Der Schweizer Arbeitsmarkt zeigte sich im Jahr 2025 von einer verhaltenen Konjunkturentwicklung geprägt. Dies spiegelte sich insbesondere in einem schrittweisen Anstieg der Arbeitslosenquote wider, die von 2,6 Prozent Anfang des Jahres auf 3,0 Prozent im Dezember anstieg. Parallel dazu wurden, vor allem in der MEM- und Uhrenindustrie, weiterhin vermehrt Anträge auf Kurzarbeitsentschädigung verzeichnet. Bis Dezember waren rund 33.600 Arbeitnehmende für Kurzarbeit angemeldet, was einer Zunahme von 5.600 Personen im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Es wird geschätzt, dass mehr als die Hälfte dieser Angemeldeten tatsächlich Kurzarbeit in Anspruch nehmen wird.
Trotz dieser Entwicklungen lag die durchschnittliche Arbeitslosenquote für das Gesamtjahr 2025 mit 2,8 Prozent auf dem langjährigen Durchschnittsniveau. Die Konjunkturprognosen deuten darauf hin, dass sich der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Jahr 2026 verlangsamen und allmählich auslaufen wird. Für das kommende Jahr wird eine durchschnittliche Arbeitslosenquote von 3,1 Prozent prognostiziert, was leicht über dem langjährigen Durchschnitt und dem sogenannten «konjunkturneutralen» Niveau liegt.
Ende des Betriebsunterbruchs der Informatiksysteme der Arbeitslosenversicherung
Zum Jahreswechsel 2025/2026 hat das SECO erfolgreich den letzten und umfassendsten Einführungsschritt für das neue System ASAL 2.0 zur Abwicklung und Auszahlung von Leistungen der Arbeitslosenversicherung (ALV) abgeschlossen. Die Einführung der Leistungsart «Arbeitslosenentschädigung» erforderte eine zweimonatige Unterbrechung aller IT-Systeme der ALV vom 19. Dezember 2025 bis zum 6. Januar 2026. Diese Unterbrechung, die im letzten Quartal 2025 angekündigt wurde, konnte planmässig beendet werden. Stellensuchende, Arbeitgeber, private Arbeitsvermittler sowie die Durchführungsstellen der Arbeitslosenversicherung können die verschiedenen Systeme nun wieder uneingeschränkt nutzen. Einzelne eServices auf Jobroom werden für Neuregistrierungen im Laufe der kommenden Woche verfügbar sein.
Arbeitslosenversicherung mit Ausgabenüberschuss
Für das Rechnungsjahr 2025 wird gemäss aktuellen Schätzungen ein Ausgabenüberschuss des Ausgleichsfonds der Arbeitslosenversicherung von 0,32 Milliarden Franken erwartet. Die Gesamteinnahmen werden voraussichtlich 8,39 Milliarden Franken betragen, während die Gesamtausgaben bei 8,71 Milliarden Franken liegen dürften. Im Vergleich dazu schloss das Vorjahr 2024 mit einem Einnahmenüberschuss von 1,43 Milliarden Franken ab.
Die Haupteinnahmequelle bilden die Beiträge von Versicherten und Arbeitgebern, die sich auf 8,19 Milliarden Franken belaufen (2024: 8,07 Mrd.). Die Beiträge der öffentlichen Hand werden voraussichtlich 0,20 Milliarden Franken ausmachen (2024: 0,79 Mrd.). Eine signifikante Kürzung der Bundesbeiträge an die ALV um insgesamt 1,25 Milliarden Franken für die Jahre 2025 bis 2029, bedingt durch das Bundesgesetz über Massnahmen zur finanziellen und administrativen Entlastung, hat dazu geführt, dass für das Jahr 2025 keine Bundesleistungen an die ALV erfolgten.
Auf der Ausgabenseite dominieren die Arbeitslosenentschädigungen mit voraussichtlich 6,58 Milliarden Franken (2024: 5,53 Mrd.), gefolgt von den Kurzarbeitsentschädigungen mit 0,37 Milliarden Franken (2024: 0,22 Mrd.). Hinzu kommen Kosten für arbeitsmarktliche Massnahmen und Verwaltungskosten.
