Die Sibirische Waldkatze, oft einfach als “Sibirier” bezeichnet, ist eine Rasse von beeindruckender Schönheit und Ursprünglichkeit, die die Herzen vieler Katzenliebhaber erobert hat. Mit ihrem luxuriösen Fell, ihrer stattlichen Erscheinung und ihrem freundlichen Wesen verkörpert sie den Charme einer Wildkatze im Kleinformat und ist gleichzeitig ein anhänglicher Gefährte. Diese Naturrasse, die ursprünglich aus den rauen Regionen Russlands stammt, ist perfekt an extreme Wetterbedingungen angepasst und fasziniert durch ihre Robustheit und Eleganz. Ihr Charakter ist ebenso fesselnd wie ihr Äußeres: intelligent, verspielt und doch eng an ihre Menschen gebunden.
In diesem umfassenden Artikel tauchen wir tief in die Welt der Sibirischen Waldkatze ein. Wir beleuchten ihre einzigartigen Merkmale, von ihrem atemberaubenden Aussehen über ihre Pflegebedürfnisse bis hin zu ihrem unverwechselbaren Charakter. Erfahren Sie alles über die Geschichte dieser edlen Tiere, wie sie zu einem der beliebtesten Haustiere avancierten und worauf Sie achten sollten, wenn Sie sich entscheiden, einen dieser faszinierenden Vierbeiner bei sich aufzunehmen. Machen Sie sich bereit, die Geheimnisse der Sibirischen Waldkatze zu entdecken und zu verstehen, warum sie so viel mehr ist als nur eine weitere Katzenrasse.
Aussehen der Sibirischen Waldkatze: Wildheit trifft Eleganz
Die Sibirische Waldkatze verkörpert mit ihrem Erscheinungsbild eine harmonische Mischung aus Kraft und Anmut, die an ihre wilden Vorfahren erinnert. Ihr Körperbau ist robust und muskulös, was sie zu einem hervorragenden Jäger und Kletterer macht. Der Kopf ist eher rundlich mit einer gerundeten Stirn, die dem Gesicht einen weichen Ausdruck verleiht. Charakteristisch sind die großen, ausdrucksstarken Augen, die in den meisten Fällen eine einheitliche Farbe aufweisen und von gelb über gold bis hin zu grün schattiert sein können. Bei Tieren mit einem hohen Weißanteil oder Bicolor-Färbung sind auch blaue Augen oder sogar ungleiche Augen (“odd eyed”) zulässig, was ihrem Aussehen eine besondere Note verleiht. Die mittelgroßen, breiten Ohren sind gut behaart und tragen oft Pinsel an den Spitzen, die ihren wilden Charme unterstreichen.
Größe und Statur eines sanften Riesen
Sibirische Waldkatzen gehören zu den größeren Katzenrassen und können eine beeindruckende Länge von bis zu 120 Zentimetern erreichen, wobei die Schulterhöhe zwischen 30 und 35 Zentimetern liegt. Diese stattlichen Katzen sind muskulös gebaut und bringen mit bis zu neun Kilogramm ein beachtliches Gewicht auf die Waage. Weibliche Sibirische Waldkatzen sind in der Regel etwas zierlicher und wiegen zwischen vier und sechs Kilogramm. Eine Besonderheit dieser Rasse ist ihr spätes Wachstum: Sibirier sind erst mit etwa drei Jahren vollständig ausgewachsen, was ihnen ausreichend Zeit gibt, ihre beeindruckende Statur zu entwickeln. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass sie bereits mit rund einem halben Jahr geschlechtsreif werden können.
Das üppige Fell der Sibirischen Waldkatze: Eine Meisterleistung der Natur
Das Fell ist zweifellos eines der markantesten Merkmale der Sibirischen Waldkatze. Es ist ein Naturwunder, das perfekt an die extremen klimatischen Bedingungen ihrer sibirischen Heimat angepasst ist, mit bitterkalten Wintern und heißen Sommern. Das doppellagige Fell besteht aus einem langen, robusten Deckhaar und einer besonders dichten, feinen Unterwolle, die nicht nur hervorragend wärmt, sondern auch wasserabweisend ist. Ein besonders auffälliges Detail ist der üppige Kragen um Hals und Brust, der im Winter seine volle Pracht entfaltet und der Katze ein majestätisches Aussehen verleiht.
