Die größten Transferflops der Schweizer Super League

Oscar Kabwit (FC Luzern)

Die Schweizer Super League ist bekannt für ihre spannenden Spiele und aufstrebenden Talente. Doch nicht jeder Transfer entpuppt sich als Volltreffer. In dieser Saison gab es einige Neuzugänge, die den Erwartungen bisher nicht gerecht werden konnten. Von namhaften Spielern bis hin zu vielversprechenden Talenten – diese Akteure konnten bisher keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.

FC Winterthur: Francis Momoh – Ein Hoffnungsträger ohne Scorerpunkte

Das begrenzte Budget des FC Winterthur zwingt den Verein oft zu kreativen Lösungen auf dem Transfermarkt. Während einige Leihen wie die von Andrin Hunziker Früchte trugen, blieben Brian Beyer und Francis Momoh hinter den Erwartungen zurück. Besonders Momoh, der bereits Super-League-Erfahrung mitbrachte, enttäuscht mit null Scorerpunkten in der Hinrunde. Die ablösefreie Verpflichtung aus der Ukraine konnte bisher keinen Mehrwert für das Team generieren. Es bleibt zu hoffen, dass der 24-Jährige in der Rückrunde sein Potenzial abrufen kann.

Grasshopper Club Zürich: Allan Arigoni – Eine Rückkehr ohne Glanz

Die Rückkehr von Allan Arigoni zum Grasshopper Club Zürich wurde im Sommer als Coup gefeiert. Doch der 27-jährige Verteidiger konnte die in ihn gesteckten Erwartungen bisher nicht erfüllen. Nur in einem einzigen Spiel stand er über die volle Distanz auf dem Feld, und gegen Ende der Hinrunde fand er sich nicht einmal mehr im Spieltagskader wieder. Die Zusammenarbeit mit Trainer Gerald Scheiblehner scheint unter keinem guten Stern zu stehen, und der Transfer entwickelt sich zunehmend zu einem Missverständnis.

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Servette FC: Giotto Morandi – Ein Talent auf der Suche nach seiner Form

Giotto Morandi, einst ein Leistungsträger bei den Grasshoppers, wechselte ablösefrei zu Servette FC. In Genf wartet der offensive Mittelfeldspieler jedoch noch auf seinen ersten Scorerpunkt in dieser Saison. Trotz 13 Einsätzen und flexiblen Einsätzen auf verschiedenen Positionen – zentral, links und rechts – konnte Morandi dem Spiel der Genfer noch keinen entscheidenden Einfluss verleihen. Es ist zu hoffen, dass er bald den Durchbruch schafft.

FC Lausanne-Sport: Muhanad Al-Saad – Verletzungspech bremst Entwicklung

Muhanad Al-Saad ist das erste Ergebnis der Kooperation zwischen dem FC Lausanne-Sport und dem saudischen Verein NEOM SC. Der einmalige saudische Nationalspieler hat bisher wenig Spielzeit erhalten, auch bedingt durch wiederkehrende Verletzungen. Aktuell kämpft der 22-Jährige mit einem Mittelfussbruch. Seine wenigen Einsätze wurden durch den Ehrentreffer bei der 1:3-Niederlage gegen GC gekrönt, doch insgesamt hatten sich beide Vereine wohl mehr von diesem Leihgeschäft erhofft.

FC Luzern: Oscar Kabwit – Stürmerproblem bleibt ungelöst

Der FC Luzern kämpft mit einer schwachen Offensive, was das Stürmer-Ranking der Hinrunde deutlich zeigte. Die unregelmässigen Leistungen von Adrian Grbic und Lars Villiger sowie die Verletzungsanfälligkeit von Julian von Moos hätten durch Oscar Kabwit kompensiert werden sollen. Doch die Scorerwerte des Kongolesen sprechen eine andere Sprache: Nur ein Tor im Cup gegen den FC Bosna Neuchâtel stehen zu Buche. Die Erwartungen an einen 20-Jährigen, der direkt aus dem Kongo nach Luzern wechselt, sollten realistisch bleiben, doch das Sturmproblem des FCL konnte mit ihm bisher nicht gelöst werden.

Oscar Kabwit (FC Luzern)Oscar Kabwit (FC Luzern)

FC Zürich: Lisandru Tramoni – Ein Missverständnis zeichnet sich ab

Der ablösefreie Transfer von Lisandru Tramoni war keine Glanzleistung von Milos Malenovic. Nach vereinzelten Einsätzen zu Saisonbeginn, einschliesslich eines Startelfeinsatzes gegen Winterthur, sind die Dienste des 22-Jährigen seit dem zehnten Spieltag nicht mehr gefragt. Tramoni fand sich zunächst auf der Bank, dann auf der Tribüne wieder. Der FC Zürich setzt auf andere Spieler, weshalb ein schnelles Ende der Ära Tramoni beim FCZ wahrscheinlich ist. Eine gemeinsame Zukunft scheint unwahrscheinlich.

