Die faszinierende Welt des SLS-3D-Drucks: Von Industrie-Giganten bis zum Schreibtisch

Der Selektive Lasersinter (SLS)-3D-Druck hat sich seit Jahrzehnten als eine der führenden Technologien für professionelle Anwendungen etabliert. Ursprünglich nur großen Unternehmen und spezialisierten Dienstleistern vorbehalten, eröffnen neue, kompaktere Systeme nun auch kleineren Betrieben und Werkstätten ungeahnte Möglichkeiten. Dieser Artikel taucht tief in die Welt des SLS-Drucks ein und beleuchtet die Unterschiede zwischen traditionellen Industriemaschinen und den innovativen Schreibtisch-SLS-Druckern.

Traditionelle Industrielle SLS-3D-Drucker: Die Giganten der Fertigung

Industrielle SLS-Drucker sind bekannt für ihre Präzision und die Fähigkeit, komplexe Bauteile in hoher Qualität zu fertigen. Allerdings bringen sie auch erhebliche Anforderungen mit sich: Sie benötigen spezielle HLK-Systeme und industrielle Stromanschlüsse. Selbst die kleinsten Modelle beanspruchen oft mindestens 10 Quadratmeter Installationsfläche und die Einrichtung kann mehrere Tage dauern, inklusive Vor-Ort-Installation und Schulung. Der komplexe Arbeitsablauf und die steile Lernkurve erfordern zudem qualifizierte Techniker für Betrieb und Wartung. Mit Anschaffungskosten, die bei rund 200.000 US-Dollar beginnen und für Komplettlösungen weit darüber hinausgehen, waren diese Systeme für viele Unternehmen unerschwinglich.

Die Fuse-Serie: Revolutionäre Schreibtisch-Industrie-SLS-Drucker

Ähnlich wie bei anderen 3D-Drucktechnologien wie FDM oder SLA sind in jüngerer Zeit auch kompaktere und kostengünstigere SLS-Systeme auf den Markt gekommen. Frühe Lösungen gingen jedoch oft mit Kompromissen bei der Teilequalität und manuellen Arbeitsabläufen einher, was ihre industrielle Anwendung einschränkte.

Formlabs hat diese Lücke mit der Fuse-Serie geschlossen und eine neue Kategorie geschaffen: den ersten Schreibtisch-Industrie-SLS-Drucker. Diese Systeme bieten hohe Qualität, einen kompakten Formfaktor und einen vereinfachten, durchgängigen Workflow zu einem Bruchteil der Kosten traditioneller Industrie-SLS-Systeme. Die nächste Generation, die Fuse 1+ 30W, erweitert diese Kategorie mit einem leistungsstärkeren Laser, verbesserten Pulverhandhabungsfunktionen und neuen Materialmöglichkeiten für industrielle Qualitätsteile und hohen Durchsatz.

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Die Fuse-Serie benötigt keine spezialisierte Infrastruktur und lässt sich problemlos in jeden Arbeitsplatz integrieren. Diese Drucker verwenden einen einzigen Laser und eine kleinere Kammer, die weniger Heizleistung benötigt. Der geringere Energieverbrauch ermöglicht den Betrieb mit Standardwechselstrom, ohne spezielle Infrastruktur. Eine optionale Stickstofffunktion für die Fuse 1+ 30W schafft eine inerte Gasumgebung, die die Qualität des ungesinterten Pulvers für eine niedrigere Auffrischungsrate bewahrt. Dies minimiert Abfall und ermöglicht eine bessere Oberflächengüte der gesinterten Teile.

Was Genauigkeit und Wiederholbarkeit betrifft, kann die Fuse 1+ 30W mit jedem älteren Industriesystem mithalten. Nach umfangreichen Tests erreichen die Drucker der Fuse-Serie eine Standard-XY-Toleranz von +/- 0,5 % oder 0,3 mm, je nachdem, welcher Wert größer ist. Für die Z-Achse liegt die Gesamtgenauigkeit bei +/- 1 % oder 0,6 mm, je nachdem, welcher Wert kleiner ist. Die Wiederholbarkeit und Präzision einzelner Teile sind außergewöhnlich hoch und behalten an jedem Punkt +/- 0,5 % bei. Diese Daten sind in unserem Whitepaper zur Messung der SLS-Maßhaltigkeit und Druckwiederholbarkeit öffentlich zugänglich.

Die Drucker der Fuse-Serie verfügen über eine patentierte Lösung namens Surface Armor – eine halbsinterte Hülle, die den Bereich um die Teile während des Drucks gleichmäßig warm hält. Dies gewährleistet eine großartige Oberflächengüte, konsistente mechanische Eigenschaften, hohe Zuverlässigkeit und bessere Auffrischungsraten.

Um ein kompaktes, geschlossenes Ökosystem und eine durchgängige Pulverhandhabung zu bieten, werden die Drucker der Fuse-Serie mit Fuse Sift geliefert, das Teileextraktion, Pulverrückgewinnung, Lagerung und Mischung in einem einzigen freistehenden Gerät kombiniert. Hinzu kommt Fuse Blast, eine vollautomatische Reinigungs- und Polierlösung.

Insgesamt bietet der Schreibtisch-Industrie-SLS-Druck mit der Fuse-Serie ein etwas kleineres Bauvolumen im Vergleich zu den Einstiegsmodellen traditioneller SLS-Systeme, dafür aber einen deutlich kleineren Platzbedarf, einen vereinfachten Arbeitsablauf und geringere Kosten.

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Vergleich: Schreibtisch-Industrie-SLS vs. Traditionelle Industrie-SLS

MerkmalFuse-Serie: Schreibtisch-Industrie-SLSTraditionelle Industrie-SLS
PreisAb knapp 30.000 USD (Drucker), ab 60.000 USD (Gesamtsystem)200.000 – 500.000 USD+
Bauvolumen165 x 165 x 300 mmBis zu 550 x 550 x 750 mm
VorteileErschwinglich, Hohe Teilequalität, Hoher Durchsatz, Mehrere Materialoptionen, Vereinfachter Workflow, Kleiner Platzbedarf, Geringer WartungsaufwandGroßes Bauvolumen, Hohe Teilequalität, Hoher Durchsatz, Mehrere Materialoptionen
NachteileKleineres BauvolumenTeure Maschinen, Großer Platzbedarf, Anforderungen an die Infrastruktur, Hoher Wartungsaufwand, Benötigt dedizierten Bediener

Der Vergleich basiert auf dem Formlabs Fuse-Serien-Schreibtisch-Industrie-SLS-System und traditionellen Industrie-SLS-Systemen von EOS und 3D Systems.

Fazit: SLS-Druck für jedermann

Die Entwicklung kompakter und erschwinglicher SLS-Drucker wie der Fuse-Serie hat die einst exklusive Technologie des selektiven Lasersinterns für eine breitere Masse zugänglich gemacht. Ob für Prototyping, Kleinserienfertigung oder spezialisierte Anwendungen – die Fuse-Serie bietet eine leistungsstarke und kosteneffiziente Lösung, die die Lücke zwischen Hobby-Druckern und teuren Industriemaschinen schließt. Entdecken Sie die Möglichkeiten des SLS-Drucks und bringen Sie Ihre Ideen mit präzisen, langlebigen und hochwertigen Bauteilen auf das nächste Level.