Im Sommer hingegen passt sich die Sibirische Waldkatze den wärmeren Temperaturen an, indem sie einen Großteil ihres Unterfells verliert. Das Sommerfell ist dadurch deutlich kürzer und leichter, was für die Katze angenehmer ist. Nichtsdestotrotz bleiben der füllige Schwanz buschig und die Fellbüschel zwischen den Zehen erhalten, um auch in den wärmeren Monaten ihren Charme und ihre Funktionalität zu bewahren. Haarbüschel auf den Ohren sind ebenfalls ein gern gesehenes Merkmal.
Farbvielfalt und besondere Fellzeichnungen
Die Sibirische Waldkatze bietet eine enorme Vielfalt an Fellfarben und Mustern. Fast alle Farben und Muster sowie jeder Weißanteil sind erlaubt, was jede Katze zu einem einzigartigen Kunstwerk der Natur macht. Die Augenfarbe sollte stets harmonisch zur Fellfarbe passen, wobei Schattierungen von Gelb/Gold bis Grün am häufigsten sind. Bei Katzen mit weißem Fell oder Bicolor-Mustern können die Augen auch blau sein oder sogar ungleichfarbig erscheinen (“odd eyed”), was einen faszinierenden Kontrast bildet.
Es gibt jedoch sogenannte “Sonderfellfarben” wie Cinnamon, Fawn, Chocolate und Lilac, die von den meisten Zuchtorganisationen nicht anerkannt werden. Diese Begriffe bezeichnen rötliche und bräunliche Fellfarben sowie deren abgeschwächte Varianten. Lediglich die Dachorganisation TICA erlaubt bei der Sibirischen Waldkatze “alle traditionellen Farben”, was diese speziellen Farbgebungen einschließt. Die Mehrheit der Vereine legt jedoch Wert auf die ursprünglichen Farbvarianten der Rasse.
Unterschiede zu verwandten Rassen: Neva Masquerade und Norwegische Waldkatze
Die Sibirische Waldkatze wird aufgrund ihres Aussehens oft mit anderen halblangen Katzenrassen verwechselt oder verglichen. Besonders die Ähnlichkeit zur Maine Coon und Norwegischen Waldkatze ist auffällig. Sie ist jedoch in der Regel kleiner als die Maine Coon und hat längere Beine als die Waldkatzen aus Norwegen. Ein weiterer entscheidender Unterschied liegt in der Kopfform: Sibirier haben tendenziell einen runderen Kopf, während Norweger eher eine dreieckige Kopfform aufweisen.
Aus der Sibirischen Waldkatze hat sich zudem eine eigenständige Rasse entwickelt: die Neva Masquerade. Diese Variante zeichnet sich durch die Point-Farbzeichnung aus, bei der die kühleren Körperteile (Gesicht, Ohren, Pfoten, Schwanz) dunkler gefärbt sind. Abgesehen von dieser speziellen Farbgebung und den oft blauen Augen (die bei der Point-Variante erlaubt sind), ist der Rassestandard der Neva Masquerade identisch mit dem der Sibirischen Katze.
Sibirische Waldkatze mit üppigem Winterfell
Charakter und Haltung: Was braucht eine Sibirische Waldkatze?
Die Sibirische Waldkatze besticht nicht nur durch ihr ursprüngliches Aussehen, sondern auch durch ihren unkomplizierten und faszinierenden Charakter. Sie gilt als sehr instinktstark, intelligent und abenteuerlustig, was sich in ihrer großen Bewegungsfreude und ihrem Jagdtrieb widerspiegelt. Sibirische Waldkatzen sind ausgezeichnete Jäger, die es lieben zu springen und zu klettern. Ihre Neugier kennt kaum Grenzen, und sie wissen genau, was sie wollen.
Viele Besitzer berichten, dass Sibirier schon in jungen Jahren lernen, Türklinken zu bedienen oder andere clevere Wege finden, um an ihr Ziel zu gelangen. Trotz ihres ausgeprägten Eigenwillens schließen sich Sibirische Waldkatzen ihren Menschen voll und ganz an und bauen eine tiefe Bindung auf. Liebhaber dieser Rasse schwärmen oft von “Gesprächen” mit ihren Fellnasen, da Sibirier gerne kommunizieren und ihre Stimmungen durch Laute ausdrücken. Eine konsequente, aber liebevolle Erziehung ist jedoch wichtig, damit die kleine “Wildkatze” nicht die Führung im Haushalt übernimmt. Insgesamt sind Sibirische Waldkatzen aufrichtig, unverzüchtet und robust – sowohl in ihrem Aussehen als auch in ihrem Wesen.
