Deine Katze zeigt Verhaltensänderungen und ist kaum zu bändigen? Es ist gut möglich, dass Deine Samtpfote rollig ist. Dieser natürliche Prozess, auch als “Paarungszeit von Katzen” bezeichnet, bereitet Deine Katze auf die Fortpflanzung vor. Wenn Deine Katze rollig ist, befindet sie sich in ständiger Bereitschaft, von einem Kater gedeckt zu werden. Der entscheidende Follikelsprung, der zur Befruchtung führt, wird dabei erst durch den eigentlichen Deckakt ausgelöst, was bedeutet, dass die fruchtbare Phase erst mit der Paarung eintritt. Der natürliche Drang, einen Partner zu finden, äußert sich bei Deiner Katze durch verstärkte Anhänglichkeit, eine ausgeprägte Verschmustheit und ein dauerhaftes Miauen, um auf sich aufmerksam zu machen. Deine Katze ist in dieser Phase hungrig nach Liebe und Zuneigung. Katzen bluten während der Rolligkeit nicht, da sie keinen regelmäßigen Eisprung haben. Gelegentlich kann weißlicher Ausfluss auftreten, aber dies ist kein Blut.
Dauer und Häufigkeit der Rolligkeit bei Katzen
Ein junges Kätzchen erreicht die Geschlechtsreife in der Regel zwischen dem vierten und zwölften Lebensmonat. Die Perioden, in denen Deine Katze rollig wird, sind stark saisonabhängig und treten typischerweise im Frühling und Herbst auf. Dies bedeutet, dass Deine Katze mindestens zweimal jährlich trächtig werden kann, und das bis ins hohe Alter. Die Phase der Fortpflanzungsbereitschaft dauert bei einer rolligen Katze ungefähr 10 Tage an. Interessanterweise kann Deine Katze bereits ein bis vier Wochen nach der Geburt ihrer Kitten erneut rollig werden. Bei Wohnungskatzen, die keinen Deckakt erfahren, kann dies dazu führen, dass sie über Wochen hinweg rollig bleibt. Im schlimmsten Fall kann dies zu einer Dauerrolligkeit führen, was eine erhebliche Belastung für Dein Tier darstellt. Selbst bereits gedeckte Katzen können weiterhin Anzeichen von Rolligkeit zeigen und erneut gedeckt werden. Dies kann dazu führen, dass neugeborene Kätzchen in einem Wurf unterschiedliche Väter haben.
Anzeichen und Symptome einer rolligen Katze
Das auffälligste Anzeichen einer rolligen Katze ist ihr ständiges Miauen und ihr Verhalten, sich auf dem Boden herumzuwälzen – daher auch der Begriff “rollig”. Bei Wohnungskatzen kannst Du dies auch durch eine Veränderung des Geruchs im Katzenklo bemerken. Der Urin weiblicher Katzen verändert sich während dieses Zyklus und enthält spezielle Lockstoffe, die potenzielle Partner anlocken sollen. Deine Katze frisst in dieser Zeit möglicherweise weniger und kann dadurch sogar an Gewicht verlieren. Die Hormone spielen verrückt, und Deine Katze kann nervös und unruhig wirken.
Typische Anzeichen einer Rolligkeit können sein:
- Lautes und häufiges Miauen: Deine Katze miaut oft und laut, auch während der Nacht.
- Wälzen und Herumrollen: Sie wälzt sich häufig auf dem Boden.
- Unruhe: Deine Katze tigert nervös durch die Wohnung.
- Appetitlosigkeit: Sie frisst nicht mehr so gerne und kann an Gewicht verlieren.
- Anhänglichkeit: Sie ist sehr anhänglich und sucht vermehrt Streicheleinheiten.
- Aggressivität: Einige Tiere können in diesen Phasen auch aggressives Verhalten gegenüber ihren Bezugspersonen zeigen.
- Markierverhalten: Sie markiert möglicherweise mit ihrem speziellen Duft außerhalb des Katzenklos, um auf sich aufmerksam zu machen.
- Drang nach draußen: Deine Hauskatze ist quengelig und möchte die ganze Zeit nach draußen.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Anzeichen von Rasse zu Rasse und von Tier zu Tier variieren können. Beobachte das Verhalten Deiner Katze genau und konsultiere im Zweifelsfall einen Tierarzt.
Beruhigung für Deine rollige Katze
Es gibt einige Maßnahmen, die Du ergreifen kannst, um Deine Rollige Katze vorübergehend zu beruhigen. Diese Maßnahmen bieten jedoch keine dauerhafte Lösung gegen die Rolligkeit:
- Stressreduktion: Halte Deine Katze von Lärm und Stress fern.
