Die Haltung von Schnecken als Haustiere gewinnt zunehmend an Beliebtheit, und das aus gutem Grund. Diese faszinierenden Weichtiere sind bemerkenswert pflegeleicht, benötigen keinen Auslauf im klassischen Sinne und bieten gleichzeitig eine faszinierende Beobachtungsmöglichkeit. Ein gut eingerichtetes Schneckenterrarium kann nicht nur im heimischen Wohnzimmer, sondern auch im schulischen Umfeld eine wertvolle Bereicherung darstellen und Einblicke in die Natur ermöglichen. Schnecken als Haustiere zu halten, bedeutet, sich auf eine ruhige und entspannende Art der Tierhaltung einzulassen.
Die richtige Unterkunft: Das Schneckenterrarium
Für die Haltung von Schnecken ist ein geeignetes Terrarium unerlässlich. Im Handel sind verschiedene Modelle erhältlich, wobei sich Glas- oder Kunststoffterrarien bewährt haben. Für größere Arten wie die Weinbergschnecke (Helix pomatia) empfiehlt sich ein Terrarium von etwa 40 cm Länge, 25 cm Höhe und 30 cm Tiefe. Eine herausnehmbare Frontscheibe erleichtert die Reinigung und Pflege. Wichtig ist eine gute Belüftung, die durch Lüftungslöcher im Deckel oder an den Seiten gewährleistet werden kann.
Bodengrund und Verstecke
Eine entscheidende Komponente des Terrariums ist der Bodengrund. Eine etwa 4 cm dicke Schicht aus spezieller Terrarienerde bietet ausreichend Tiefe für die Schnecken, sich zu vergraben – eine natürliche Verhaltensweise, die sie zum Verstecken und zur Eiablage nutzen. Von der Verwendung herkömmlicher Blumenerde aus dem Gartencenter ist dringend abzuraten, da diese oft chemische Zusätze enthalten kann, die für die Tiere schädlich sind. Ebenso sollte auf Erde aus der freien Natur verzichtet werden, um die Einschleppung von Schädlingen oder Parasiten zu vermeiden. Eine gute Alternative ist spezielle, schadstofffreie Terrarienerde.
Als zusätzliche Versteckmöglichkeit dient ein großes Stück Rindenmulch oder ein umgedrehter Blumentopf. Diese Rückzugsorte werden von den Schnecken gerne angenommen, um sich tagsüber zu verstecken oder sogar in eine Trockenstarre zu verfallen. Eine interessante Beobachtung ist, dass die Bereitstellung solcher Verstecke im Freiland das Absammeln von Schnecken erleichtert, da sie sich dort in größerer Zahl konzentrieren.
Ein Terrarium mit spezieller Erde und Versteckmöglichkeiten für Schnecken.
Futter und Kalkversorgung
Die Ernährung der Schnecken sollte abwechslungsreich gestaltet sein. Eine Schicht grüner Blätter dient sowohl als Futter als auch als zusätzliche Versteckmöglichkeit. Insbesondere Löwenzahnblätter werden von vielen Schneckenarten sehr geschätzt und gerne gefressen. Ergänzend können Gurkenscheiben und Apfelstücke angeboten werden.
Eine ausreichende Kalkzufuhr ist für die Bildung und Erhaltung der schützenden Schneckenschalen unerlässlich. Hierfür eignen sich zerstoßene Eierschalen hervorragend. Die Schnecken nehmen den Kalk auf und nutzen ihn für den Aufbau ihrer eigenen Schalen. Man kann beobachten, wie sie die Eierschalen anfressen und Kalk herauslösen, was sich durch typische grüne Spuren an den Eierschalen bemerkbar macht.
Junge Schnecken aufziehen
Für den Nachwuchs ist ein separates, kleineres Terrarium, beispielsweise eine Faunabox, ideal. Dies verhindert, dass die winzigen Jungschnecken verloren gehen oder versehentlich verletzt werden. Die Aufzucht von Jungschnecken ermöglicht es, die gesamte Entwicklung der Tiere von Geburt an zu beobachten.
Probleme mit schläfrigen Schnecken lösen
Manchmal zeigen Schnecken im Terrarium wenig Aktivität und wirken schläfrig. Ein häufiger Grund hierfür ist eine unzureichende Sauerstoffversorgung, da Schnecken Kohlendioxid ausatmen, welches sich am Boden des Terrariums ansammeln kann.
Eine einfache und effektive Lösung besteht darin, einen kleinen Spalt an der Frontscheibe zu schaffen. Dies kann durch das Unterklemmen von Löffeln oder ähnlichen Gegenständen erreicht werden. Dieser Spalt ermöglicht das Entweichen des Kohlendioxids, während die Schnecken sicher im Terrarium verbleiben. Seit der Anwendung dieser Maßnahme zeigen die Schnecken eine deutlich höhere Aktivität, fressen mehr und paaren sich häufiger, was zu einem gesünderen Wachstum und Wohlbefinden führt.
Ein Terrarium mit einem Spalt an der Frontscheibe zur Belüftung.
Die Haltung von Schnecken als Haustiere ist eine bereichernde Erfahrung. Mit der richtigen Einrichtung, Ernährung und Pflege können Sie diesen faszinierenden Tieren ein artgerechtes Zuhause bieten und ihre Entwicklung hautnah miterleben. Entdecken Sie die Welt der Schnecken – eine ruhige und lohnende Beschäftigung für Tierliebhaber. Für weitere Informationen und den Austausch mit Gleichgesinnten empfiehlt sich ein Besuch in spezialisierten Foren wie dem Schnecken-Forum.