Ist die Sibirische Waldkatze eine Hauskatze?
Im umgangssprachlichen Sinne, der Katzen in reiner Wohnungshaltung als “Hauskatzen” bezeichnet, ist die Sibirische Waldkatze nicht die optimale Wahl. Ihre ausgeprägte Bewegungsfreude und ihr Drang, die Umgebung zu erkunden, machen sie zu einem Tier, das viel Platz und Anreize benötigt. Eine reine Wohnungshaltung ist nur unter bestimmten Bedingungen empfehlenswert: Die Wohnung sollte groß sein und viele Klettermöglichkeiten bieten. Ein gesicherter Balkon oder ein katzensicherer Garten sind ideal, da Sibirische Waldkatzen wahre Naturburschen sind.
Sie nutzen Bäume gerne als Kletter- und Kratzgelegenheiten, streifen mit Vorliebe durchs Unterholz und jagen Mäuse und Vögel. Dabei sind sie alles andere als zimperlich und bestehen bei Wind und Wetter auf ihren Freigang. Ihre Liebe zum Wasser ist bemerkenswert; ein Regenschauer oder Schneesturm hält sie nicht von ihren Abenteuern ab. Es ist wichtig zu beachten, dass eine Sibirische Waldkatze immer einen Stammbaum hat. Sind die vorigen Generationen unbekannt, handelt es sich meist um einen Mischling.
Kann man eine Sibirische Waldkatze alleine halten?
Die Frage, ob eine Sibirische Waldkatze alleine gehalten werden kann, hängt stark von den Umständen ab. Insbesondere bei reiner Wohnungshaltung ist es ratsam, der Sibirischen Waldkatze mindestens einen Artgenossen zur Seite zu stellen. Diese intelligenten und sozialen Tiere profitieren stark von der Gesellschaft einer anderen Katze, um zu spielen, sich zu putzen und soziale Interaktionen zu pflegen. Dies beugt Langeweile und Verhaltensproblemen vor.
Genießt die Sibirische Waldkatze hingegen regelmäßigen Freigang und kann ihren Jagd- und Erkundungsdrang draußen ausleben, ist eine Haltung als Einzelprinz oder -prinzessin unter Umständen ebenfalls möglich. Hierbei ist jedoch zu bedenken, dass der Mensch dann noch mehr in die Rolle des Spiel- und Kuschelpartners schlüpfen muss, um die sozialen Bedürfnisse der Katze zu erfüllen.
Fellpflege der Sibirischen Waldkatze: Schönheit und Gesundheit
Das lange, üppige Fell der Sibirischen Waldkatze ist zwar wunderschön, erfordert aber auch eine regelmäßige Pflege, insbesondere aufgrund der dichten Unterwolle, die leicht verkleben und verknoten kann. Dies gilt besonders im Winter, wenn das Fell seine volle Pracht entfaltet, und während des Fellwechsels, der zweimal im Jahr stattfindet. In diesen Phasen benötigen die Tiere ein wenig Unterstützung bei ihrer Fellpflege.
Wurde die Katze frühzeitig an den Kamm und eine Katzenbürste gewöhnt, ist die regelmäßige Pflege in der Regel kein Problem. Bürsten Sie das Fell alle paar Tage gründlich durch, um abgestorbene Haare zu entfernen und kleine Verfilzungen zu lösen. Dies beugt nicht nur Knoten vor, sondern reduziert auch die Menge an Haaren, die die Katze beim Putzen verschluckt. Wenn die wärmere Jahreszeit naht, verliert die Sibirische Waldkatze einen Großteil ihres Unterfells. Die Gabe von Maltpaste und das Anbieten von Katzengras können den natürlichen Ausscheidungsprozess verschluckter Haare erleichtern und somit der Bildung von Haarballen vorbeugen. Während der Sommermonate, wenn das Fell kürzer und dünner ist, pflegt die Sibirische Waldkatze ihr Fell in der Regel selbstständig.
Haarverlust und Eignung für Allergiker
Sibirische Waldkatzen haaren vor allem während des zweimal im Jahr stattfindenden Fellwechsels stark. Besonders der Übergang vom dichten Winterfell zum leichteren Sommerfell ist mit einem erheblichen Haarverlust verbunden. Regelmäßiges Bürsten kann verhindern, dass sich zu viele Haare in der Wohnung verteilen.
