Reiseerfahrungen in Namibia: Ein detaillierter Bericht für Selbstfahrer

Namibia fasziniert mit seiner Weite, seinen einzigartigen Landschaften und einer reichen Tierwelt. Dieser Bericht teilt aktuelle Erfahrungen einer dreiwöchigen Selbstfahrerreise im Februar 2023, die sich auf die Regionen Erongo, Spitzkoppe, Brandberg, die Huab- und Hoanib-Flussbetten sowie die Grootberg- und Vingerklipp-Regionen konzentrierte. Die Reise wurde von vier Personen, darunter zwei über 70-Jährige, mit zwei Dachzelten und einem Toyota Hilux Expedition 4×4 unternommen. Mit rund 2.000 Kilometern und einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 12 km/h wurde das Land langsam und intensiv erkundet.

Reisevorbereitung und Logistik

Für entlegene Gebiete, in denen der Handyempfang unzuverlässig ist, erweist sich ein Satellitentelefon oder eine Alternative wie das Garmin InReach Mini 2 als äußerst empfehlenswert. Dieses Gerät ermöglicht das Senden von SMS-Nachrichten, was im Pannenfall eine schnelle Kommunikation mit dem Vermieter erlaubt. Die Buchung von Campsites und Lodges im Voraus wird besonders für die Grootberg Lodge, Vingerklipp Lodge und Immanuel Lodge empfohlen, obwohl im Februar 2023 spontane Buchungen meist problemlos möglich waren. Bei den reinen Campingplätzen gab es in der Regel ausreichend freie Stellplätze.

Für die Anmietung eines Allradfahrzeugs wurde Safari Car Rental positiv hervorgehoben. Die Kommunikation, der Service, der technische Zustand der Fahrzeuge und die deutschsprachigen Mitarbeiter wurden als professionell und persönlich empfunden. Die Anmietung eines Fahrzeugs mit neuwertigen Reifen und der dazugehörigen Ausrüstung wie Kompressor und Sandblechen gab zusätzliche Sicherheit für die anspruchsvollen Offroad-Strecken. Die vorhandenen Kratzer am Fahrzeug sorgten für Entspannung bei der Fahrt durch Flussbetten und dichtes Buschland.

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Routenbeschreibung und Eindrücke

Die Reise begann in Windhuk. Die Landschaft bis zum Erongoplateau war zur Reisezeit im Februar aufgrund von Regenfällen sehr grün, was zwar landschaftlich reizvoll war, aber Tierbeobachtungen erschwerte.

Erongo-Region

Die Elisenheim Campsite, nahe Windhuk, eignet sich gut für die Übernahme des Mietfahrzeugs und letzte Einkäufe. Im Erongo Plateau Camp und Erongo Rocks Camp wurden schöne Stellplätze für Camper geboten. Die Wanderung auf den Gipfel des Erongo ist anspruchsvoll, aber landschaftlich spektakulär.

Spitzkoppe und Umgebung

Die Spitzkoppe Community Campsite, insbesondere der “Rock Pool” mit seiner einzigartigen Bademöglichkeit inmitten von Granitfelsen und Schildkröten, ist ein besonderes Erlebnis. Die Landschaft der Spitzkoppe ist atemberaubend. Das Madisa Camp bot eine entspannte Atmosphäre für eine Nacht.

Tierbeobachtungen und Flussbetten

Im Huab-Flussbett wurden zahlreiche Elefanten gesichtet. Für eine ruhige Nacht empfiehlt es sich, außerhalb des Flussbettes auf den Terrassen zu übernachten. In der Palmwag Lodge/Campsite waren Mitte Februar keine Elefanten zu sehen, da diese sich aufgrund der Trockenheit in andere Gebiete zurückgezogen hatten. Stattdessen konnte eine Löwenjagd auf eine Giraffe beobachtet werden. Die Lodge selbst wurde modernisiert und machte einen guten Eindruck.

Das Elephant Song Camp am Hoanib-Fluss bot die Möglichkeit, Elefanten aus erhöhter Position zu beobachten, was als spektakulär und erhaben beschrieben wurde. Der Hoanib River war zur Reisezeit trocken und teilweise tiefsandig. Hier wurden viele Elefanten und Huftiere gesichtet. Der Ganamub River war schwieriger zu befahren und weniger frequentiert. Der westliche Hoarusib River führte Mitte Februar Wasser, was die Durchfahrt für die Reisenden unmöglich machte.

Entspannung und Geologie

Die Warmquelle Campsite ist ein schöner und erholsamer Ort mit geologischer Spannung. Der Naturpool war aufgrund von Starkregen im Vorjahr etwas niedriger gestaut.

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Anspruchsvolle Pisten und faszinierende Landschaften

Die Strecke vom Khowarib Valley über Klein-Serengeti nach Grootberg Lodge ist landschaftlich abwechslungsreich, aber mit rund 10 Stunden für 150 km, davon 120 km im 4×4-Modus, auch anspruchsvoll. Starkregenereignisse können Routen verändern und erfordern Flexibilität. Das Palmen-Tal kurz vor Erwee ist surreal und sehenswert.

Unterkünfte und Kulinarisches

Die Grootberg Lodge beeindruckt mit ihrem Ausblick, das Personal ist gut, jedoch könnten Essen und Aufmerksamkeit für Details eine Auffrischung vertragen. Die Oppi-Koppi Campsite ist eine solide Übernachtungsmöglichkeit. Die Vingerklipp Lodge, unter neuer Leitung, wird derzeit renoviert und bietet ein engagiertes Team sowie gutes Essen. Ein Anruf bei der Lodge ergab einen deutlich günstigeren Preis als bei Online-Buchungsplattformen. Die Immanuel Lodge ist ideal als erste oder letzte Station vor/nach Windhuk gelegen, mit gutem Essen und Service. Der Trans Kalahari Inn, nahe dem Flughafen und dem Autovermieter, ist günstig und praktisch, lebt aber von seiner alten Substanz.

Als kulinarischer Tipp für den Abschluss vor der Abreise wird das Restaurant “Stellenbosch Tasting Room” am östlichen Stadtrand von Windhuk empfohlen, mit schönem Innenhof, moderner Küche und guter Weinauswahl.

Fazit

Diese Reise bietet einen tiefen Einblick in die Vielfalt Namibias, von anspruchsvollen Offroad-Strecken bis hin zu atemberaubenden Landschaften und einzigartigen Tierbegegnungen. Die sorgfältige Planung, die Wahl des richtigen Fahrzeugs und die Flexibilität bei der Routenführung sind entscheidend für ein unvergessliches Erlebnis in diesem faszinierenden Land.