Die COVID-19-Pandemie hinterließ auch im Profifußball ihre Spuren und sorgte für ungewöhnliche Umstände beim Auswärtsspiel des FC Schalke 04 gegen den FC St. Pauli. Sowohl die Cheftrainer beider Mannschaften, Dimitrios Grammozis von Schalke und Timo Schultz vom FC St. Pauli, fehlten aufgrund positiver Corona-Tests und befanden sich in häuslicher Isolation. Die Vertretung von Grammozis übernahm sein Co-Trainer Sven Piepenbrock, unterstützt von Mike Büskens. Auf Seiten der Hamburger leiteten die Co-Trainer das Spiel.
Im Sturmzentrum des FC Schalke 04 feierte Rufat Dadashov sein Debüt in der ersten Mannschaft. Der Angreifer aus der U23 bildete im 3-5-2-System zusammen mit Marvin Pieringer das offensive Duo. Marius Bülter, der in der Vorwoche beim 5:2-Sieg gegen den SV Sandhausen noch zwei Tore erzielte, konnte aufgrund von Auffälligkeiten in seinen Blutwerten nicht mitwirken. Ebenfalls fehlte Florian Flick, der sich eine Wunde über dem Knie zugezogen hatte. Victor Pálsson kehrte ins Team zurück und übernahm die Kapitänsbinde. Auf der rechten Außenbahn erhielt Mehmet Can Aydin den Vorzug vor Reinhold Ranftl. In den Schlussminuten kam zudem Keke Topp zu seinem Profidebüt, als er für Dadashov eingewechselt wurde.
Burgstallers Doppelpack im ersten Durchgang
Von Beginn an entwickelte sich eine intensiv geführte Partie, in der beide Mannschaften auf offensive Akzente bedacht waren. Bereits nach zwei Minuten zückte Schiedsrichter Marco Fritz die erste Gelbe Karte der Begegnung. In der siebten Spielminute zappelte der Ball erstmals im Netz, doch der Treffer von Guido Burgstaller, einem ehemaligen Schalker Stürmer, zählte wegen Abseits zu Recht nicht. Burgstaller sorgte kurz darauf erneut für Aufsehen, als er den Ball aus der Strafraummitte nur in die Toraußennetze setzte (12.).
Zehn Minuten später war es dann soweit: Burgstaller brachte seine Mannschaft in Führung (20.). Nach einem Steilpass von Igor Matanovic setzte sich der österreichische Angreifer gegen Thomas Ouwejan durch und schob den Ball flach ins Eck. Martin Fraisl im Schalker Tor konnte den Ball nur noch abklatschen lassen. Fast im direkten Gegenzug bot sich Rodrigo Zalazar die große Chance zum Ausgleich, doch sein Schuss aus guter Position ging über das Tor (22.).
Kurz vor der Halbzeitpause unterlief Schalke eine weitere Unachtsamkeit in der Defensive, die Burgstaller eiskalt nutzte. Nach einer Flanke köpfte er den Ball unhaltbar in die lange Ecke zum 2:0 (39.). Die letzte nennenswerte Aktion vor dem Pausenpfiff war ein Kopfball von Marvin Pieringer nach einer Ecke von Ouwejan, der auf dem Dach des Tores landete.
Zalazars Anschlusstreffer bringt Hoffnung
Die Anfangsphase der zweiten Halbzeit hätte aus Schalker Sicht besser kaum laufen können. Nach einem Fehler in der St. Paulianer Abwehr setzte sich Mehmet Can Aydin durch, doch sein Abschluss war zu zentral auf den Torhüter Nikola Vasilj gerichtet (46.). Nur eine Minute später geriet Schalke erneut in Bedrängnis, als Martin Fraisl zu weit vor seinem Tor stand und den Ball direkt zu Daniel-Kofi Kyereh spielte. Dessen Schuss konnte Ko Itakura gerade noch auf der Linie klären.
In der 56. Minute wurde es erneut Burgstaller gegen Fraisl. Burgstallers Schuss aus kurzer Distanz wurde von Ko Itakura abgefälscht, doch Fraisl reagierte glänzend und parierte mit den Füßen. Burgstaller vergab kurz darauf eine weitere gute Möglichkeit, als er am Pfosten vorbeischoss.
Mit einer Viertelstunde verbleibender Spielzeit gelang dem FC Schalke 04 der Anschlusstreffer. Dominick Drexler bediente Thomas Ouwejan auf dem Flügel, dessen präzise Flanke von Rodrigo Zalazar per Kopf verwertet wurde (75.). In der 84. Minute schien Schalke sogar der Ausgleich zu gelingen, als ein abgefälschter Schuss von Ouwejan über den Torhüter ins Netz segelte. Dieser Treffer zählte jedoch nicht, da Marvin Pieringer im Abseits gestanden hatte.
In der Nachspielzeit hatten beide Mannschaften noch Gelegenheiten zu weiteren Treffern. Ein Schuss des eingewechselten Simon Makienok ging knapp am Tor vorbei, und der Versuch des jungen Keke Topp parierte Vasilj.
Saisonabschluss zuhause gegen den 1. FC Nürnberg
Das letzte Spiel der Hinrunde bestreitet der FC Schalke 04 am kommenden Freitag, den 10. Dezember, zuhause gegen den 1. FC Nürnberg. Anstoß ist um 18:30 Uhr. Das Kalenderjahr 2021 schließt für die Königsblauen dann am Samstag, den 18. Dezember, mit einem Auswärtsspiel bei Hamburger SV ab, das um 20:30 Uhr angepfiffen wird.