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FC Sion: Lamine Diack – Leihspieler ohne Impact

Leihspieler sollen in der Regel eine Mannschaft verstärken, doch im Falle von Lamine Diack gelang dies dem FC Sion nicht. Der Senegalese, der von Nantes kam, findet in der Super League kaum Einsatzzeit, da Trainer Didier Tholot anderen Spielern im Mittelfeld den Vorzug gibt. Trotz dieser fehlgeschlagenen Leihe gebührt dem FC Sion Lob für seine übrigen Transfers im Sommer. Neuzugänge wie Rilind Nivokazi, Anthony Racioppi und Kreshnik Hajrizi haben sich schnell als Leistungsträger etabliert.

BSC Young Boys: Sergio Cordova – Offensivkraft bleibt hinter den Erwartungen

Obwohl die Offensive nicht das Hauptproblem der Berner Young Boys darstellt, stammt ihr schwächster Transfer aus eben dieser Abteilung. Sergio Cordova sollte eine schlagkräftige Alternative zu Chris Bedia im Angriff bilden, bleibt aber hinter den Ansprüchen zurück. Von einem Spieler mit 98 Bundesligaspielen hätte man mehr als nur ein gutes Spiel gegen den FC Thun erwartet. Abgesehen von diesem Ausreisser mit drei Scorerpunkten, stehen für Cordova in der Hinrunde nur ein Tor und ein Assist zu Buche. Die offensive Leistung der Young Boys ist somit primär Bedia und Christian Fassnacht zu verdanken.

FC Basel: Jeremy Agbonifo – Überflüssiger Flügelspieler?

Beim FC Basel gibt es Argumente sowohl für Moritz Broschinski als auch für Jeremy Agbonifo. Der deutsche Stürmer kommt regelmässig zum Einsatz und erzielte zuletzt sein erstes Ligator. Jeremy Agbonifo, der schwedische Flügelspieler, wirkt jedoch in der Kaderstruktur des FCB eher überflüssig. Mit Ibrahim Salah, Marin Soticek und Junior Zé verfügt der FCB bereits über drei Flügelspieler hinter den Stammkräften Philip Otele und Benie Traoré. Ein sechster Flügelspieler wäre nicht notwendig gewesen, auch wenn Agbonifo interessante Anlagen mitbringt. Seine Stärke im Dribbling konnte er bisher nur selten unter Beweis stellen. Fünf Teileinsätze in der Liga stehen zu Buche, immerhin steuerte er im Cup gegen Etoile-Carouge ein wichtiges Tor bei, das die Verlängerung sicherte.

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Jeremy Agbonifo / Albian Ajeti (FC Basel)Jeremy Agbonifo / Albian Ajeti (FC Basel)

FC Lugano: Alexandre Parsemain – Leihe als Ausweg?

Dass bereits nach sechs Monaten eine neue Leihstation gesucht wird, spricht nicht für einen gelungenen Transfer. Alexandre Parsemain wechselte im Sommer von Dijon zum FC Lugano, kam aber kaum zu Spielpraxis. Oftmals wurde der Mittelstürmer nur in den Schlussminuten eingewechselt, ohne einen Torerfolg zu erzielen. Sein aktuelles Niveau reicht offenbar nicht für die Super League. Daher wird er bis Saisonende an den französischen Drittligisten SM Caen ausgeliehen.

FC St.Gallen: Shkelqim Vladi – Im Schatten des Erfolgs

Shkelqim Vladi ist in gewisser Weise ein Opfer des Erfolgs von Alessandro Vogt. Nach dem Abgang von Willem Geubbels suchte der FC St.Gallen nach Ersatz und verpflichtete Aliou Baldé und Vladi. Während Baldé einschlug und starke Leistungen zeigt, bleibt Vladi hinter den Erwartungen zurück. Die Leihgabe aus Lugano erzielte in der Hinrunde lediglich ein Tor im Spiel gegen GC. Eine feste Verpflichtung von Vladi am Saisonende zeichnet sich derzeit nicht ab.

FC Thun: Noah Rupp – Ergänzungsspieler statt Leistungsträger

Der FC Thun hat im letzten Sommer nur wenige Transfers getätigt, und schlechte davon sind kaum vorhanden. Eine Ausnahme bildet möglicherweise Noah Rupp, von dem sich der Aufsteiger mehr erhofft hatte. Rupp wurde auf Leihbasis vom Karlsruher SC geholt, doch auch beim FC Thun kommt das Eigengewächs des FC Luzern nicht richtig in Fahrt. Er steht meist hinter dem gut funktionierenden Kollektiv und kommt nur auf wenige Einsatzminuten. Statt als Leistungsträger zu agieren, ist der Leihspieler lediglich eine Ergänzung im Kader der Überraschungsmannschaft.

Diese Analyse zeigt, dass nicht jeder Neuzugang die gewünschten Impulse setzen kann. Es bleibt spannend zu beobachten, ob die Vereine aus diesen Erfahrungen lernen und im nächsten Transferfenster erfolgreicher agieren werden.