Arbeitslosigkeit: Kennzahlen für Dezember 2025
Die Zahl der registrierten Arbeitslosen stieg im Dezember 2025 gegenüber dem Vormonat um 8.415 Personen auf 147.275, was einem Anstieg von 6,1 Prozent entspricht. Im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnete die Arbeitslosigkeit einen Zuwachs von 16.982 Personen (+13,0%). Die Arbeitslosenquote erhöhte sich im Dezember 2025 um 0,2 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent.
Die saisonbereinigte Zahl der Arbeitslosen verzeichnete im Dezember 2025 einen leichten Anstieg von 348 Personen (+0,2%) gegenüber dem Vormonat auf 140.061. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 3,0 Prozent.
Jugendarbeitslosigkeit: Die Zahl der jugendlichen Arbeitslosen (15- bis 24-Jährige) nahm von November auf Dezember 2025 um 247 Personen (+1,8%) auf 13.644 zu. Im Jahresvergleich entspricht dies einer Zunahme von 1.481 Personen (+12,2%). Die Jugendarbeitslosenquote lag im Dezember 2025 bei 3,1 Prozent.
Ältere Arbeitslose: Die Zahl der älteren Arbeitslosen (50- bis 64-Jährige) lag im Dezember 2025 mit 40.656 um 2.422 Personen (+6,3%) über dem Vormonatswert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg diese Zahl um 4.790 Personen (+13,4%). Die Arbeitslosenquote der Älteren betrug im Dezember 2025 2,8 Prozent, ein Anstieg von 0,2 Prozentpunkten gegenüber dem Vormonat.
Stellensuchende: Insgesamt waren im Dezember 2025 231.624 Stellensuchende registriert, 5.740 Personen mehr als im Vormonat (+2,5%). Gegenüber dem Vorjahresmonat stieg diese Zahl um 22.600 Personen (+10,8%). Die Stellensuchendenquote erhöhte sich im Dezember 2025 um 0,1 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent. Die saisonbereinigte Zahl der Stellensuchenden verringerte sich im Dezember 2025 um 481 Personen (-0,2%) auf 221.947. Die saisonbereinigte Stellensuchendenquote verharrte bei 4,7 Prozent.
Aussteuerungen: Ende Dezember 2025 hatten 3.256 Personen ihr Recht auf Arbeitslosenentschädigung im Oktober 2025 ausgeschöpft. Dies sind 773 Personen mehr (+31,1%) als im September 2025. Aufgrund der Auszahlungspraxis werden diese Zahlen erst mit einer Verzögerung von zwei Monaten veröffentlicht und können sich nachträglich noch verändern.
Offene Stellen: Im Dezember 2025 waren 35.940 offene Stellen bei den RAV gemeldet, 3.270 mehr als im Vormonat (+10,0%). Davon unterliegen 20.941 Stellen (58,3%) der Meldepflicht. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wurden insgesamt 5.518 offene Stellen mehr gezählt (+18,1%). Saisonbereinigt ergab sich für Dezember 2025 gegenüber dem Vormonat eine Zunahme von 6.488 offenen Stellen (+17,3%) auf 44.012.
Kurzarbeit: Ende Dezember 2025 waren im September 2025 10.785 Personen von Kurzarbeit betroffen, 2.193 mehr (+25,5%) als im August 2025, nach einem Erfassungszeitraum von drei Monaten. Die Anzahl der betroffenen Betriebsabteilungen erhöhte sich gegenüber August 2025 um 172 (+32,1%) auf 707. Diese Daten werden aufgrund der Abrechnungs- und Auszahlungspraxis erst mit einer Verzögerung von drei Monaten veröffentlicht und können sich nachträglich noch verändern.
Der Schweizer Arbeitsmarkt im Jahr 2025 war von moderaten Schwankungen geprägt, wobei die Arbeitslosenquote leicht anstieg. Die Einführung des neuen Systems ASAL 2.0 stellt eine wichtige administrative Neuerung dar. Trotz eines Ausgabenüberschusses im Ausgleichsfonds der Arbeitslosenversicherung deuten die Prognosen auf eine Stabilisierung im kommenden Jahr hin.
Für Arbeitssuchende und Arbeitgeber ist es entscheidend, die aktuellen Entwicklungen und verfügbaren Unterstützungsmassnahmen im Auge zu behalten. Informieren Sie sich regelmässig über offene Stellen und Weiterbildungsmöglichkeiten, um den Herausforderungen des Arbeitsmarktes erfolgreich zu begegnen.
