Die Smartfactorykl, ein Netzwerk von Experten und Unternehmen, steht an der Spitze der Transformation industrieller Fertigungsprozesse. Doch was genau verbirgt sich hinter dieser Initiative, und wie gestaltet sie die Zukunft der Produktion? Ein Blick auf ein wegweisendes Projekt in Deutschland.
Was ist SmartFactoryKL?
Die Herausforderung: Datenmanagement und Vernetzung
Eine der größten Herausforderungen für Unternehmen ist der Umgang mit einer überwältigenden Menge an Daten – von Produktionskennzahlen bis hin zu Informationen aus der Lieferkette. Die SmartFactory-Initiative erkennt diese Problematik und strebt eine Optimierung des Datenmanagements an. Teresa Petzche, Forscherin bei SmartFactory, erklärt im Gespräch mit DirectIndustry:
„Viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, riesige Datenmengen und diverse Produktionsprozesse zu verwalten. Unser Ziel ist es, die Vernetzung zwischen Fabriken zu fördern und eine nahtlose Integration entlang der Wertschöpfungs- und Lieferkette eines Unternehmens zu ermöglichen. Wir legen Wert auf den sicheren und vertrauenswürdigen Datenaustausch zwischen den Stakeholdern, was heute noch eine bedeutende Herausforderung darstellt. Um dem entgegenzuwirken, haben wir ein Konzept von Datenräumen entwickelt, das eine effiziente Kommunikation und den Austausch von Daten zwischen den Beteiligten ermöglicht.“
Diese Vision einer nahtlosen Kommunikation zwischen Fabriken schließt die Lücke zwischen der unternehmensinternen Wertschöpfungskette und der externen Lieferkette. Durch die Etablierung sicherer und vertrauenswürdiger Mechanismen für den Datenaustausch können alle Beteiligten entlang des gesamten Produktionskontinuums effektiv zusammenarbeiten.
Datenräume als Schlüssel zur Kollaboration
Ein zentraler Baustein der SmartFactory-Initiative ist Gaia-X. Diese europäische Initiative zielt darauf ab, Vertrauenswürdigkeit und sicheren Datenaustausch zu gewährleisten. Sie bietet einen Rahmen für die Schaffung von Datenräumen, in denen sensible Informationen nahtlos und sicher zwischen verschiedenen Akteuren fließen können. Ob Produktanfragen oder Produktionsdaten – Datenräume ermöglichen sichere und effiziente Interaktionen.
Ergänzende Konzepte wie Catena-X und Manufacturing-X erweitern die Möglichkeiten für die gesamte Fertigungsgemeinschaft. Sie ermöglichen durch die sogenannte “Administration Shell” einen effizienten Datenaustausch und befähigen die Stakeholder, fundierte Entscheidungen zu treffen.
Nachhaltigkeit als integraler Bestandteil
SmartFactory fokussiert sich nicht nur auf Effizienz, sondern auch auf Nachhaltigkeit und deren nahtlose Integration in Produktionsprozesse.
Wiederverkäufer und Kreislaufwirtschaft
Forscher demonstrieren, wie Produkthändler ihre Erzeugnisse wieder in den Produktionszyklus integrieren können. Teresa Petzche erläutert:
„In unserem Netzwerk bieten wir exemplarisch einen LKW an, bei dem Kunden verschiedene Komponenten wie die Kabinenfarbe auswählen können. Nun können Kunden auch wiederverwendbare Produkte mit einem geringeren ökologischen Fußabdruck wählen. Die zentrale Chance zur Materialreduktion und zur Steigerung der Nachhaltigkeit liegt in der Wiederverwendung von Produkten, wodurch die Notwendigkeit einer Neuproduktion entfällt.“
Digitale Produktpässe
Das Projekt konzentriert sich sowohl auf die Kreislaufwirtschaft als auch auf digitale Produktpässe. Der digitale Pass dokumentiert die Reise eines Produkts von seiner Entstehung bis zur Wiederverwendung.
In diesem Teil des Projekts arbeitet SmartFactory mit Greenable zusammen, einem deutschen Unternehmen, das eine Software zur Berechnung des CO2-Fußabdrucks von Produkten entwickelt hat.
Alexander David, Mitbegründer von Greenable, erklärt:
„Wir sind in das Smart Factory-Netzwerk integriert und spezialisieren uns auf die Berechnung von Produkt-Fußabdrücken mithilfe unserer proprietären Software. Konkret tragen wir zu Projekten bei, indem wir Produktdaten für den digitalen Produktpass bereitstellen. Unser Fokus liegt auf dem Automobil- und Fertigungssektor, wo wir maßgeschneiderte Lösungen entwickelt haben, um den Branchenbedürfnissen gerecht zu werden.“
Remanufacturing
Auf der Hannover Messe Press Preview trafen wir weitere Forscher, die an umweltfreundlicher Fertigung und Kreislaufwirtschaft arbeiten.
Das AgiProbot-Projekt unter der Leitung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) zielt darauf ab, die Demontage von Komponenten für das Remanufacturing zu automatisieren.
Wer profitiert?
Die produzierende Industrie ist der Hauptnutznießer der Innovationen von SmartFactory. Die Auswirkungen reichen jedoch über die Fabrikhallen hinaus. Auch die Automobil- und Energiesektoren erkennen den Wert datengesteuerter Exzellenz.
Die SmartFactoryKL wird einige ihrer Lösungen auf der Hannover Messe in Halle 8, Stand D18, präsentieren.

