zivilisation und erfahren Sie mehr über die Entwicklung von Städten und beeindruckenden Bauwerken.