Spulwürmer bei Katzen: Ansteckungswege, Symptome und wirksame Bekämpfung

Eine Frau hält eine Katze auf dem Arm und streichelt sie.

Spulwürmer, insbesondere Toxocara cati, stellen eine häufige und potenziell gefährliche Parasiteninfektion bei Katzen dar. Das Verständnis der Übertragungswege, Symptome und präventiven Maßnahmen ist entscheidend für die Gesundheit Ihres Haustieres und kann auch die Übertragung auf den Menschen verhindern. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte des Spulwurmbefalls bei Katzen und bietet umfassende Informationen zur Vorbeugung und Behandlung.

Wege der Ansteckung mit Spulwürmern (Toxocara cati)

Katzen können sich auf verschiedene Weisen mit Spulwürmern infizieren. Eine Hauptansteckungsquelle sind infektiöse Wurmeier, die von infizierten Katzen oder deren wilden Verwandten über den Kot ausgeschieden werden. Katzenwelpen können sich zudem direkt bei der Mutter über die Milch infizieren. Eine weitere wichtige Übertragungsroute ist die Aufnahme von Larven über die Nahrung, beispielsweise durch den Verzehr von Nagetieren, Vögeln oder unzureichend erhitztem Fleisch. Obwohl sich die Spulwürmer in diesen Zwischenwirten nicht vermehren, können sie so effektiv auf die Katze übertragen werden.

Ansteckung durch infektiöse Wurmeier

Nachdem eine infizierte Katze Wurmeier ausgeschieden hat, reifen in diesen infektiöse Larvenstadien heran. Die robuste Eierschale schützt die Larven effektiv vor Umwelteinflüssen, einschließlich extremer Temperaturen, wodurch die Wurmeier über Jahre hinweg infektiös bleiben können. Wenn eine Katze diese Eier aufnimmt, schlüpfen die Larven im Darm und wandern über die Blutbahn zur Leber und Lunge. Dort entwickeln sie sich weiter, werden hochgehustet und erneut verschluckt, um sich schließlich im Dünndarm zu geschlechtsreifen Würmern zu entwickeln und neue Eier auszuscheiden.

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Ansteckung durch befallene Tiere

Die Aufnahme von infizierten Beutetieren oder unzureichend erhitztem Fleisch kann ebenfalls zur Ansteckung führen. Die Larven entwickeln sich in der Darmwand und wandern dann in den Darm, wo sie sich vermehren. Dieser Infektionsweg führt seltener zu einer Wanderung über die Lunge. Sowohl wilde Beutetiere als auch Nutztiere, deren Fleisch nicht richtig erhitzt wurde, können als Infektionsquelle dienen.

Übertragung vom Katzenspulwurm beim Säugen

Wenn eine Katzenmutter sich im fortgeschrittenen Stadium der Trächtigkeit oder zu Beginn der Säugezeit mit Spulwürmern infiziert, können sich die Parasiten in den Milchdrüsen ansammeln und über die Milch auf die Welpen übertragen werden. Eine Ansteckung der Welpen vor der Geburt ist jedoch nicht möglich.

Erscheinungsbild von Spulwürmern im Kot

Weibliche Spulwürmer von Toxocara können eine Länge von bis zu zwölf Zentimetern erreichen. Gelegentlich können sie im Kot oder Erbrochenen der Katze sichtbar sein. Häufiger erfolgt der Nachweis jedoch durch mikroskopische Untersuchung der Wurmeier im Kot durch den Tierarzt. Ein negatives Ergebnis schließt einen Befall nicht gänzlich aus, da die Würmer möglicherweise noch nicht geschlechtsreif sind oder die Ausscheidung gering ist. Die Entwicklung geschlechtsreifer Würmer dauert nach der Ansteckung etwa sieben bis acht Wochen.

Symptome und Anzeichen eines Spulwurmbefalls bei Katzen

Ein Spulwurmbefall kann sich durch verschiedene Symptome äußern, darunter Husten, Durchfall und Erbrechen. Entzündungen der Darmschleimhaut, ein aufgeblähter Bauch, struppiges und glanzloses Fell, Gewichtsverlust, Dehydrierung und Anämie sind weitere mögliche Anzeichen.

Gefährlichkeit von Spulwürmern bei Katzen

Während erwachsene Katzen oft nur milde oder keine Symptome zeigen, kann ein starker Spulwurmbefall bei Katzenwelpen schwerwiegend verlaufen, die Entwicklung verzögern und in Einzelfällen sogar tödlich sein.

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Eine Frau hält eine Katze auf dem Arm und streichelt sie.Eine Frau hält eine Katze auf dem Arm und streichelt sie.Auch Wohnungskatzen benötigen regelmäßige Entwurmung.

