Verschwörerische E-Mails, die behaupten, die bevorstehende “NeoFolk Night” im Felsenkeller sei eine rechtsextreme Veranstaltung, kursieren derzeit im Internet. Diesen Behauptungen widersprechen wir entschieden. Weder der Veranstalter noch die auftretenden Bands teilen oder dulden rechtes oder gar rechtsradikales Gedankengut. Im Gegenteil: Rassismus, Antisemitismus, Homophobie und extremistische Ideologien werden von allen Beteiligten klar abgelehnt. Im Folgenden dokumentieren wir Stellungnahmen des Veranstalters und der Band Darkwood, um die abstrusen Vorwürfe zu entkräften und die Philosophie hinter der Veranstaltung zu erläutern. Der Felsenkeller bietet seit jeher eine Plattform für unkonventionelle Kunst und Musik abseits des Mainstreams, und Nazis haben dort keinen Platz.
Veranstalterstatement zur NeoFolk Night am 31. Januar 2026
Die Verlegung der Veranstaltung in den größeren Ballsaal des Felsenkellers wurde positiv aufgenommen und ermöglicht es mehr Fans, an der “NeoFolk Night” teilzunehmen. Der Veranstalter dankt allen Ticketvorbestellern für ihr Vertrauen und versichert, dass alle Bestellungen bearbeitet werden. Es wird ein vielfältiges, internationales Publikum erwartet, und detaillierte Informationen zum Ablauf werden noch bekannt gegeben.
Angesichts besorgter Anfragen wurde der Rahmen der Veranstaltung transparenter gestaltet, um eine reibungslose Zusammenarbeit mit dem Felsenkeller zu gewährleisten. Seit 2024 finden im Felsenkeller regelmäßig Veranstaltungen mit außergewöhnlichen und “schrägen” Künstlern und Kunstformen statt, die sich musikalisch in Spektren von NeoFolk über Psychedelic Rock bis hin zu Experimental, Wave, Dark Ambient, Doom, Minimal, Industrial und elektronischen Klängen bewegen.
Die Philosophie dieser Reihe konzentriert sich auf spezielle Kunst, Musikerfahrungen und Darbietungen, die Grenzgänge und Kontroversen thematisieren, anstatt sich mit politischen, ideologischen oder religiösen Themen auseinanderzusetzen. Jegliche Form von Parteienpolitik, antisemitische, rassistische, homophobe, faschistische, extremistische, menschenverachtende oder radikale Hetze, Tendenzen, Ideologien sowie entsprechende Parolen und Symbole sind absolut unerwünscht und haben nichts mit der Veranstaltungsreihe zu tun. Die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen gemäß § 86a StGB ist strengstens untersagt.
Der Fokus liegt ausschließlich auf Musik und Kunst für aufgeklärte und interessierte Fans subkultureller Genres. Es ist bedauerlich, dass diese Punkte wiederholt werden müssen, da einige Personen Dinge projizieren oder missinterpretieren, die nicht existieren. Gemäß Oscar Wilde spiegelt Kunst den Betrachter und nicht das Leben. In diesem Sinne soll ein gemeinsamer, wundervoller Abend aus Liebe zur Musik und Kunst gefeiert werden.
Künstlerische Ausrichtung und Abgrenzung von Extremismus
Ein klares Statement gegen Extremismus wurde bereits abgegeben. Nach intensiver Auseinandersetzung mit dem Bandprogramm wurde sichergestellt, dass es den Werten der musikalischen Gemeinschaft entspricht. Die auftretenden Bands bewegen sich in den Genres NeoFolk, UrFolk und Darkwave-Indie. Diese Genres sind mit der frühen Punk-, Wave- und Industrial-Szene verbunden und haben eine eigene Subkultur entwickelt.
