Schnecken sind faszinierende und pflegeleichte Haustiere, die eine interessante Bereicherung für jedes Zuhause darstellen können, sei es für Kinder oder Erwachsene. Ihre Beobachtung im Terrarium bietet spannende Einblicke in die Natur und macht sie auch für pädagogische Zwecke, wie in Schulen, wertvoll. Dieser Artikel bietet eine detaillierte Anleitung zur Einrichtung und Pflege eines Schneckenterrariums, basierend auf praktischen Erfahrungen mit Weinbergschnecken (Helix pomatia) und Bänderschnecken (Cepaea hortensis). Wir erläutern die Gestaltung des Terrariums für erwachsene Tiere sowie für Jungschnecken und gehen auf wichtige Aspekte wie Bodengrund, Futter, Kalkversorgung und Belüftung ein.
Das ideale Terrarium für erwachsene Schnecken
Für erwachsene Schnecken, insbesondere Weinbergschnecken, ist ein geräumiges Terrarium unerlässlich, das ihnen genügend Platz zum Graben und Verstecken bietet. Ein im Handel erhältliches Glasterrarium mit den Maßen 40 cm Breite, 25 cm Höhe und 30 cm Tiefe, ausgestattet mit einer abnehmbaren Frontscheibe und einer belüfteten Dachscheibe, hat sich als gut geeignet erwiesen.
Bodengrund: Sicherheit und Wohlbefinden
Die Wahl des richtigen Bodengrunds ist entscheidend für die Gesundheit der Schnecken. Wir raten dringend von der Verwendung handelsüblicher Blumenerde ab, da diese oft chemisch behandelt ist und negative Auswirkungen auf die Tiere haben kann. Ebenso ist von Erde aus der Natur abzuraten, da sie Schädlinge oder Parasiten wie Nematoden einschleppen kann. Eine spezielle Terrarienerde, die frei von schädlichen Zusätzen ist, bildet die ideale Grundlage. Eine Schicht von etwa 4 cm Stärke ermöglicht den Schnecken, ihren natürlichen Grabinstinkten nachzugehen, sich zu verstecken und ihre Eier abzulegen.
Futter und Versteckmöglichkeiten
Als Futterquelle und zusätzliches Versteck dient eine Schicht grüner Blätter. Besonders beliebt bei Schnecken sind Löwenzahnblätter, aber auch Blätter anderer Pflanzenarten können verwendet werden. Ergänzend dazu ist eine zusätzliche Kalkquelle wichtig. Eierschalen, sorgfältig gereinigt und zerkleinert, liefern den notwendigen Kalk für die Bildung und Erhaltung ihrer eigenen Schalen. Erst mit ausreichender Kalkzufuhr beginnen die Schnecken, sich zu paaren und Eier zu legen. Auch die Ernährung der Eihaut und die Aufnahme von Kalk aus der Eierschale sind interessante Verhaltensweisen.
Ein Stück Rinde oder ein halber Blumentopf bietet den Schnecken einen willkommenen Unterschlupf, in dem sie sich verstecken oder eine Trockenschlafphase einlegen können. Ähnliche Versteckmöglichkeiten können auch im Freiland angeboten werden, um Schnecken leichter zu sammeln.
Als Hauptfutter eignen sich Gurkenscheiben und Apfelstücke. Die regelmäßige Reinigung des Terrariums von Schleim, Kot und Futterresten ist unerlässlich, um Fäulnisbildung zu vermeiden. Die Verwendung von gepflückten Löwenzahnblättern erleichtert die Reinigung im Vergleich zur Bepflanzung mit lebendem Löwenzahn.
Jungschnecken-Terrarium: Ein sicherer Start
Für die Aufzucht frisch geschlüpfter Jungschnecken ist eine separate, kleinere Plastikbox ideal. Dies verhindert, dass die winzigen Schnecken verloren gehen und ermöglicht eine kontrollierte Umgebung während ihrer empfindlichen Anfangsphase. Die Einrichtung orientiert sich an den Bedürfnissen der erwachsenen Tiere, jedoch in kleinerem Maßstab, mit angepasstem Bodengrund und Futter.
Aktive Schnecken: Das Problem der Kohlendioxid-Anreicherung
Ein häufiges Problem bei der Haltung von Schnecken in Terrarien ist deren Schläfrigkeit, die oft auf eine unzureichende Sauerstoffversorgung zurückzuführen ist. Schnecken atmen Kohlendioxid aus, das schwerer als Luft ist und sich am Boden des Terrariums ansammeln kann. Dies führt dazu, dass die Schnecken in eine Art Starre verfallen.
Eine einfache und effektive Lösung besteht darin, die Belüftung zu verbessern. Indem man beispielsweise zwei Teelöffel unter die Frontscheibe klemmt, entsteht ein schmaler Spalt, durch den das Kohlendioxid entweichen kann, ohne dass die Schnecken herauskriechen können. Diese Maßnahme führt nachweislich zu einer erhöhten Aktivität der Tiere, einem gesteigerten Fressverhalten und somit zu einem gesünderen Wachstum und Fortpflanzungserfolg.
Die Pflege von Schnecken Als Haustiere ist eine lohnende Erfahrung, die Geduld und Aufmerksamkeit erfordert. Mit dem richtigen Terrarium und der Beachtung ihrer spezifischen Bedürfnisse können Sie die faszinierende Welt dieser faszinierenden Tiere in Ihrem eigenen Zuhause entdecken.

