Speichelsteine: Ursachen, Symptome und wirksame Behandlungsmethoden

Speichelsteine, medizinisch als Sialolithen bezeichnet, sind kleine, meist kalkhaltige Ablagerungen, die sich in den Speichelgängen des Mundraums bilden können. Obwohl sie oft klein und unbemerkt bleiben, können größere Exemplare zu schmerzhaften Schwellungen und Entzündungen der Speicheldrüsen führen, insbesondere während der Nahrungsaufnahme. Dieser Artikel beleuchtet die Entstehung, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Speichelsteinen, um Ihnen ein umfassendes Verständnis dieses Leidens zu vermitteln.

Was sind Speichelsteine und wie entstehen sie?

Speichelsteine sind Konkremente, die sich in den Ausführungsgängen der insgesamt sechs großen Speicheldrüsen bilden: den Ohrspeicheldrüsen (Glandula parotis), den Unterkieferspeicheldrüsen (Glandula submandibularis) und den Unterzungenspeicheldrüsen (Glandula sublingualis). Am häufigsten sind die Gänge der Unterkieferspeicheldrüsen betroffen, was auf deren längere und aufwärts gerichtete Struktur sowie eine etwas zähere Speichelkonsistenz zurückzuführen ist.

Die genauen Ursachen für die Bildung von Speichelsteinen sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch angenommen, dass eine Kombination aus Mineralien im Speichel (wie Kalzium und Phosphat), Proteinen und anderen organischen Bestandteilen zur Entstehung der Steine führt. Risikofaktoren, die diesen Prozess begünstigen, sind unter anderem:

  • Mundtrockenheit (Xerostomie): Eine verminderte Speichelproduktion kann die Konzentration von Mineralien im Speichel erhöhen und die Bildung von Ablagerungen fördern. Dies kann durch vermehrtes Mundatmen (z.B. bei Erkältungen oder Allergien), unzureichende Flüssigkeitszufuhr oder als Nebenwirkung bestimmter Medikamente verursacht werden.
  • Medikamente: Viele Medikamente, darunter Diuretika (harntreibende Mittel), Antihistaminika, Schmerzmittel und Psychopharmaka, können die Speichelproduktion reduzieren.
  • Schlechte Mundhygiene: Eine mangelnde Zahnpflege kann zu Entzündungen und einer veränderten Mundflora beitragen, was potenziell die Steinbildung beeinflusst.
  • Verengungen der Speichelgänge (Stenosen): Diese können angeboren sein oder durch Entzündungen (wie Mumps) oder Verletzungen entstehen und den Speichelfluss behindern.
  • Rauchen: Tabakkonsum wird ebenfalls als ein begünstigender Faktor diskutiert.
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Symptome von Speichelsteinen und Speicheldrüsenentzündungen

Kleine Speichelsteine verursachen oft keine Beschwerden und bleiben unentdeckt. Erst wenn ein Stein den Speichelabfluss behindert, treten Symptome auf. Diese manifestieren sich typischerweise als:

  • Schmerzhafte Schwellungen der Speicheldrüsen: Die Schwellung und der Schmerz nehmen oft beim Essen zu, da die Speichelproduktion angeregt wird und sich der Speichel hinter dem Stein staut. Betroffen sind je nach Lokalisation des Steins die Wangenregion, der Bereich unter dem Kinn oder unter der Zunge.
  • Schmerzen: Die Schmerzen können von leicht bis sehr stark reichen und sind oft pulsierend.

Komplikationen: Speicheldrüsenentzündung (Sialadenitis)

Wenn Bakterien in die verstopften Gänge gelangen, kann sich eine schmerzhafte Speicheldrüsenentzündung (Sialadenitis) entwickeln. Symptome einer Sialadenitis umfassen:

  • Starke Schwellung und Rötung der betroffenen Drüse.
  • Starke Schmerzen, die auch in Ruhe anhalten können.
  • Schluckbeschwerden und Bewegungseinschränkungen des Kiefers.
  • Fieber.
  • Eiterbildung (Abszessbildung), aus dem Eiter austreten kann.

In seltenen Fällen kann eine unbehandelte Sialadenitis zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen, wenn Bakterien in die Blutbahn gelangen.

Mundgeruch und Speichelsteine

Speichelsteine selbst riechen nicht unangenehm. Ein damit verbundener Mundgeruch resultiert meist aus den Entzündungsprozessen bei einer Sialadenitis.

Diagnose und ärztliche Abklärung

Die Diagnose von Speichelsteinen erfolgt in der Regel durch eine Kombination aus Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte und Symptome) und einer körperlichen Untersuchung. Ärzte können versuchen, den Speichelfluss durch saure Reize zu stimulieren und dabei die Ausführungsgänge abzutasten.

Zur genauen Lokalisation und Beurteilung des Steins werden bildgebende Verfahren eingesetzt:

  • Ultraschall (Sonographie): Dies ist die Methode der Wahl zur Darstellung von Speichelsteinen.
  • Röntgen, Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT): Diese Verfahren kommen seltener zum Einsatz, können aber bei komplexen Fällen oder zur detaillierteren Darstellung von Strukturen hilfreich sein.
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Bei Verdacht auf Speichelsteine ist ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt) der richtige Ansprechpartner.

Behandlungsmöglichkeiten von Speichelsteinen

Die Behandlung richtet sich nach der Größe und Lage des Speichelsteins sowie dem Vorhandensein von Entzündungen.

Selbsthilfe und Hausmittel

Kleine Speichelsteine können oft durch gezielte Massagen der betroffenen Speicheldrüse und der Ausführungsgänge ausgedrückt werden. Das Anregen des Speichelflusses, beispielsweise durch saure Bonbons, das Kauen von zuckerfreiem Kaugummi oder das Trinken von ausreichend Flüssigkeit, kann den Prozess unterstützen.

Medizinische Behandlungsmethoden

  • Speichelgang-Endoskopie (Sialendoskopie): Mit einem sehr dünnen Endoskop können Ärzte den Speichelgang einsehen und kleine Steine direkt entfernen oder zerkleinern.
  • Stoßwellenlithotripsie (SWL): Ähnlich wie bei Nierensteinen können auch Speichelsteine durch gezielte Stoßwellen von außen (extrakorporale Stoßwellenlithotripsie, ESWL) oder von innen (endoskopische Stoßwellenlithotripsie) zertrümmert werden. Die Bruchstücke können dann leichter ausgeschieden werden.
  • Chirurgische Entfernung: Bei großen oder tief sitzenden Steinen kann eine operative Entfernung notwendig sein, die je nach Fall ambulant oder stationär durchgeführt wird.

Antibiotika bei Entzündungen

Begleitend zur Steinentfernung werden bei Speicheldrüsenentzündungen oft Antibiotika verschrieben, um bakterielle Infektionen zu bekämpfen und Komplikationen zu vermeiden.

Prognose und Vorbeugung

Speichelsteine sind in der Regel gutartig und lassen sich mit den modernen Behandlungsmethoden meist erfolgreich entfernen. Schwere Komplikationen sind selten, insbesondere bei frühzeitiger Diagnose und Behandlung. Speichelsteine lösen sich nicht von selbst auf, aber durch konsequente Anwendung von Hausmitteln und ggf. ärztliche Maßnahmen können sie gut beherrscht werden.

Zur Vorbeugung ist eine gute Mundhygiene, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und die Beachtung von Medikamenten, die Mundtrockenheit verursachen, wichtig. Bei wiederkehrenden Problemen oder anhaltenden Beschwerden sollte stets ein Arzt konsultiert werden.