Adobe bringt mit den Versionen 25.2 von Premiere Pro und After Effects innovative KI-Funktionen und zahlreiche Verbesserungen, die von Profis sehnlichst erwartet wurden. Diese Updates versprechen, die Effizienz und Kreativität von Videoeditoren und Motion Designern erheblich zu steigern.
Premiere Pro
KI-gestützte Generative Extend in 4K
Ein häufiges Problem in der Videoproduktion ist, dass Aufnahmen manchmal zu kurz sind – sei es durch einen zu späten Start der Kamera oder ein zu frühes Ende. Die Funktion “Generative Extend” in Premiere Pro, angetrieben von Adobe Firefly, löst dieses Problem, indem sie nahtlos zusätzliche Frames in 4K-Qualität hinzufügt. Dies ermöglicht perfekte Übergänge, das Ausdehnen emotionaler Momente oder das Ergänzen fehlender Umgebungsgeräusche. Die KI-generierten Inhalte werden mit Content Credentials markiert, um Transparenz über die Nutzung von KI zu gewährleisten. Generative Extend kann zunächst kostenlos getestet werden, verbraucht danach aber Firefly-Generierungs-Credits, deren Kosten von Format, Bildrate und Auflösung abhängen.
Schnelle Clip-Suche mit KI-gestützter Media Intelligence
Die neue KI-gestützte Media Intelligence und ein überarbeitetes Suchfeld ermöglichen es, stundenlanges Rohmaterial in Sekundenschnelle zu durchsuchen. Die Software erkennt automatisch Objekte, Orte, Kamerawinkel und mehr innerhalb der Clips. Mit natürlichsprachlichen Suchbegriffen finden Anwender sofort passende Clips, ohne aufwändige String-outs erstellen oder sich auf ihre Erinnerungen verlassen zu müssen. Die Suche berücksichtigt visuelle Elemente, gesprochene Dialoge und Metadaten wie Aufnahmedatum oder Kameratyp. Die Medienanalyse erfolgt lokal auf dem System des Benutzers, wodurch keine Internetverbindung erforderlich ist und die Inhalte nicht zum Training von KI-Modellen verwendet werden.
Vereinfachtes Farbmanagement
Eine der größten technischen Herausforderungen in der Videobearbeitung ist die Normalisierung von Log- und Rohmaterial für die kreative Arbeit. Mit dem neuen “Premiere Color Management” wird der Import und die Bearbeitung von footage-Material vereinfacht, wodurch das Problem von ausgewaschenen, grauen Log-Videos der Vergangenheit angehört. Premiere Pro wandelt jetzt Log- und Rohkamera-Dateien direkt in SDR oder HDR um, ohne dass LUTs benötigt werden. Dies geschieht automatisch für die meisten Kameraformate beim Import. Für spezifische Formate, Proxys oder online erworbenes Log-Material können die entsprechenden Farbräume einfach für Clip-Stapel direkt aus den Bins heraus getaggt werden.
Das System bietet zudem eine neue Wide-Gamut-Farb-Pipeline, die ACEScct als Arbeitsfarbraum nutzt. Dies ermöglicht die volle Nutzung der Log- und Rohdaten der Quellclips für mehr Dynamikumfang und Kontrolle bei der Farbkorrektur in Lumetri. Das Abgleichen mehrerer Kameras, das Perfektionieren von Hauttönen und das Einstellen der Stimmung von Videos wird dadurch flexibler und unterhaltsamer.
Das Farbmanagement ist für jeden Videoeditor einfach zu bedienen. Bei der Erstellung neuer Sequenzen oder in den Einstellungen des Lumetri-Panels können sechs neue Farbmanagement-Presets ausgewählt werden. Das Standard-Preset “Direct Rec.709” sorgt für Kompatibilität mit älteren Projekten. Die neuen “Wide Gamut”-Presets erschließen die Möglichkeiten der neuen Wide-Gamut-Farb-Pipeline.
Automatische Untertitel-Übersetzung in 27 Sprachen
Nach der Einführung von “Text-Based Editing” im Jahr 2023 hat Adobe das starke Bedürfnis der Community nach verbesserten Untertitelfunktionen, insbesondere nach Übersetzungen, erkannt. Nun können Untertitel automatisch in 27 Sprachen mit KI übersetzt werden. Da Untertitel für Barrierefreiheit und Engagement in sozialen Medien immer wichtiger werden, ermöglicht dies eine größere Reichweite für Zuschauer, Follower und Kunden, ohne Premiere Pro verlassen zu müssen. Es können mehrere Untertitelspuren gleichzeitig angezeigt werden, um verschiedene Sprachen darzustellen oder die Bearbeitung in einer Fremdsprache zu unterstützen.