Effektive Behandlung und Therapie von Spulwürmern

Bei nachgewiesenem Spulwurmbefall ist eine Entwurmung mit einem geeigneten Anthelminthikum unerlässlich. Es gibt Präparate, die gegen verschiedene Wurmarten wirken, einschließlich Spul- und Bandwürmern. Die Wahl des richtigen Mittels sollte immer in Absprache mit einem Tierarzt erfolgen.

Schutz durch regelmäßige Wurmkuren

Regelmäßige Entwurmungen können das Infektionsrisiko deutlich reduzieren. Das Europäische Expertengremium für Heimtierparasiten (ESCCAP) empfiehlt für Kätzchen die erste Wurmkur im Alter von drei Wochen, gefolgt von regelmäßigen Behandlungen. Auch die säugende Mutterkatze sollte entwurmt werden. Erwachsene Katzen sollten je nach individuellem Risiko, das durch Faktoren wie Freigang und Kontakt zu Kindern beeinflusst wird, mindestens viermal jährlich oder sogar monatlich entwurmt werden. Der ESCCAP-Entwurmungstest kann helfen, das persönliche Risiko einzuschätzen. Ebenso wichtig ist der Schutz vor anderen Parasiten.

Mögliche Nebenwirkungen einer Wurmkur

Schwerwiegende Nebenwirkungen von Wurmkuren sind selten, da die Wirkstoffe gezielt auf Wurmstrukturen abzielen. Vorübergehende Magen-Darm-Beschwerden können auftreten. Die Anwendung von für Katzen zugelassenen Präparaten in der korrekten Dosierung ist entscheidend.

Regelmäßige Kotuntersuchung als Alternative?

Eine Alternative zur regelmäßigen Entwurmung ist die Kotuntersuchung, empfohlen von ESCCAP alle ein bis drei Monate. Dennoch kann eine Katze bereits wochenlang Eier ausscheiden, bevor diese bei einer Untersuchung nachgewiesen werden. Zudem ist eine einzelne negative Probe kein sicherer Indikator für einen Wurmbefall. Eine Sammelprobe über drei Tage kann verlässlichere Ergebnisse liefern. Der definitive Nachweis eines Wurmbefalls erfolgt nur durch den positiven Nachweis von Würmern oder Eiern in einer Kotprobe.

Überleben von Spulwürmern in der Wohnung

Auch Wohnungskatzen sind nicht vor Spulwürmern geschützt. Infektiöse Eier können unbemerkt in die Wohnung getragen werden, und die Aufnahme von rohem oder unzureichend erhitztem Fleisch, wie beim BARFEN, stellt ein Infektionsrisiko dar. Daher sollten auch reine Wohnungskatzen regelmäßig entwurmt werden.

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Der seltenerer Spulwurm Toxascaris leonina

Neben Toxocara cati gibt es den Spulwurm Toxascaris leonina, der auch Hunde befallen kann. Dieser Parasit ist in der Regel harmloser und verursacht nur bei starkem Befall Entzündungen im Dünndarm. Die Übertragung erfolgt ebenfalls über die Ausscheidung von Eiern mit dem Kot. Infektionen mit Toxascaris leonina sind seltener als mit Toxocara cati oder Toxocara canis beim Hund.

Ein Mensch hält eine Katze auf dem Arm, wobei die Kamera auf dem Rücken der Person ist.Ein Mensch hält eine Katze auf dem Arm, wobei die Kamera auf dem Rücken der Person ist.Auch Menschen können sich mit Spulwurmeiern infizieren.

Übertragung von Spulwürmern vom Tier auf den Menschen

Spulwurmeier können lange infektiös bleiben, selbst wenn sie mit Erde vermischt sind. Menschen, insbesondere Kinder, können sich beim Spielen im Freien oder bei Gartenarbeiten infizieren. Im menschlichen Körper können die Larven in verschiedene Organe wandern und Entzündungen auslösen, die Augen und das Gehirn betreffen können. Meist verläuft die Infektion symptomlos, schwere Fälle sind jedoch möglich.

Effektive Maßnahmen zur Bekämpfung von Spulwürmern

Die Bekämpfung von Spulwürmern ist nicht zuletzt aufgrund der Übertragbarkeit auf den Menschen von großer Bedeutung. Folgende Maßnahmen sind wirksam:

  • Regelmäßige Entwurmung der Katze.
  • Sammeln und ordnungsgemäße Entsorgung von Katzenkot.
  • Verhindern, dass Katzen Beutetiere fressen.
  • Kein Verfüttern von rohem oder unzureichend erhitztem Fleisch. Erfahren Sie mehr über die Risiken des BARFENS.