Die Sage Barista Pro, auch bekannt als Sage SES 878, verspricht für rund 650 bis 800 Euro einen erschwinglichen Einstieg in die Welt des Espressos, vereint in einem kompakten Gehäuse Espressomaschine und Kaffeemühle. Dieses Modell ist Teil einer Produktfamilie, die je nach Region unter verschiedenen Markennamen wie Solis, Gastroback oder Breville vertrieben wurde, was zu einer früheren Verwirrung bei den Kunden führte. Ein einheitlicherer europäischer Vertrieb soll diese Unsicherheit nun beheben. Für Kaffeeliebhaber, die eine qualitativ hochwertige Siebträgermaschine suchen, stellt sich die Frage, ob die Barista Pro hält, was sie verspricht. Die Suche nach der beste Siebträgermaschine führt oft zu Modellen, die eine integrierte Mühle bieten, und die Barista Pro ist ein prominentes Beispiel dafür.
Kompaktes Design mit durchdachter Ausstattung
Trotz ihrer kompakten Maße von nur 395 mm Breite, 422 mm Höhe und 392 mm Tiefe, beherbergt die Sage Barista Pro eine beachtliche technische Ausstattung. Sie verfügt über konische Mahlscheiben, einen Bohnenbehälter für 250 Gramm Kaffeebohnen und einen großzügigen Wassertank mit 2 Litern Fassungsvermögen. Ein versenkbarer Tamper und ein Milchaufschäumkännchen sind im Lieferumfang enthalten, was sie zu einer allumfassenden Lösung für die Zubereitung von Espresso und Milchgetränken macht. Die Bedienung erfolgt intuitiv über ein übersichtliches LCD-Display, beleuchtete Tasten und ein separates Einstellrad für den Mahlgrad. Mit diesen Abmessungen passt sie selbst in die kleinste Küche und bietet ein komplettes Espresso-Setup auf nur etwa 40 cm² Stellfläche.
Die integrierte Kaffeemühle: Präzision und Aroma
Eine der Schlüsselkomponenten für exzellenten Espresso ist eine hochwertige Kaffeemühle. Die Sage Barista Pro integriert eine solche Mühle direkt im Gehäuse, um den Aufheizprozess zu minimieren und somit das Kaffeearoma zu schützen. Das Thermo-Jet-System sorgt dafür, dass weder die Tassen auf der oberen Heizplatte noch die Mühle selbst überhitzt werden. Die Mühle bietet 30 Mahlgradeinstellungen, die über ein Rad am Gehäuse gewählt werden. Der gewählte Mahlgrad sowie die Mahldauer werden auf dem Display angezeigt. Eine Präzisionseinheit von 0,5 Sekunden bei der Mahlzeitsteuerung kann jedoch dazu führen, dass die Kaffeepulvermenge im Siebträger manchmal leicht über- oder unterdosiert ist, was eine feinere Abstufung wünschenswert machen würde. Die Konsistenz der Mahlung im Test war insgesamt im durchschnittlich guten Bereich. Für diejenigen, die eine separate, hochmoderne Mühle bevorzugen, könnte eine Reise Espressomaschine in Kombination mit einer leistungsstarken Mühle eine Alternative sein, doch die integrierte Lösung der Barista Pro bietet einen unschlagbaren Komfort und Platzersparnis.
Espressosiebe und die Kunst der Dosierung
Die Sage Barista Pro wird mit vier Sieben geliefert: zwei “echte” Siebe für frisch gemahlenen Kaffee und zwei Siebe mit nur einer winzigen Öffnung, die für vorgemahlenen Kaffee gedacht sind und eine künstliche Crema erzeugen. Echte Kaffeeliebhaber werden sich auf die beiden erstgenannten Siebe konzentrieren. Für den Einstieg in die Espressowelt wird das “normale” Doppelsieb empfohlen. Unsere Erfahrung zeigt, dass in dieses Doppelsieb etwa 17,5 bis 18 Gramm Kaffeepulver passen, auch wenn Sage bis zu 22 Gramm angibt. Eine Überfüllung kann zu Channeling und Problemen bei der Brühung führen.
