Die gesetzliche Rente allein reicht oft nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard im Ruhestand aufrechtzuerhalten. Eine Faustregel besagt, dass etwa 80 Prozent des letzten Nettogehalts benötigt werden, um die Ausgaben ohne größere Einschränkungen zu decken. Angesichts einer alternden Gesellschaft und sinkender Geburtenraten gerät das umlagefinanzierte Rentensystem zunehmend unter Druck. Hier bietet die private Rentenversicherung eine essenzielle Ergänzung, um die Versorgungslücke zu schließen und den Ruhestand finanziell abzusichern. Sie garantiert Ihnen Sicherheit von Rentenbeginn bis ans Lebensende. Erfahren Sie mehr über Ihre Altersvorsorge.
Ihre Vorteile auf einen Blick
Eine private Rentenversicherung bietet zahlreiche Vorzüge, die sie zu einer attraktiven Säule der Altersvorsorge machen:
- Steuerliche Vorteile: Ein Großteil der Leistungen aus einer privaten Rentenversicherung ist steuerfrei. Nur ein bestimmter Anteil der Rentenzahlungen unterliegt der Besteuerung.
- Flexibilität beim Einstieg: Sie können eine private Rentenversicherung in jedem Alter abschließen. Je früher Sie beginnen, desto geringer sind die monatlichen Beiträge und desto höher die spätere Rente. Aber auch ein späterer Einstieg ist möglich, beispielsweise durch eine Sofortrente.
- Sicherheit und Verlässlichkeit: Versicherer bieten langfristig planbare Leistungen, die Ihren persönlichen Bedarf decken und lebenslang gezahlt werden.
- Hinterbliebenenschutz: Im Todesfall sind Ihre Hinterbliebenen abgesichert. Sie erhalten Leistungen gemäß den vertraglichen Vereinbarungen.
- Individuelle Beitragsgestaltung: Die Höhe der Einzahlungen können Sie flexibel an Ihre finanzielle Situation anpassen.
Ansparvarianten für jede Lebenslage
Die Wahl der richtigen Ansparvariante ist entscheidend für den Erfolg Ihrer privaten Altersvorsorge. Grundsätzlich stehen Ihnen verschiedene Produkte zur Verfügung:
- Klassische Rentenversicherung: Diese Variante eignet sich für sicherheitsbewusste Menschen. Sie erhalten eine garantierte Rente im Alter und Zinsen auf Ihre Sparanteile. Überschüsse können Ihre garantierte Rente zusätzlich erhöhen.
- Indexgebundene Rentenversicherung: Wenn Sie Ihr Geld renditestark anlegen möchten, aber gleichzeitig Wert auf Sicherheit legen, ist diese Option interessant. Sie kombiniert Renditechancen mit einem hohen Maß an Sicherheit, auch bei schwankenden Börsenkursen.
- Fondsgebundene Rentenversicherung: Diese Variante ist für risikobereite Anleger gedacht. Ihre Sparbeiträge werden in Investmentfonds angelegt, wodurch Sie von der Entwicklung der Kapitalmärkte profitieren können. Das birgt höhere Renditechancen, aber auch Risiken, da die Rentenhöhe nicht garantiert ist.
- Neue Klassik: Einige Versicherer bieten diese modernisierte Form der klassischen Rentenversicherung an, um höhere Renditechancen zu ermöglichen. Sie verzichtet auf umfassende Garantieangebote zugunsten einer breiteren Anlagestrategie, die auch Aktien oder Mischfonds einschließen kann.
Den eigenen Bedarf ermitteln
Um Ihren individuellen Vorsorgebedarf im Alter präzise zu kalkulieren, sollten Sie sich folgende Fragen stellen:
- Vermögensstand: Welche Vermögenswerte besitzen Sie bereits (Immobilien, Aktien, Gold etc.)?
- Vermögensentwicklung: Wie schätzen Sie den Wert Ihres Vermögens zum Renteneintritt ein?
- Renteneintrittsalter: Wann planen Sie, in Rente zu gehen?
- Bedarf im Alter: Welche monatlichen Ausgaben erwarten Sie im Ruhestand (Miete, Lebenshaltungskosten, Versicherungen etc.)?
Die Beantwortung dieser Fragen bildet die Grundlage für die Auswahl der passenden Vorsorgestrategie.
Häufige Fragen zur privaten Rentenversicherung
1. Wer ist versicherungspflichtig?
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind in der Regel gesetzlich rentenversichert. Ihre zukünftige Rente hängt von den Beitragsjahren, dem Lohn und den gezahlten Beiträgen ab.