- Zuneigung: Schenke ihr viel Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten, wenn sie diese sucht.
- Katzenminze: Katzenminze kann eine entspannende Wirkung haben.
- Ablenkung: Biete ihr Spielmöglichkeiten, einen Kratzbaum oder Katzenspielzeug, um sie abzulenken.
- Futteranreicherung: Bei Appetitlosigkeit kannst Du das Lieblingsfutter schmackhafter anreichern oder Deiner Katze Leckerlis geben.
Viel Aufmerksamkeit und Beschäftigung sind für Deine Katze während der Rolligkeit besonders wichtig.
Dauerrolligkeit bei Katzen und ihre Risiken
Wenn es zu keiner Paarung kommt, können die Hormone und die fehlende Befruchtung zu einer Dauerrolligkeit führen. Deine Katze wird dann alle 9 bis 10 Tage rollig. Eine solche Dauerrolligkeit birgt erhebliche gesundheitliche Risiken, da Deine Katze unter ständigem Stress steht und nicht mehr richtig frisst. Häufige Rolligkeit erhöht zudem das Risiko für die Bildung von Tumoren.
Leidet Deine Katze unter ständiger Rolligkeit, kann die Kastration eine sinnvolle Lösung sein. Besprich die Möglichkeit der Kastration mit Deinem Tierarzt. Er kann Deine Fragen beantworten und gegebenenfalls Alternativen wie Medikamente oder homöopathische Mittel vorschlagen.
Kastration und Sterilisation bei Katzen
Um eine ungewollte Trächtigkeit zu vermeiden und einer Dauerrolligkeit vorzubeugen, kannst Du Deine Katze kastrieren lassen. Neben der Kastration gibt es die Möglichkeit der Sterilisation, jedoch wird diese seltener durchgeführt und die Kastration spielt eine deutlich größere Rolle.
Die Kastration ist ein operativer Eingriff, der von einem Tierarzt durchgeführt wird. Es handelt sich um einen Routineeingriff, der in der Regel nicht länger als zwei Stunden dauert. Dennoch belastet er den Organismus durch die Vollnarkose und die Entfernung der Eierstöcke oder Hormone. Bei der Kastration werden die geschlechtsdrüsen-produzierenden Drüsen entfernt, was die Hormonproduktion unterbindet und die Katze unfruchtbar macht. Hormongesteuerte Verhaltensweisen werden dadurch unterbunden.
Bei der Sterilisation bleiben die geschlechtsdrüsen-produzierenden Drüsen erhalten. Stattdessen werden die Eileiter oder Samenleiter abgebunden. Dies verhindert zwar die Fortpflanzung, aber die hormonellen Verhaltensweisen bleiben bestehen.
Lass Dich von einem Tierarzt ausführlich über die Vorteile und Risiken einer Kastration aufklären, um die richtige Entscheidung zu treffen. Deine Katze sollte mindestens neun Monate alt sein und nicht rollig, wenn sie kastriert wird. In seltenen Fällen können Katzen auch nach einer Kastration Anzeichen von Rolligkeit zeigen, wenn Eierstockgewebe nicht vollständig entfernt wurde und die Sexualhormone im Blut noch hoch konzentriert sind. In solchen Fällen sollte ein Tierarzt konsultiert werden.
Werden auch Kater rollig?
Kater erreichen die Geschlechtsreife im Alter von sieben bis zehn Monaten. Dies bemerkst Du daran, dass er beginnt, sein Revier zu markieren. Ein Kater wird nicht im gleichen Sinne “rollig” wie eine weibliche Katze. Er zeigt jedoch seine Paarungsbereitschaft gegenüber weiblichen Artgenossen, sobald er geschlechtsreif ist.
Fazit: Beruhigende Maßnahmen und Kastration als Lösung
Der Fortpflanzungswunsch Deiner Katze kann sehr stressig und aufwühlend sein. Eine Dauerrolligkeit ist für die Katze psychisch extrem belastend und kann gesundheitliche Folgen haben. Aus diesem Grund entscheiden sich viele Katzenbesitzer für eine Kastration. Wenn dieser Eingriff für Deine Katze infrage kommt, lass Dich vorab von einem Tierarzt ausführlich beraten. Neben der Kastration gibt es sanfte Methoden, mit denen Du Deiner rolligen Katze helfen kannst.