Der Mahlvorgang wird durch das Einsetzen des Siebträgers in die Mühle und Drücken auf einen Auslöser gestartet. Ein kleiner Nachteil ist der Siebträgerdurchmesser von 53 mm (obwohl Sage 54 mm angibt), der dazu führen kann, dass etwas Kaffeepulver daneben fällt. Um eine gleichmäßige Verteilung und Verdichtung des Pulvers zu gewährleisten, ist es ratsam, statt einer langen Mahlung mehrere kurze Mahlungen durchzuführen und das Pulver zwischendurch auf einer ebenen Fläche abzuklopfen. Dies erleichtert auch die spätere Verdichtung mit dem mitgelieferten Tamper. Für tiefere Einblicke in die Materie könnte ein Artikel über den Kolben Kaffeemaschine Test hilfreich sein, um die Unterschiede in der Brühmethodik zu verstehen.
Sage Barista Pro
Brühung, Kaffeequalität und Temperaturkontrolle
Die Barista Pro verfügt über eine Preinfusionsfunktion, bei der ein kleiner Teil des Brühwassers ohne Druck auf das Kaffeemehl aufgebracht wird, um eine gleichmäßigere Extraktion zu fördern. Ob diese Funktion den Geschmack signifikant beeinflusst, ist umstritten, aber das Experimentieren mit der Brühtemperatur kann zu besseren Ergebnissen führen. Die niedrigste Temperatureinstellung, die etwa 96 Grad Celsius entspricht, lieferte in unseren Tests die besten Resultate.
Die Einstellbarkeit der Wassermenge ist ebenfalls ein wichtiges Merkmal, da sie die Brüh-Ratio – das Verhältnis von Kaffeepulver zu flüssigem Espresso – beeinflusst. Ein empfohlenes Verhältnis von 1:2,5, beispielsweise 17 Gramm Kaffeepulver zu 42,5 Gramm Espresso, sorgt für ausgewogenen Geschmack. Die Maschine heizt bemerkenswert schnell auf und ist nach nur drei Sekunden betriebsbereit. Dennoch empfiehlt sich ein Leerbezug, um auch die Brühgruppe und den Siebträger auf Temperatur zu bringen. Wer sich für die Spitzenmodelle interessiert, könnte die Siemens EQ900 in Betracht ziehen, aber für Einsteiger bietet die Sage Barista Pro eine hervorragende Balance aus Leistung und Preis. Ein guter Kaffee beginnt oft mit dem richtigen Wissen, und die Suche nach einem Siebdruck Kaffeemaschine Testsieger kann hierfür weitere Anhaltspunkte liefern.
Milchgetränke und weitere Kaffeezubereitungen
Für Liebhaber von Cappuccino und Latte Macchiato bietet die Barista Pro eine Dampflanze. Nach dem Espressobezug heizt die Maschine schnell auf Dampftemperatur auf. Mit etwas Übung lässt sich mit der Dampflanze ein guter Milchschaum erzeugen, auch wenn ihre Leistung als eher moderat beschrieben werden kann. Ein separater Heißwasserauslass ermöglicht zudem die Zubereitung von Tee oder Americano.
Fazit: Ein starker Einstieg mit kleinen Schwächen
Die Sage Barista Pro beeindruckt damit, wie viel sie auf kleinem Raum leistet. Sowohl die integrierte Mühle als auch die Espressomaschine liefern solide und konstante Ergebnisse, die auf kompaktem Raum eine beachtliche Kaffeequalität ermöglichen. Kritisch anzumerken sind jedoch der etwas kleine Siebträgerdurchmesser, der zu Überlaufproblemen beim Mahlen führen kann, die nicht beheizte Oberseite für Tassen und die nicht immer konstante Brühtemperatur. Nichtsdestotrotz ist die Sage Barista Pro eine ausgezeichnete Wahl für Einsteiger, die eine voll ausgestattete Siebträgermaschine suchen, ohne viel Platz zu opfern oder ein Vermögen auszugeben.