2. Welche Varianten der privaten Rentenversicherung gibt es?
Die Hauptvarianten sind die klassische, die indexgebundene und die fondsgebundene Rentenversicherung sowie die „Neue Klassik“.
3. Wann ist der beste Zeitpunkt für den Abschluss?
Der Abschluss ist in jedem Alter vorteilhaft. Zwischen 30 und 39 Jahren gilt oft als optimale Phase, aber auch mit 40 oder 50 Jahren ist es noch nicht zu spät. Selbst kurz vor Renteneintritt kann durch eine Sofortrente eine zusätzliche lebenslange Rente gesichert werden.
4. Wie hoch sollte die Einzahlung sein?
Die Höhe der Beiträge hängt von Ihren individuellen Zielen, der gewählten Anlageform und der Rendite ab. Legen Sie die Höhe der freiwilligen Beiträge, die Versicherungssumme und die Laufzeit im Rahmen der tariflichen Vorgaben fest. Eine Dynamisierung kann helfen, die Kaufkraft Ihrer Rente im Laufe der Zeit zu erhalten.
5. Wird die private Rente auf die gesetzliche Rente angerechnet?
Nein, eine private Rente wird nicht auf die gesetzliche Altersrente angerechnet.
6. Gibt es Einschränkungen bei betrieblicher Altersvorsorge?
Wenn eine private Rentenversicherung über den Arbeitgeber im Rahmen einer betrieblichen Altersvorsorge vermittelt wurde und dieser als Versicherungsnehmer eingetragen ist, können Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge anfallen.
7. Wie hoch ist die Beitragsbemessungsgrenze?
Seit 2025 liegt die Beitragsbemessungsgrenze bei 8.050 Euro monatlich bzw. 96.600 Euro jährlich. Der Beitragssatz zur Rentenversicherung beträgt 18,6 Prozent.
8. Welche Faktoren beeinflussen den Versicherungsbeitrag?
Der Beitrag wird basierend auf dem Arbeitsentgelt und Arbeitseinkommen berechnet, wobei die Beitragsbemessungsgrenze das Einkommensmaximum darstellt.
9. Wie wird die private Rente besteuert?
Bei lebenslanger Rentenzahlung muss nur ein Teil der Rente versteuert werden, sofern die Rentengarantiezeit die Lebenserwartung nicht überschreitet. Bei einer einmaligen Kapitalauszahlung ist die Hälfte der Erträge steuerpflichtig, unter bestimmten Voraussetzungen (Vertragslaufzeit und Alter). Verträge vor 2005 können steuerfrei sein.
10. Gibt es eine pauschale Abgeltungssteuer?
Seit 2005 wird auf einmalige Kapitalauszahlungen ein pauschaler Abgeltungssteuersatz von 25 Prozent erhoben.
11. Kann die private Rentenversicherung steuerlich abgesetzt werden?
Ja, sowohl die gesetzliche als auch die private Rentenversicherung können als Sonderausgaben abgesetzt werden (bis zu 27.566 Euro für Alleinstehende in 2024). Bei betrieblicher Altersvorsorge reduziert sich das zu versteuernde Einkommen. Geförderte Vorsorgeformen wie die Riester- oder Rürup-Rente bieten jedoch höhere steuerliche Vorteile durch staatliche Zulagen.
12. Wo trage ich die private Rente in der Steuererklärung ein?
Die private Rentenversicherung wird in Anlage R (Rentenbezieher) eingetragen. Bei einer Pension nutzen Sie Anlage N (nichtselbstständige Arbeit).
13. Welche Regelungen gelten für Selbstständige?
Die meisten Selbstständigen sind zwar gesetzlich rentenversichert, können aber den vollen Regelbeitrag unabhängig vom Einkommen zahlen.
14. Warum ist eine private Rente unerlässlich?
Die gesetzliche Rente reicht oft nicht aus, um die steigenden Lebenshaltungskosten, Inflation und Abzüge im Alter zu decken. Daher ist eine private Rente für viele zur Sicherung des Lebensstandards unerlässlich.
15. Wie setzt sich eine private Rentenversicherung zusammen?
Je nach Ausgestaltung besteht sie aus einem Sparvertrag und einer Versicherung. Die Wahl der Variante hängt von Ihren persönlichen Präferenzen ab.
16. Was passiert im Todesfall?
Grundsätzlich wird im Todesfall die vertraglich vereinbarte Leistung an eine benannte Person ausgezahlt. Dies gilt sowohl vor als auch nach Rentenbeginn. Steht keine Person namentlich im Vertrag, fällt das Kapital in den Nachlass.
Ihr Wegweiser zur finanziellen Sicherheit
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