Was regeln DIN EN 50678 und DIN EN 50699 bei der Prüfung elektrischer Geräte?

Die Normen DIN EN 50678 (VDE 0701) und DIN EN 50699 (VDE 0702) sind essenziell für die Sicherheit elektrischer Geräte in Deutschland. Sie legen die Verfahren für die Erstprüfung sowie für wiederkehrende Prüfungen fest und stellen sicher, dass Geräte vor der ersten Nutzung und während ihrer gesamten Lebensdauer sicher bleiben. Dieser Artikel beleuchtet die Kerninhalte dieser Normen und die Bedeutung von Prüfprotokollen.

Kerninhalte der DIN EN 50678 und DIN EN 50699

Die DIN EN 50678 (VDE 0701) konzentriert sich auf die Prüfverfahren bei der Erstinbetriebnahme, nach Reparaturen oder Änderungen an einem elektrischen Gerät. Das Hauptziel ist die Gewährleistung der Sicherheit, bevor ein Gerät erstmalig in Betrieb genommen wird.

Die DIN EN 50699 (VDE 0702) regelt hingegen die wiederkehrenden Prüfungen elektrischer Geräte. Sie definiert, wie oft und in welchem Umfang diese Überprüfungen durchgeführt werden müssen, um die fortlaufende Sicherheit im Gebrauch zu gewährleisten. Die Prüfintervalle variieren je nach Beanspruchung des Gerätes:

  • 6 Monate: Geräte in stark beanspruchten Bereichen.
  • 12 Monate: Geräte mit normaler Beanspruchung.
  • 24 Monate: Geräte mit geringerer Beanspruchung.

Diese Intervalle sind entscheidend, um Risiken durch Abnutzung oder Defekte frühzeitig zu erkennen.

Das Prüfprotokoll nach VDE 0701 und VDE 0702

Ein VDE-Prüfprotokoll ist ein standardisiertes Dokument, das die Ergebnisse der Sicherheitsprüfung elektrischer Geräte gemäß den Vorgaben des Verbandes der Elektrotechnik (VDE) festhält. Es dient als wichtiger Nachweis für die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und bietet rechtliche Absicherung gegenüber Versicherungen im Schadensfall. Darüber hinaus sorgt es für Transparenz und Nachvollziehbarkeit aller durchgeführten Prüfungen.

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Ein typisches Prüfprotokoll umfasst folgende Angaben:

  • Allgemeine Daten: Informationen über den Prüfenden, den Auftraggebenden und die spezifischen Gerätedaten.
  • Sichtprüfung: Eine detaillierte Kontrolle auf sichtbare Mängel und die grundsätzliche Funktionsfähigkeit.
  • Messergebnisse: Dokumentation der Ergebnisse von Isolations- und Schutzleiterprüfungen.
  • Bewertung: Eine zusammenfassende Beurteilung des Sicherheitszustands des Gerätes.
  • Nächster Prüftermin: Festlegung der Frist für die nächste wiederkehrende Prüfung.

Zur Unterstützung bei der Dokumentation wird oft eine kostenlose Excel-Vorlage für Prüfprotokolle nach DIN EN 50678 und DIN EN 50699 angeboten.

Durchführung der Prüfungen nach Norm

Die normgerechte Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Geräte umfasst mehrere Schritte:

  1. Sichtprüfung: Dies ist oft der erste und wichtigste Schritt. Dabei werden Kabel, Knickschutze, Steckverbindungen und Gehäuse auf sichtbare Schäden wie Risse, Abnutzungen oder Quetschungen untersucht. Auch die Funktionsfähigkeit von Schaltern und Kennzeichnungen wie das CE-Zeichen werden geprüft. Geräte, die die Sichtprüfung nicht bestehen, dürfen nicht weiter verwendet werden.

  2. Elektrische Prüfungen: Ergänzend zur Sichtprüfung sind technische Messungen unerlässlich. Dazu gehören die Messung des Isolationswiderstands, des Schutzleiterwiderstands und des Ableitstroms, um sicherzustellen, dass keine gefährlichen Ströme fließen und die Isolation intakt ist.

  3. Funktionstests: Abschließend wird die Einsatzfähigkeit des Gerätes überprüft, indem sichergestellt wird, dass Schalter, Bedienelemente einwandfrei funktionieren und das Gerät auch unter Last sicher betrieben werden kann.

Typische Fehler und deren Vermeidung

Bei der Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Geräte treten häufig Fehler auf, die vermieden werden sollten:

  • Vergessene Erstprüfung: Neue Geräte werden fälschlicherweise als sicher angenommen, obwohl auch sie einer Erstprüfung unterzogen werden müssen.
  • Unzureichende Sichtprüfung: Schäden wie Risse oder freiliegende Kabel können übersehen werden, was ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellt.
  • Fehlende Dokumentation: Unvollständige oder fehlerhafte Prüfprotokolle können rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
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Ein praxisorientiertes Seminar kann helfen, diese Fehler zu vermeiden und Prüfungen systematisch korrekt durchzuführen.

Wer darf Prüfungen nach DGUV V3 durchführen?

Gemäß der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) Vorschrift 3 dürfen Prüfungen an elektrischen Geräten ausschließlich von qualifizierten Elektrofachkräften durchgeführt werden. Dies erfordert in der Regel eine abgeschlossene elektrotechnische Berufsausbildung oder eine entsprechende Weiterbildung sowie regelmäßige Schulungen zur Aktualisierung der Kenntnisse. Absolventen von Seminaren zur Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Geräte erhalten oft ein Zertifikat, das ihre Qualifikation bestätigt und als rechtssicherer Nachweis dient.

Werden Sie zum Experten für VDE-Prüfungen

Wenn Sie Ihr Wissen über die sichere Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Geräte vertiefen und die Anwendung der Normen DIN EN 50678 (VDE 0701) und DIN EN 50699 (VDE 0702) meistern möchten, empfiehlt sich die Teilnahme an einem entsprechenden Seminar. Dort erhalten Sie praxisorientiertes Wissen, lernen, normgerechte Prüfprotokolle zu erstellen und entwickeln die Anwendungskompetenz, die für die elektrische Sicherheit in Ihrem Unternehmen unerlässlich ist.