Ein interessanter Aspekt der Sibirischen Waldkatze ist ihre potenzielle Eignung für Tierhaarallergiker. Tatsächlich haben viele Sibirer eine geringere Menge des allergieauslösenden Proteins Fel d 1 im Speichel als andere Katzenrassen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass alle Sibirischen Waldkatzen hypoallergen sind oder dass jeder Allergiker sie verträgt. Die individuelle Reaktion kann stark variieren. Interessierte sollten daher unbedingt mit ihrem Arzt und einem potenziellen Züchter sprechen und im Idealfall Zeit mit den Elterntieren verbringen, um eine mögliche Reaktion zu testen.
Detailaufnahme einer Sibirischen Waldkatze
Gesundheit und Lebenserwartung der Sibirischen Waldkatze
Die Sibirische Waldkatze gilt als eine sehr ursprüngliche und robuste Katzenrasse. Da die systematische Zucht dieser Tiere noch relativ jung ist, sind kaum rassetypische Erbkrankheiten bekannt, was sie zu einer gesunden und widerstandsfähigen Rasse macht. Dennoch können durch die Einkreuzung fremder Rassen oder durch Linienzucht in Einzelfällen erbliche Krankheiten auftreten.
Eine durchdachte und professionelle Zucht, die Inzucht vermeidet und großen Wert auf ein gesundes Zuchtziel legt, ist das beste Mittel, um die Sibirische Waldkatze auch in Zukunft vor Erbkrankheiten zu bewahren. Verantwortungsbewusste Züchter lassen ihre Katzen vor dem Zuchteinsatz umfassend auf Herz- und Nierenerkrankungen testen, wie beispielsweise auf Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM). Auch wenn Sibirier allgemein als robust gelten, können sie natürlich von den häufigsten Erkrankungen betroffen sein, die in der gesamten Katzenpopulation vorkommen.
Wie alt wird eine Sibirische Waldkatze?
Mit einer guten Haltung und etwas Glück können Sibirische Waldkatzen ein hohes Alter erreichen. Durchschnittlich werden diese Katzen etwa 15 Jahre alt. Es sind jedoch auch Tiere bekannt, die bei optimaler Pflege und einem glücklichen Leben 20 Jahre und älter wurden, was ihre Robustheit und Langlebigkeit unterstreicht.
Die richtige Ernährung für Sibirische Waldkatzen
Eine artgerechte Ernährung ist neben der regelmäßigen Fellpflege das A und O, damit Ihre Sibirische Waldkatze ein langes, gesundes und aktives Leben genießen kann. Als reine Fleischfresser benötigen Sibirier Futter mit einem hohen Anteil an gesundem Protein. Kohlenhydrate können sie nur zu einem geringen Anteil verwerten, und ein Überschuss kann zu Verdauungsproblemen oder Übergewicht führen.
Achten Sie bei der Auswahl des Futters auf hochwertige Inhaltsstoffe und einen hohen Fleischanteil. Nassfutter mit wenig Getreide und Zucker ist in der Regel zu bevorzugen, da es auch den Flüssigkeitsbedarf der Katze besser deckt. Trockenfutter sollte nur als Ergänzung oder Leckerli angeboten werden und nicht als Hauptnahrung dienen. Eine ausgewogene Ernährung, die den spezifischen Bedürfnissen dieser großen und aktiven Rasse gerecht wird, trägt maßgeblich zu ihrer Vitalität und ihrem Wohlbefinden bei. Bei der Wahl des Futters für Haustiere kann auch die ökologische Bilanz von Haustieren eine Rolle spielen, um eine nachhaltigere Option zu finden.
Sibirische Waldkatze auf dem Baumstamm
Geschichte der Sibirischen Waldkatze: Von Russlands Wildnis in unsere Wohnzimmer
Die Geschichte der Sibirischen Waldkatze ist eng mit ihrem Ursprungsland Russland verbunden. Lange Zeit war der Name “Sibirskaja Koschka” (“Sibirische Katze”) in ihrer Heimat ein Sammelbegriff für muskulöse Hauskatzen mit üppigem, plüschigem Fell, die in allen Gegenden Russlands und Sibiriens vorkamen. Erst seit den 1980er Jahren wird die Sibirische Waldkatze systematisch gezüchtet, was sie im Vergleich zu anderen Rassen zu einer relativ jungen Züchtung macht.
