Die westfälische Region ist weltweit bekannt für ihr Pumpernickel, ein einzigartiges Schwarzbrot mit einer besonderen Süße und dichten Konsistenz, das traditionell aus Roggenschrot hergestellt wird. Während Pumpernickel seinen festen Platz in der kulinarischen Landschaft hat und oft bei der traditionellen westfälischen Kaffeetafel mit luftgetrocknetem Schinken serviert wird, bevorzuge ich persönlich eine etwas “körnigere” Variante des Schwarzbrots. Seit vielen Jahren backe ich dieses herzhafte und gesunde Brot bereits im Slowcooker, ein Rezept, das auch in meinem Buch “Langsam kocht (überall) besser” zu finden ist. Die Zubereitung im Schongarer ähnelt eher einem Dämpfvorgang als einem klassischen Backen, und die lange Garzeit von acht bis neun Stunden ist angesichts des geringen Stromverbrauchs kaum spürbar.
Da der Slowcooker jedoch nur Platz für eine kleine Kastenform (20 cm) bietet, suchte ich nach einer Alternative für den Backofen, als ich eine größere Menge Schwarzbrot benötigte. Fündig wurde ich bei einem Rezept von “Brotgenuss”, das ich leicht für eine größere Kastenform (25-30 cm) abwandelte. Das Ergebnis hat mich vollends überzeugt: Obwohl es auf den ersten Blick wie ein Ziegelstein aussehen mag, ist dieses Brot unglaublich saftig, hat genau die richtige, dezente Süße und bleibt dank seiner Beschaffenheit lange frisch. Es lässt sich zudem hervorragend in dünnen Scheiben einfrieren, was es zu einem praktischen Begleiter für den Alltag macht.
Wer es lieber heller mag, dem seien meine westfälischen Stuten empfohlen, wahlweise mit oder ohne Rosinen bei der westfälischen Kaffeetafel. Auch der watteweiche Streuselzopf, eine weitere Spezialität heimischer Bäcker, ist eine köstliche Option.
Zutaten für herzhaftes Schwarzbrot
- 500 ml lauwarme Buttermilch
- 20 g Frischhefe
- 250 g Weizenvollkornmehl
- 250 g Weizenvollkornschrot
- 200 g Roggenvollkornschrot
- 50 g geschrotete Leinsamen
- 100 g Sonnenblumenkerne
- 100 g Grafschafter Goldsaft (Rübensirup)
- 10 g Salz
Zubereitung des westfälischen Schwarzbrots
Zuerst wird die Hefe in der lauwarmen Buttermilch aufgelöst und beiseitegestellt. In einer großen Schüssel werden die restlichen Zutaten – Weizen- und Roggenschrot, Leinsamen, Sonnenblumenkerne und Salz – vermischt. Anschließend wird die Hefemilch und der Grafschafter Goldsaft hinzugefügt. Alles wird mit einem Holzlöffel zu einem eher flüssigen Teig verrührt.
Der Teig wird abgedeckt und darf für eine Stunde bei Zimmertemperatur gehen.
Währenddessen wird eine Kastenform (ca. 25-30 cm) leicht mit Öl eingefettet. Nach der Gehzeit wird der Teig in die vorbereitete Form gegeben. Durch Klopfen der Form auf die Arbeitsfläche werden eventuelle Luftblasen entfernt. Der Teig darf nun in der Form erneut abgedeckt für eine weitere Stunde gehen.
Der Backofen wird auf 150 Grad Ober-/Unterhitze vorgeheizt. Das Brot wird vor dem Backen vorsichtig mit Wasser bestrichen. Es wird für 2 Stunden auf der zweiten Schiene von unten gebacken. Danach wird Alufolie locker über die Form gedeckt und das Brot weitere 30 Minuten fertig gebacken.
Das fertige Schwarzbrot sollte vollständig unter der Folie auskühlen. Zum Schneiden ist es ideal, wenn man mindestens bis zum nächsten Tag wartet. Die Scheiben sollten sehr dünn geschnitten werden.
Dieses herzhafte Schwarzbrot eignet sich auch hervorragend zum Einfrieren in Scheiben, so dass Sie immer frisches Brot zur Hand haben. Es ist eine wunderbare Ergänzung zu herzhaften Belägen und passt perfekt zur westfälischen Brotzeit. Wenn Sie Interesse an weiteren traditionellen Rezepten haben, könnte Sie auch das Körnerbrot backen interessieren, eine weitere herzhafte Option.
Hinweise zur Lagerung und Weiterverarbeitung
Das gebackene Schwarzbrot lässt sich sehr gut in Scheiben einfrieren. Dies ermöglicht eine einfache Entnahme und verhindert, dass das Brot vorzeitig verbraucht wird oder austrocknet. Für eine authentische Erfahrung können Sie es auch mit traditionellen westfälischen Spezialitäten wie luftgetrocknetem Schinken oder Griebenschmalz genießen. Wer die Kunst des Brotbackens vertiefen möchte, findet weitere Inspirationen zum Brot backen ohne Strom oder Tipps zum Thema Brot mit Hefe backen.
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