Der britische Pay-TV-Sender Sky hat einen neuen, millionenschweren Deal zur Übertragung der englischen Premier League abgeschlossen. Ab der Saison 2025/26 wird Sky für fünf Jahre insgesamt 215 Spiele pro Saison zeigen. Dies ist Teil eines umfassenden Rechtepakets, das Sky und TNT Sports sich für rund 6,7 Milliarden Pfund gesichert haben. Diese Summe markiert die lukrativste heimische TV-Rechtevereinbarung in der Geschichte der Liga und läuft bis 2029.
Umfassende Veränderungen bei der Fußballübertragung
Der neue Vertrag zwischen der Premier League und den Sendern Sky und TNT Sports bringt signifikante Veränderungen mit sich, wie der Fußball in Großbritannien konsumiert wird. Zukünftig werden alle Spiele, die nicht am traditionellen Samstag um 15:00 Uhr stattfinden, live übertragen. Diese Anstoßzeit, die bisher durch eine Übertragungssperre geschützt war, verliert dadurch an Bedeutung.
Sky wird zum dominierenden Sender
Sky Sports, das bereits seit der Gründung der Premier League im Jahr 1992 eine zentrale Rolle spielt, wird mit dem neuen Rechtepaket seine Vormachtstellung weiter ausbauen. Der Sender erwirbt vier der fünf verfügbaren Pakete und sichert sich damit die Übertragungsrechte für mehr als 80% aller Live-Spiele. Dazu gehören die begehrten Anstoßzeiten am Sonntagnachmittag (“Super Sunday”), diverse Spiele am Samstagabend sowie alle Partien unter der Woche und am letzten Spieltag jeder Saison.
TNT Sports (ein Joint Venture von BT und Warner Bros. Discovery) behält sein bestehendes Paket mit 52 Spielen am Samstagnachmittag (12:30 Uhr). Amazon, das bisher zwei englische Wochen und die Spiele um die Weihnachtszeit übertragen hat, ist hingegen nicht mehr Teil des Deals. Auch Digital-Sender wie DAZN oder Apple konnten sich keine Rechte sichern, was die Konzentration auf etablierte Broadcaster unterstreicht.
Das Ende der 3-Uhr-Samstagsspiele?
Die neue Rechtevergabe hat direkte Auswirkungen auf die traditionellen Samstagsspiele um 15:00 Uhr. Diese sind zunehmend von der Übertragung ausgeschlossen, da fast alle anderen Spiele live gezeigt werden. Nur noch wenige ausgewählte Partien werden in diesem Zeitfenster zu sehen sein, meist solche, die nicht von europäischen Wettbewerben oder anderen Anstoßzeiten beeinflusst werden.
Vereine wie Manchester United, Chelsea, Tottenham, Arsenal und Liverpool haben bereits in der laufenden Saison nur wenige Spiele zur traditionellen Samstagszeit um 15 Uhr absolviert. Mit der neuen Vereinbarung, die eine erhebliche Zunahme der Live-Übertragungen vorsieht, wird die Bedeutung der 15-Uhr-Spiele weiter schwinden. Dies könnte auch Auswirkungen auf die Anwesenheitspflichten von Dauerkarteninhabern haben, da Spiele häufiger verschoben werden könnten.
Sky setzt auf Streaming und Konsolidierung
Sky festigt seine Position im hart umkämpften Markt für Sportrechte. Der Sender investiert weiterhin stark in Live-Sport, darunter auch ein kürzlich abgeschlossener Fünfjahresvertrag über rund 1 Milliarde Pfund für die Übertragung von 1.000 Spielen pro Saison der English Football League (EFL). Gleichzeitig treibt Sky den Übergang von Satellitenfernsehen hin zu IP-basierten Streaming-Diensten voran. Ein Großteil der Neukunden entscheidet sich bereits für Sky Glass oder Sky Stream.
Die neue Rechtevereinbarung ermöglicht es Sky, mehrere Spiele gleichzeitig über seine Streaming-Plattform anzubieten, was den Kunden mehr Flexibilität und Auswahl bietet. Dies spiegelt die veränderten Sehgewohnheiten wider, bei denen Online-Streaming immer wichtiger wird.
Eine gesättigte Marktlandschaft
Mit der neuen Vereinbarung könnten in der kommenden Saison bis zu 1.300 Spiele von englischen Profi-Mannschaften übertragen werden, wobei ein Großteil auf Sky und TNT Sports laufen wird. Die Frage bleibt, wie sich diese Sättigung auf die Zuschauerzahlen und die Zufriedenheit der Fans auswirkt. Ob diese massive Ausweitung des Angebots zu einer höheren Kundenbindung führt oder ob die Fans von der schieren Menge an Spielen überfordert werden, bleibt abzuwarten. Die Bedeutung der Premier League für Sky und umgekehrt, sowie die finanzielle Verflechtung mit der EFL, machen diesen Deal zu einem kritischen Faktor für die Zukunft des englischen Fußballs. Die Ernennung eines erfahrenen Medienmanagers zum Vorsitzenden der neuen unabhängigen Fußballaufsichtsbehörde deutet darauf hin, dass die Aufrechterhaltung dieses empfindlichen Gleichgewichts eine zentrale Aufgabe sein wird.