Verbesserte Geschwindigkeit und Performance
Adobe hat intensiv daran gearbeitet, Premiere Pro schneller und zuverlässiger zu machen, basierend auf den häufigsten Anfragen der Community:
- Dynamische Wellenformen: Bieten eine visuelle Darstellung des Audiopegels während der Lautstärkeanpassung.
- Farbige Sequenz-Labels: Helfen bei der Organisation durch das Hinzufügen von Farben zu Sequenz-Tabs.
- Neu geschriebene Unterstützung für H.264: Bietet bis zu 4x höhere Performance auf Apple Silicon und 2x höhere Performance auf Windows-Systemen für H.264 in MP4- und MOV-Dateien.
- Hardwarebeschleunigtes Canon Cinema RAW Light: Auf Apple Silicon Systemen wird die Wiedergabe auf der Timeline bis zu 4x schneller und der Export bis zu 9x schneller.
- Schnellere Audio-Conformierung und Peak-File-Generierung: Ermöglicht einen schnelleren Start und reibungsloses Arbeiten.
Zusätzlich wird durch die Zusammenarbeit mit NVIDIA eine schnellere Wiedergabe als Echtzeit für gängige Formate wie H.264 und HEVC 10-Bit 4:2:2 erreicht. Nutzer von Premiere Pro (Beta) auf neueren Windows-Systemen profitieren von GPU-beschleunigter Dekodierung durch die NVIDIA Blackwell GPU-Architektur, was die Arbeit mit Originaldateien statt Proxys, eine flüssigere Timeline-Reaktionsfähigkeit und eine geringere CPU-Belastung ermöglicht.
After Effects
Leistungsstarke Vorschau-Wiedergabe
Die Vorschau-Wiedergabe in After Effects war bisher stark von der Menge des verfügbaren RAMs abhängig, was die Vorschau längerer Kompositionen, besonders auf Laptops, erschwerte. Das neue “High Performance Preview Playback”-System nutzt RAM und lokale Festplatten gemeinsam, sodass nun die gesamte Komposition vorgeladen und wiedergegeben werden kann. Dies stellt eine der größten Performance-Verbesserungen in der Geschichte von After Effects dar und ermöglicht es allen Nutzern, unabhängig von ihrer Hardware, mehr von ihrer Komposition flüssiger wiederzugeben.
Vereinfachte 3D-Animationen
After Effects-Nutzer erhalten mehr Werkzeuge für 3D-Motion-Design und VFX-Compositing. Neue “Animated Environment Lights” ermöglichen es, 3D-Kompositionen mit sich bewegenden Lichtern, die aus Videos oder Animationen generiert werden, zu beleuchten. Eigene Hintergrund-Plates, 360-Grad-Videos, ausgewählte Ebenen oder ganze Kompositionen können zur Ausleuchtung von 3D-Modellen mit sich bewegenden Reflexionen und Schatten verwendet werden.
Die native Unterstützung für 3D-FBX-Modelle erweitert die verfügbaren Ressourcen für Anwender, da FBX ein gängiges Format auf Online-Marktplätzen ist. Fortschrittliche und mehrstufige 3D-Workflows wurden in neue Ein-Klick-Menüpunkte komprimiert, wodurch beispielsweise die Erstellung einer sich mit der Kamera bewegenden 3D-Hintergrundumgebung oder das Shading von 3D-Modellen mit benutzerdefinierten Effekten mit nur einem Klick erfolgen kann.
HDR-Monitoring
Neben dem Import und Export von HDR-Inhalten bietet After Effects nun auch ein neues HDR-Monitoring. Egal ob auf einem HDR-fähigen Laptop oder über eine Signalübertragung an einen HDR-Referenzmonitor, Anwender können nun verbesserte Ebenen von Vibranz, Sättigung und Helligkeit in After Effects betrachten.
Weitere Neuerungen in After Effects 25.2
Zusätzlich zu den Hauptfunktionen gibt es weitere Verbesserungen, die auf die Bedürfnisse von Animatoren und Compositing-Spezialisten zugeschnitten sind:
- Benutzerdefinierte “Fallow Colors” und Transparenz-Raster.
- Neue Voreinstellung zur Beibehaltung von Arbeitsbereichen beim Öffnen von Projekten anderer Nutzer.
- Neue Null-Befehle für präzise Animationskontrolle.
- 3D-Modell-Animationssteuerungen im Eigenschaften-Panel.
Verfügbarkeit
Alle genannten Funktionen sind ab sofort verfügbar. Weitere Informationen finden Sie auf der Premiere Pro Seite und der After Effects Seite.

