Allianz und DLVAG Risikolebensversicherung: Ein detaillierter Vergleich

Die Allianz Versicherung gilt als einer der führenden Anbieter im Bereich der Risikolebensversicherung in Deutschland, was sich in den hohen Vermittlungszahlen durch Versicherungsmakler widerspiegelt. Doch was steckt hinter diesem Erfolg, und welche Tarife sind für verschiedene Bedürfnisse am besten geeignet? Dieser Artikel beleuchtet die Unterschiede zwischen den Tarifen der Allianz und ihrer Tochtergesellschaft DLVAG, analysiert deren Leistungen und gibt wertvolle Einblicke für einen fundierten Vertragsabschluss.

1. Allianz und DLVAG: Ein Zusammenspiel

Die DLVAG (Deutsche Lebensversicherung AG) agiert als hundertprozentige Tochtergesellschaft der Allianz und spezialisiert sich seit 1998 auf biometrische Risiken, zu denen auch die Risikolebensversicherung zählt. Beide Gesellschaften arbeiten eng zusammen, wobei die DLVAG-Tarife oft als Basisabsicherung mit einfacheren Konditionen positioniert sind, während die Allianz-Tarife, bekannt als “RLV Plus”, erweiterte Leistungen und mehr Flexibilität bieten. Die Allianz Lebensversicherungs-AG selbst offeriert Tarife im Premium-Segment, die sich durch einen nochmals gesteigerten Leistungsumfang auszeichnen.

2. Tarifvarianten im Überblick

Sowohl die Allianz als auch die DLVAG bieten unterschiedliche Tarifvarianten an, die sich in der Art der Versicherungssumme und den Zusatzleistungen unterscheiden. Die zentralen Tarife sind:

  • LC0 – konstante Risikoleben der Allianz – RLV Plus: Bietet eine gleichbleibende Todesfallsumme und erweiterte Zusatzleistungen.
  • L0(DL) – konstante Risikoleben der DLVAG – RLV Basis: Stellt eine konstante Todesfallsumme als grundlegenden Schutz zur Verfügung.
  • L0A(DL) – linear fallende Risikoleben der DLVAG – RLV Basis: Die Versicherungssumme reduziert sich im Laufe der Zeit linear.

2.1 Konstante Versicherungssumme

Bei einer konstanten Versicherungssumme bleibt die vereinbarte Leistung im Todesfall über die gesamte Laufzeit gleich. Ein Beispiel: Bei einer Absicherung von 300.000 € über 15 Jahre erhalten die Hinterbliebenen im Todesfall die volle Summe, sofern der Todesfall innerhalb der vereinbarten Laufzeit eintritt. Sowohl die Allianz (LC0) als auch die DLVAG (L0(DL)) bieten Tarife mit konstanter Todesfallsumme an.

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2.2 Linear fallende Versicherungssumme

Im Gegensatz dazu verringert sich die Versicherungssumme bei einem linear fallenden Tarif jährlich. Bei einem Vertrag über 300.000 € für 15 Jahre, der jährlich um 20.000 € sinkt, würde im 8. Todesfalljahr beispielsweise nur noch 140.000 € ausgezahlt. Diesen Tarif bietet primär die DLVAG an (L0A(DL)). Finanzexperten empfehlen jedoch in den meisten Fällen die konstante Versicherungssumme aufgrund ihrer höheren Flexibilität und besseren Absicherungswirkung für die Hinterbliebenen.

3. Leistungsbausteine im Detail

Die Tarife unterscheiden sich nicht nur in der Art der Versicherungssumme, sondern auch in zusätzlichen Leistungen, sogenannten Leistungsbausteinen.

3.1 Erhöhungsoption (Nachversicherungsgarantie)

Die Möglichkeit, die Versicherungssumme nachträglich ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen, ist sowohl im Basis- als auch im Plus-Tarif integriert. Es gibt eine anlassunabhängige Erhöhung innerhalb von 5 Jahren nach Vertragsbeginn (bis maximal 50 Jahre) und eine anlassbezogene Erhöhung (bis maximal 53 Jahre) bei bestimmten Lebensereignissen wie Heirat oder Geburt eines Kindes. Beide Optionen unterliegen Höchstgrenzen für die Erhöhung (z. B. 25 % pro Erhöhung, maximal 50.000 €).

3.2 Verlängerungsoption

Die Verlängerungsoption, die eine nachträgliche Verlängerung der Laufzeit ohne erneute Risikoprüfung ermöglicht, ist ein Merkmal des Allianz “RLV Plus”-Tarifs. Diese Option kann bis zu 3 Jahre vor Vertragsablauf genutzt werden, wobei die Gesamtdauer 45 Jahre und das Endalter 70 Jahre nicht überschreiten darf. Hier wird eine großzügige Kalkulation der ursprünglichen Laufzeit und Versicherungssumme empfohlen.

3.3 Vorgezogene Leistung zu Lebzeiten

Ein wichtiger, wenn auch seltener genutzter Baustein, ist die Möglichkeit, die Versicherungssumme bereits zu Lebzeiten zu erhalten, wenn eine schwere Krankheit mit einer prognostizierten Lebenserwartung von maximal 12 Monaten diagnostiziert wird. Dies kann finanzielle Mittel für alternative Behandlungen oder zur Gestaltung der verbleibenden Zeit bereitstellen. Diese Leistung ist sowohl im Basis- als auch im Plus-Tarif enthalten.