Visuell finden sich auf Albumcovern, Merchandise und Layouts oft alte Symbole wie Runen sowie magische und alchemistische Zeichen. Ästhetisch orientieren sie sich an Bands wie Laibach oder Marilyn Manson. Auch Bands wie Rammstein, Alice Cooper oder Black Sabbath nutzen Schockelemente, Theater und Symbole, die das Publikum beeinflussen oder verstörend wirken können. Die Musik integriert häufig verschlüsselte Botschaften, lyrische Zitate aus verschiedenen Epochen der Mythologie, Romantik und des Expressionismus sowie Elemente aus klassischen Stücken. Naturromantische und archaische Themen, oft in Kombination mit entsprechenden Symbolen oder Zeremonien, finden sich auch bei angesagten Bands wie Heilung oder Wardruna.
Trotz der vielfältigen Facetten des Genres gibt es streitbare und kontroverse Berührungspunkte, die zu Fehlinterpretationen führen können. Die Band Darkwood aus Dresden thematisiert den Ersten Weltkrieg, ohne ihn zu verherrlichen, und reflektiert stattdessen die düstere Realität und die Schicksale der Menschen. Sie knüpft an die Tradition der “Wandervögel” an und thematisiert in einem Album Antoine de Saint-Exupéry. Espacio Vital aus Barcelona widmet sich der Flora und Fauna sowie Traditionen, inspiriert von alten katalanischen Volksliedern. Ihre Symbole stammen aus vorchristlicher Zeit und ähneln teilweise swastikaähnlichen Mustern, die jedoch vom Franco-Regime verfolgt wurden. Spiritual Front verbinden Kammerpop mit NeoFolk-Einflüssen und thematisieren künstlerische Welten, die zu ihrer Zeit geächtet waren. Ihr Leitspruch “All the uniforms are shit, all the ideals are shit” ist ein klares Statement gegen Repression.
Fazit zu den Künstlern
In diesem Kontext sind weder Hetze noch eindeutige NS-Propaganda erkennbar. Keine der Bands unterliegt einem Spielverbot, und ihre Tonträger sind nicht indiziert. Keiner der Mitglieder bekennt sich zu einer antidemokratischen oder radikalen Partei. Es gibt keine verbotenen Symbole oder Hinweise auf ideologischen Missbrauch. Die Nutzung ihrer Musik durch totalitäre oder identitäre Gruppen wird kategorisch abgelehnt und rechtlich untersagt. Verzerrte und verstörende musikalische Elemente sind gängige Stilmittel, die zum Nachdenken anregen sollen. Entscheidend ist das Zusammenspiel mit einem aufgeklärten, kunstinteressierten Publikum.
Veranstaltungen dieser Art sollten auch ohne Notwendigkeit von Erklärungen möglich sein. Die Gleichsetzung dieser Kunstveranstaltungsreihe mit dem NS-Regime ist eine geschmacklose und inakzeptable Verharmlosung dieses verurteilten Unrechtssystems.
Stellungnahme der Band Darkwood
Darkwood nimmt die besorgten Anfragen und Hinweise bezüglich ihres Auftritts bei der “NeoFolk Night” sehr ernst. Das rein musikalische Kunstprojekt, fernab jeglicher politischer Färbung, setzt sich mit Vergangenheit und Gegenwart auseinander und möchte eine lebenswerte Zukunft mitgestalten. Die Analyse historischer Prozesse und das Nachempfinden menschlichen Handelns in Extremsituationen sind dabei unumgänglich.
Jeglicher Vorwurf der Kriegsverherrlichung wird zurückgewiesen. Die Veranstaltung wurde klar und transparent als unpolitisches Kunstmusikevent angekündigt. Die Band steht fest hinter der Veranstaltungsphilosophie und der Kernaussage, dass Parteienpolitik, Extremismus und Hassreden absolut unerwünscht sind und keine Symbole verfassungswidriger Organisationen geduldet werden.
Die erwähnte Compilation aus dem Jahr 2001 wird als Fanprojekt ohne Bandinterne Bedeutung betrachtet, und die Teilnahme daran wird als Fehler eingestuft, mit dessen Produktion sich die Band in keiner Weise identifizieren kann. Es wird dazu aufgerufen, stets eine eigene Meinung zu bilden und primäre Quellen zur Information zu nutzen.