Der genaue Ursprung der Sibirischen Waldkatze ist Gegenstand von Debatten. Früher wurde angenommen, dass kaukasische Wildkatzen enge Verwandte der Sibirischen Waldkatzen sind, da sie sich in Körperbau und Fellbeschaffenheit deutlich von der Afrikanischen Falbkatze unterscheiden, die als Stammmutter aller Hauskatzen gilt. Neueste Forschungen, beispielsweise von einem Forscherteam der Universität Oxford, widersprechen dieser Theorie jedoch und legen nahe, dass alle auf den fünf Kontinenten vorkommenden Hauskatzen tatsächlich von der Falbkatze abstammen.
Eine Seltenheit in Europa und die Wiederentdeckung
In Europa waren langhaarige Katzen bis ins 19. Jahrhundert eine Seltenheit. Daher fielen den Händlern und Reisenden die langhaarigen Tiere Russlands schon früh ins Auge. Bereits 1864 wurde die Sibirische Waldkatze in einer Ausgabe von “Brehms Tierleben” beschrieben. Langhaarige Katzen aus Russland waren auch Bestandteil der ersten Katzenausstellung im Londoner Crystal Palace im Jahr 1871. Danach geriet die Rasse jedoch erst einmal in Vergessenheit. Die Rassekatzenzucht steckte zu dieser Zeit noch in den Anfängen, und langhaarige Tiere wurden oft untereinander gekreuzt, um langhaarigen Nachwuchs zu erzeugen. Die Sibirische Waldkatze ging hier im Genpool von Perserkatzen und anderen beliebten Rassen unter. Die politische Situation in Sowjetrussland trug zusätzlich dazu bei, dass Russland vorerst aus der Geschichte der internationalen Katzenzucht verschwand.
Offizielle Anerkennung und Namensänderung
In den 1980er Jahren tauchten langhaarige Hauskatzen aus Russland in der DDR als “Trassenkatzen” wieder auf. Hier wurde 1985 eine Experimentalzucht begründet, und ab 1987 wurde die damals noch “Sibirische Waldkatze” genannte Rasse offiziell als Katzenrasse anerkannt. Der erste Wurf der neuen Rasse erblickte am 12. Mai 1988 in der DDR das Licht der Welt. Etwa zur gleichen Zeit begann auch in Russland die systematische Zucht der “Sibirskaja Koschka”, wobei jeder Katzenzuchtverein zunächst einen anderen Rassestandard unterstützte, was zu einer uneinheitlichen Erscheinung führte. Ab 1990 wurden die ersten Exemplare von Russland aus in die USA exportiert.
Der Name der Rasse wurde 1991 von “Sibirische Waldkatze” in “Sibirische Katze” geändert, um sie besser von der “Norwegischen Waldkatze” unterscheiden zu können. 1992 wurde die Rasse offiziell von der World Cat Federation (WCF) anerkannt, gefolgt von der Fédération Internationale Féline (FIFe) im Jahr 1998. Im Englischen wird die Katzenrasse als “Siberian Forest Cat”, “Siberian” oder “Siberian Cat” bezeichnet. Heute wird die Sibirische Waldkatze weltweit gezüchtet, wobei dem heutigen Rassestandard entsprechende Tiere kaum noch wildlebend in Sibirien anzutreffen sind.
Eine Sibirische Waldkatze kaufen: Darauf sollten Sie achten
Wenn Sie sich in die charmante Sibirische Waldkatze verliebt haben und erwägen, einen dieser faszinierenden Vierbeiner bei sich aufzunehmen, ist es von größter Bedeutung, einen verantwortungsvollen Züchter zu wählen. Kaufen Sie Ihre Katze ausschließlich bei einem im Verein züchtenden Züchter, der Wert auf das Wohlergehen der Tiere legt. Lockangebote in Kleinanzeigen, die “Rassetiere zum kleinen Preis” versprechen, sind oft mit Risiken verbunden. In den meisten Fällen steht hier nicht das Wohl der Tiere im Vordergrund, sondern der Profit. Züchter, die sparen wollen, tun dies oft bei Futter, Haltung, tierärztlicher Vorsorge und der durchdachten Verpaarung ihrer Tiere, was zu kranken oder schlecht sozialisierten Katzen führen kann.