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4. Wichtige Vertragsdetails

  • Weltweiter Versicherungsschutz: Sowohl Allianz als auch DLVAG bieten Versicherungsschutz auf der ganzen Welt.
  • Alters- und Laufzeitgrenzen: Das Mindesteintrittsalter beträgt 15 Jahre, das Höchstalter für den Vertragseintritt 74 Jahre. Die maximale Laufzeit beträgt 50 Jahre, wobei das Vertragsende das 80. Lebensjahr nicht überschreiten darf.
  • Über-Kreuz-Risikolebensversicherung: Diese Form der Absicherung ist möglich und wird besonders für unverheiratete Paare oder Ehepaare mit hohen Versicherungssummen empfohlen, um steuerliche Vorteile zu nutzen.
  • Rauchverhalten: Die Tarife unterscheiden zwischen Rauchern, Nichtrauchern (seit mindestens einem Jahr) und Langzeit-Nichtrauchern (seit mindestens zehn Jahren). Das Rauchen umfasst auch E-Zigaretten und ähnliche Produkte. Eine Nichtmeldung von neuem Rauchen kann zu Leistungskürzungen führen.
  • Gefährliche Hobbys: Risikoreiche Hobbys müssen bei Antragstellung angegeben werden und können zu Beitragszuschlägen führen. Zukünftige risikoreiche Hobbys müssen nach Vertragsabschluss nicht mehr nachgemeldet werden, solange der Vertrag noch nicht angenommen wurde.
  • Leistungsausschlüsse: Vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind unter anderem Selbsttötung (innerhalb der ersten 3 Jahre), Kriegsereignisse und vorsätzlicher Einsatz von Massenvernichtungswaffen.
  • Beitragsberechnung: Die Tarife weisen Brutto- und Nettobeiträge aus. Der zu zahlende Beitrag (Nettobeitrag) kann durch verrechnete Überschüsse niedriger sein als der Bruttobeitrag. Diese Überschüsse sind jedoch nicht garantiert.

5. Gesundheitsfragen

Die Gesundheitsfragen sind ein zentraler Bestandteil des Antrags. Die Allianz/DLVAG stellen hier qualitativ hochwertige und präzise Fragen, die teilweise je nach Versicherungssumme oder individueller Gesundheitshistorie variieren. Bei höheren Versicherungssummen (über 200.000 €) oder bei Beantwortung bestimmter Fragen mit “Ja” werden zusätzliche, detailliertere Fragen (Frageblock C) fällig. Diese Fragen reichen in der Regel 3 bis 5 Jahre zurück und sind oft auf Behandlungen bei Ärzten oder Therapeuten fokussiert. Bei einer Versicherungssumme über 500.000 € ist eine ärztliche Untersuchung erforderlich, die detailliertere Nachfragen bis zu 10 Jahre zurück beinhaltet und Risiken birgt, da hierbei neue Befunde aufgedeckt werden könnten.

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6. Verkürzte Gesundheitsfragen

Bei bestimmten Anlässen, wie dem Abschluss einer Immobilienfinanzierung, bietet die Allianz/DLVAG vereinfachte Gesundheitsfragen an. Diese sind deutlich kürzer und fokussieren sich auf akute Zustände und spezifische Vorerkrankungen innerhalb eines kürzeren Zeitraums. Eine Liste relevanter, aber nicht anzugebender Erkrankungen erleichtert die Beantwortung.

7. Absicherung hoher Versicherungssummen

Für sehr hohe Versicherungssummen, bei denen eine ärztliche Untersuchung vermieden werden soll, empfiehlt sich die Aufteilung des Versicherungsschutzes auf mehrere Verträge bei verschiedenen Versicherungsgesellschaften. Solange die individuellen Untersuchungsgrenzen der jeweiligen Gesellschaften nicht überschritten werden, ist keine ärztliche Untersuchung für jeden Einzelvertrag notwendig.

8. Empfohlenes Vorgehen beim Abschluss

  1. Patientenakte einholen: Zur genauen Beantwortung der Gesundheitsfragen ist es ratsam, die eigene Patientenakte anzufordern, um eventuelle fehlerhafte Diagnosen oder vergessene Behandlungen aufzudecken.
  2. Eigenständige Gesundheitserklärung: Bei notwendiger Beantwortung von Fragen mit “Ja” kann eine detaillierte “Eigenständige Gesundheitserklärung” erstellt werden, die der Versicherung zur Verfügung gestellt wird.
  3. Anonyme Risikovoranfrage: Vor dem eigentlichen Antrag wird eine anonyme Risikovoranfrage bei der Versicherung gestellt, um die Versicherbarkeit und eventuelle Zuschläge zu prüfen, ohne persönliche Daten preiszugeben.
  4. Auswertung und Abschluss: Nach positiver Risikovoranfrage erfolgt die Ausgestaltung des individuellen Vertrags und der finale Abschluss.

Fazit

Die Allianz und DLVAG bieten insgesamt sehr gute und solide Risikolebensversicherungstarife an, die sich durch qualitativ hochwertige Gesundheitsfragen und flexible Leistungsbausteine auszeichnen. Der Fokus sollte auf einer umfassenden und ehrlichen Beantwortung der Gesundheitsfragen liegen, um im Leistungsfall die volle finanzielle Sicherheit für die Hinterbliebenen zu gewährleisten. Die angebotenen Tarife, insbesondere der “RLV Plus”-Tarif der Allianz, bieten ein überzeugendes Gesamtpaket für unterschiedliche Absicherungsbedürfnisse.

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