Katzenfutter-Test: Öko-Test empfiehlt viele Nassfutter – Worauf Sie achten sollten

Katzen sind die unangefochtenen Lieblinge vieler deutscher Haushalte. Ihre Besitzer:innen verwöhnen sie gerne, und das schließt auch die Wahl des richtigen Futters ein. Doch stellt sich oft die Frage: Muss hochwertiges Katzenfutter teuer sein? Eine aktuelle Untersuchung von Öko-Test hat verschiedene Nassfuttersorten unter die Lupe genommen und liefert wertvolle Einblicke. Dieser Artikel beleuchtet die Ergebnisse und gibt Ratschläge, worauf Sie beim Kauf von Katzenfutter achten sollten.

Die Bedeutung von Alleinfuttermitteln

Für eine gesunde Ernährung von Katzen ist es essenziell, dass ihr Futter alle notwendigen Nährstoffe in der richtigen Balance enthält. Dazu gehören Vitamine, Proteine, Mineralstoffe sowie die lebenswichtigen Aminosäuren Taurin und Arginin. Nassfutter, das als “Alleinfutter” gekennzeichnet ist, sollte theoretisch den gesamten Nährstoffbedarf einer Katze decken können, ohne dass zusätzliche Supplemente notwendig sind. Öko-Test hat genau solche Produkte im Labor untersuchen lassen.

Öko-Test: Was macht ein gutes Katzenfutter aus?

Die jüngste Untersuchung von Öko-Test, die für die Ausgabe 03/2023 durchgeführt wurde, analysierte 21 verschiedene Nassfuttersorten. Erfreulicherweise konnten die Verbraucherschützer:innen eine Vielzahl der getesteten Produkte empfehlen. Insbesondere bei den Gehalten an Aminosäuren und Proteinen zeigten sich die Tester:innen zufrieden – alle getesteten Bio- und konventionellen Feuchtfutter erfüllten hier die Anforderungen.

Ein weiterer positiver Aspekt war, dass den getesteten Nassfuttern kein zusätzlicher Zucker zugesetzt wurde. Da Katzenfutter oft Leber enthält, wurde auch auf potenziell giftige Schwermetalle wie Blei und Cadmium untersucht, die sich in Leber anreichern können. Die gute Nachricht: Schwermetalle wurden nur in Spuren nachgewiesen. Auch die von den Expert:innen als “unproblematisch” eingestuften Zusatzstoffe wie Verdickungsmittel und Farbstoffe, die für Verbraucher:innen nicht immer ersichtlich sind, wurden positiv bewertet.

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Die Testsieger im Katzenfutter-Check

Insgesamt sechs Produkte erhielten die Bestnote “sehr gut”. Darunter befanden sich drei Bio-Futter und drei konventionelle Marken. Zu den Top-Produkten zählen unter anderem:

  • Zoo Royal Bio Pastete reich an Rind mit Leber“ (Bio)
  • Felix So gut wie es aussieht mit Huhn in Gelee“
  • Whiskas mit Lamm in Gelee 1+“

Auch Eigenmarken von Drogeriemärkten wie dm (“Dein Bestes Bio, reich an Rind mit Kalb, Erbsen & Rapsöl”) und Rossmann (“Winston Bio Huhn mit Erbsen und Sesamöl”) schnitten mit einer “guten” Gesamtnote ab, erhielten jedoch aufgrund leicht erhöhter Phosphorgehalte Abzüge.

Das Problem mit zu viel Phosphor

Ein häufiger Kritikpunkt im Test war ein zu hoher Phosphorgehalt in einigen Katzenfuttern. Neben den genannten Eigenmarken wiesen auch bekannte Marken wie Sheba („Sauce Lover mit Huhn“) und Kitekat (24 Vorratspack Markt-Mix in saftigem Gelee, mit Lamm) erhöhte Werte auf, erzielten aber dennoch ein “gut”. Auch Produkte von Aldi Süd (“Cachet Classic Saftige Ragout mit Pute & Pilzen”) und Rewe (“Ja! Herzhafte Stückchen in Gelee mit Lachs & Gemüse”) enthielten zu viel Phosphor.

Öko-Test warnt, dass ein dauerhaft zu hoher Phosphorkonsum das Risiko für Nierenschäden erhöhen kann. Zwar ist unklar, ob der Phosphor in wasserlöslicher oder unlöslicher Form vorliegt, was die Bewertung erschwert, dennoch wird empfohlen, Produkte mit überhöhten Werten zu meiden. Vereinzelt wurden auch zu hohe Gehalte an Kalzium, Kupfer, Natrium oder Selen bemängelt, die zwar keine akuten Gesundheitsrisiken darstellen, aber vorsorglich vermieden werden sollten.

Vitamin A: Weniger ist manchmal mehr

Auch der Gehalt an Vitamin A wurde kritisch betrachtet. Eine dauerhaft zu hohe Aufnahme von Vitamin A kann zu gesundheitlichen Problemen bei Katzen führen, wie beispielsweise einer Versteifung der Wirbelsäule. Obwohl die getesteten Produkte die Richtwerte des Europäischen Verbandes der Heimtierfutterhersteller (FEDIAF) nicht überschritten, bewerteten die Gutachter:innen von Öko-Test zwei Produkte aufgrund eines zu hohen Vitamin-A-Gehalts strenger. Das “Premiere Meat Menu Adult Rind mit Huhn & Kalb”-Futter von Fressnapf erhielt deshalb nur ein “befriedigend”.

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Bio-Futter: Ein Unterschied für die Katze?

Aus rein ernährungsphysiologischer Sicht scheint es für die Katze keinen großen Unterschied zu machen, ob das Futter aus Bio-Tierhaltung stammt oder konventionell produziert wurde. Beide Kategorien schnitten im Test insgesamt gut ab. Für die Umwelt und die Tiere, deren Nebenprodukte zur Futterherstellung verwendet werden, kann Bio jedoch von Vorteil sein. Bio-Landwirtschaft verzichtet auf chemisch-synthetische Pestizide und setzt auf höhere Tierhaltungsstandards. Da für Tierfutter in der Regel Schlachtnebenprodukte verwendet werden und keine Tiere extra dafür geschlachtet werden, ist der ökologische Fußabdruck im Vergleich zu anderen tierischen Produkten geringer. Dennoch ist eine Überfütterung der Katze zu vermeiden, um Übergewicht und damit verbundenen gesundheitlichen Risiken vorzubeugen.

Mehr Informationen zu nachhaltigen Fütterungsoptionen für Ihre Katze finden Sie hier.

Fazit: Whiskas ist okay, Bio ist besser

Die Ergebnisse von Öko-Test zeigen, dass Marken wie Whiskas eine akzeptable Wahl darstellen können. Wer jedoch Wert auf eine besonders nachhaltige und potenziell hochwertigere Ernährung für seine Katze legt, ist mit einem Bio-Futter gut beraten. Auch bei alternativen Fütterungsmethoden wie dem Barfen sollte auf die Herkunft und Qualität der Produkte geachtet werden. Letztendlich zählt die richtige Balance aus Nährstoffen, Qualität und Nachhaltigkeit, um Ihrer Katze ein langes und gesundes Leben zu ermöglichen.