Was Ihre Fingernägel über Ihre Gesundheit verraten

Unsere Fingernägel sind weit mehr als nur ein kosmetisches Merkmal. Sie können uns wertvolle Hinweise auf unseren allgemeinen Gesundheitszustand geben. Oft werden Flecken oder Verfärbungen fälschlicherweise auf Nährstoffmängel wie Kalzium, Eisen oder Vitaminmangel zurückgeführt, doch wissenschaftliche Belege dafür sind rar. Wenn Sie einen Mangel vermuten, ist eine professionelle Blutanalyse, die insbesondere die Werte für Biotin (Vitamin H), Zink, Selen, Eisen und Kalzium prüft, der richtige Weg. Darüber hinaus können verschiedene gesundheitliche Probleme durch Veränderungen an den Fingernägeln signalisiert werden. Dies gilt es zu beachten.

Ursachen für Verfärbungen und Flecken

Weiße Flecken: Harmlos oder ernst?

Die häufigsten weißen Flecken auf den Nägeln sind meist harmlose Lufteinschlüsse, die während des Nagelwachstums entstehen und mit dem Nagel herauswachsen. Sie stellen in der Regel keinen Grund zur Sorge dar.

Gelbe Verfärbungen: Nagellack und mehr

Kontakt mit aggressiven Reinigungsmitteln oder stark pigmentiertem, rotem Nagellack kann zu gelblichen Verfärbungen führen. Die intensiven Farbpigmente dringen tief in die Nagelplatte ein. Die Verwendung eines Unterlacks kann hier Abhilfe schaffen. Auch farblose Lacke, die Weichmacher und Entfetter enthalten, können die Nägel spröde machen. Daher ist es ratsam, den Nägeln gelegentlich eine Pause ohne Nagellack zu gönnen.

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Dunkle Flecken: Ein Warnsignal?

Dunkelbraune bis schwarze Flecken, die nicht herauswachsen, sollten umgehend von einem Hautarzt untersucht werden. In seltenen Fällen können solche Verfärbungen auf einen schwarzen Hautkrebs (Melanom) hinweisen.

Rillen und brüchige Nägel: Ein Spiegel der Gesundheit

Der Fingernagel wächst aus der Nagelmatrix, wo sich hornbildende Zellen teilen und die alten Zellen nach außen schieben, bis sie aushärten. Dieser Prozess dauert etwa vier Wochen für jeden Millimeter Nagelwachstum.

Querrillen: Hinweise auf vergangene Belastungen

Querrillen, auch Beau-Linien genannt, können nach schweren Magen-Darm-Infektionen, grippalen Infekten mit hohem Fieber, Chemotherapien oder Phasen extremen Stresses auftreten. Da die Nägel nur etwa vier Millimeter pro Monat wachsen, werden diese Rillen oft erst sichtbar, wenn die auslösende Ursache bereits lange vorüber ist.

Tipps für starke und gesunde Fingernägel

Richtig feilen statt schneiden

Bei brüchigen Nägeln ist das Feilen der Nagelkanten die schonendere Methode im Vergleich zum Schneiden mit der Schere oder Zange. Durch das Schneiden kann die Nagelplatte abgeflacht und der vordere Nagelrand zum Splittern gebracht werden. Kleinere Unebenheiten oder Verfärbungen können vorsichtig mit einer feinen Maniküre-Feile behoben werden.

Die Nagelhaut pflegen

Die Nagelhaut sollte niemals entfernt oder weggeknipst werden, da sie die Nagelwurzel vor Keimen schützt. Niednägel sollten nicht herausgezogen, sondern mit einem Pflaster abgedeckt werden, bis sie herausgewachsen sind. Regelmäßiges Eincremen mit einer normalen Handcreme beugt ihrer Neubildung vor.

Intensive Pflege über Nacht

Für eine Extraportion Pflege können Sie vor dem Schlafengehen eine feuchtigkeitsspendende Handcreme auftragen, diese auch in die Nägel und die Nagelhaut einmassieren und anschließend Baumwollhandschuhe tragen. Am nächsten Morgen werden Sie mit samtweichen Händen und schönen, glänzenden Nägeln belohnt.

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Die Wirksamkeit von Nahrungsergänzungsmitteln, Lacken und Ölen

Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln, speziellen Lacken, Cremes und Ölen versprechen oft harte und gesunde Nägel durch Inhaltsstoffe wie Biotin, Zink, Selen, Kalzium oder Extrakte aus Gojibeeren und Avocadoöl. Jedoch ist die positive Wirkung vieler dieser Zusätze auf die Nagelgesundheit wissenschaftlich nicht eindeutig belegt.

Biotin: Ein Hoffnungsträger mit Fragezeichen

Im Tierversuch hat Biotin bei Schweinen zu schnellerem Hufwachstum geführt, und auch beim Menschen gab es Hinweise auf positive Effekte. Dennoch fehlen umfassende wissenschaftliche Studien zur optimalen Dosierung und Anwendungsdauer. Experten raten daher zur Vorsicht bei solchen Präparaten, da Überdosierungen und Wechselwirkungen, wie beispielsweise eine Beeinträchtigung der Vitamin-C-Aufnahme durch zu viel Biotin, nicht ausgeschlossen werden können.

Lacke, Cremes und Öle: Was ist dran am Versprechen?

Lacke können das Gefühl von festeren Nägeln vermitteln, doch Experten bezweifeln, dass sie tatsächlich Wirkstoffe tief in die Nagelstruktur einschleusen können. Cremes und Öle hingegen können die Nagelhaut geschmeidig halten und somit indirekt zur Nagelgesundheit beitragen, indem sie die empfindlichen Nagelwurzeln schützen. Die richtige Pflege ist hier entscheidend.

Die Informationen in diesem Artikel stammen aus einer Sendung des BR Fernsehens, Thema “Gesundheit!”, ausgestrahlt am 15.10.2024.