Wer züchtet Sibirische Waldkatzen?
Verantwortungsvolle Züchter sind in einem Verein registriert und geben ihre Tiere ausschließlich mit Stammbaum ab. Zuchtvereine sind nicht nur für die Ausstellung von Papieren zuständig; sie überwachen auch den Zuchtstandard und die Abgabe der Tiere. Kitten müssen mindestens zwölf Wochen lang bei ihrer Mutter und den Geschwistern bleiben, bevor sie in ihr neues Zuhause umziehen dürfen. In dieser wichtigen Prägungsphase lernen die Kitten alles, was sie für ein langes, gesundes und gut sozialisiertes Katzenleben benötigen. Ein seriöser Züchter begleitet seine Tiere rund um die Uhr, versorgt sie mit allem Notwendigen und steht den Käufern seiner Kitten auch nach der Vermittlung mit Rat und Tat zur Seite.
Wie viel kostet eine Sibirische Waldkatze?
Der Preis für eine Sibirische Waldkatze aus einer registrierten Zucht kann pro Tier zwischen 700 und 1.600 Euro liegen. Wenn Sie Ihre Fellnase nicht alleine halten möchten, kommen natürlich entsprechende Kosten auf Sie zu. Dafür erhalten Sie im Idealfall aber ein gut sozialisiertes, gesundes Tier, das Ihnen viele schöne Jahre bereiten wird.
Als Alternative zum Kauf bei einem Züchter bietet sich der Besuch im Tierheim an. Hier warten viele Katzen auf ein gutes Zuhause, und manchmal finden sich darunter auch langhaarige Rassetiere oder Mischlinge, die ein liebevolles Heim suchen. Wenn Sie überzeugt sind, den Ansprüchen der sympathischen Halblanghaarkatze gerecht werden zu können, wünschen wir Ihnen viel Freude mit Ihrer Sibirischen Waldkatze.
Fazit und Steckbrief zur Sibirischen Waldkatze
Die Sibirische Waldkatze ist eine faszinierende Rasse, die durch ihre beeindruckende Erscheinung und ihr liebevolles, intelligentes Wesen besticht. Als ursprüngliche Naturrasse ist sie robust, anpassungsfähig und ein wunderbarer Begleiter für aktive Familien oder Einzelpersonen, die ihr ausreichend Platz und Aufmerksamkeit bieten können. Ihre Pflege ist überschaubar, ihre Gesundheit meist ausgezeichnet, und ihr Charakter macht sie zu einem treuen Familienmitglied. Wer sich für eine Sibirische Waldkatze entscheidet, holt sich einen sanften Riesen mit Wildkatzencharme ins Haus, der viele Jahre Freude bereiten wird.
Steckbrief zur Sibirischen Waldkatze
| Besonderheiten: | Ob kalte Winter oder heiße Sommer: Mit ihrem anpassungsfähigen Fell ist die Sibirische Waldkatze für jede Jahreszeit bestens gerüstet. |
|---|---|
| Charakter: | Bewegungsfreudig, abenteuerlustig, intelligent, anhänglich, kommunikativ. |
| Größe: | Länge: bis zu 120 cm, Schulterhöhe: 30-35 cm. |
| Gewicht: | Kater: 5-9 kg, Katzen: 4-6 kg. |
| Augenfarbe: | Gelb, goldfarben, grün; bei weißen Katzen auch blau oder ungleiche Augen erlaubt. |
| Farben: | Fast alle Farben und Muster sowie jeder Weißanteil erlaubt (außer Cinnamon, Fawn, Chocolate und Lilac bei den meisten Zuchtorganisationen). Bei der TICA sind auch diese Fellfarben erlaubt. |
| Fell: | Doppellagiges Fell: Langes Deckhaar mit feiner, dichter Unterwolle. |
| Fellpflege: | Vor allem im Winterhalbjahr und beim Fellwechsel zweimal wöchentlich gründliches Bürsten empfehlenswert. |
| Lebenserwartung: | Durchschnittlich 15 Jahre, bei guter Haltung auch 20 Jahre und älter. |
| Typische Krankheiten: | Kaum rassetypische Erbkrankheiten bekannt; Augenmerk auf Herzerkrankungen (HCM) und Zahnfleischerkrankungen bei professioneller Zucht. |
| Preis: | 700 bis 1.600 Euro pro Tier aus registrierter Zucht. |
| Herkunft: | Russland. |
