Die Faszination für Plumploris, auch Langfinger genannt, hat in den letzten Jahren, befeuert durch virale Videos in sozialen Netzwerken, stark zugenommen. Diese niedlichen Primaten mit ihren großen Augen und ihrer gemächlichen Art werden oft in humorvollen oder herzerwärmenden Kontexten gezeigt. Doch hinter der scheinbar harmlosen Popularität verbirgt sich eine dunkle Realität des illegalen Wildtierhandels und des damit verbundenen immensen Tierleids. Viele Menschen, die diese Tiere online bewundern oder sogar von einer Haltung träumen, sind sich der schwerwiegenden Konsequenzen ihres Interesses nicht bewusst. Dieser Artikel beleuchtet die Hintergründe und erklärt, warum Plumploris keinesfalls als Haustiere geeignet sind und die Darstellung ihrer Haltung in den Medien dringend verhindert werden muss.
Wer sind die Plumploris?
Plumploris gehören zur Familie der Loris, einer Gruppe von scheuen, nachtaktiven Affen, die in den tropischen Regenwäldern Südostasiens beheimatet sind. Sie sind bekannt für ihre langsamen Bewegungen und ihre großen, ausdrucksstarken Augen. Ihre geringe Geschwindigkeit macht sie jedoch zu leichten Opfern für Wilderer, die sie aus ihrem natürlichen Lebensraum entnehmen, um sie illegal als Haustiere zu verkaufen oder für traditionelle Medizinprodukte zu nutzen. Zusätzlich schrumpft ihr Lebensraum durch Abholzung und Bebauung, was den Kontakt mit Menschen und die Gefahr der Gefangennahme erhöht. Plumploris sind eine geschützte und vom Aussterben bedrohte Art, deren Nachfrage als Haustier jedoch ungebrochen ist.
Die illegale Beschaffung von Plumploris für die Heimtierhaltung
Der Handel mit in freier Wildbahn gefangenen Plumploris zu kommerziellen Zwecken ist strengstens untersagt. Gemäß dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES), das als Anhang I gelistet ist, ist der Handel mit dieser besonders geschützten Art grundsätzlich verboten. Diese Regelungen werden auf europäischer Ebene durch die Artenschutzverordnung umgesetzt, die eine Haltung durch Privatpersonen in Europa untersagt. Auch in Deutschland verbieten das Bundesnaturschutzgesetz und verwandte Verordnungen den Handel, Besitz und die Gewahrsamnahme von Plumploris. Das CITES-Abkommen, dem weltweit 184 Staaten angehören, zielt darauf ab, bedrohte Tierarten vor Überjagung und illegalem Handel zu schützen. In den Herkunftsländern der Plumploris ist die Haltung und der Handel ebenfalls gesetzlich verboten. Leider mangelt es oft an der konsequenten Durchsetzung dieser Schutzgesetze, was dazu führt, dass nur ein Bruchteil der illegalen Handelsfälle bestraft wird.
Das Leben der Plumploris: Wildnis vs. Gefangenschaft
In freier Wildbahn
Plumploris leben in den Regenwäldern Südostasiens und ihre genauen sozialen Strukturen sind noch nicht vollständig erforscht. Man vermutet familienähnliche Verbände oder auch territoriale Einzelgänger. Tagsüber ruhen sie in Astgabeln und schützen sich durch ihre langsame Bewegung. Nachts gehen sie auf Nahrungssuche, die eine vielfältige Mischung aus pflanzlichen Bestandteilen wie Nektar und Früchten sowie tierischer Kost wie Insekten und kleinen Wirbeltieren umfasst. Sie nehmen auch Baumsäfte auf, um wichtige Mineralstoffe aufzunehmen.
Eine Besonderheit der Plumploris ist ihre Fähigkeit, sich langsam und bedächtig zu bewegen und bei Gefahr nicht zu fliehen, sondern sich kaum noch zu rühren und die Arme zu heben, um größer und bedrohlicher zu wirken. Bei Bedrohung können sie durch einen Biss giftige Flüssigkeit injizieren, die aus einer Mischung ihres Speichels und eines Sekrets aus Drüsen an den Ellenbogen entsteht. Ein Biss kann für kleinere Säugetiere tödlich sein und bei Menschen schwere allergische Reaktionen auslösen. Ihre Fortpflanzungsrate ist gering; Weibchen tragen etwa 200 Tage und gebären meist nur ein Junges. Plumploris spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem, indem sie Samen verbreiten und Blüten bestäuben.
In privater Haltung
Die Haltung von Plumploris in privater Obhut ist fast immer mit erheblichem Leid für die Tiere verbunden. Schon beim Fang sterben schätzungsweise 30 bis 90 Prozent der Tiere während des Transports. Diejenigen, die überleben, erleiden oft grausame Prozeduren: Um potenzielle Bisse zu verhindern, werden ihnen nicht selten die Zähne gezogen oder gekürzt, oft ohne Betäubung, was zu chronischen Schmerzen und Infektionen führt und eine Wiederauswilderung unmöglich macht.
Die Tiere werden dann illegal auf Märkten oder über das Internet an Touristen oder “Tierliebhaber” verkauft. Dort erwartet sie ein trauriges Dasein in Käfigen, oft unter Helligkeitsbedingungen, die für sie quälend sind, da sie nachtaktive Tiere sind und nur minimale Lichtexposition vertragen. Ihre natürliche, vielfältige Ernährung lässt sich in Gefangenschaft kaum nachstellen, was zu Krankheiten wie Fettleibigkeit oder Diabetes führen kann. Die benötigten konstanten Temperaturen und Luftfeuchtigkeiten sind schwer zu gewährleisten, und eine artgerechte tiermedizinische Versorgung ist selten verfügbar.
Zudem werden Körpersprache und Verhaltensweisen der Plumploris oft missinterpretiert. Das Heben der Arme, das in der Wildnis eine Abwehrhaltung darstellt, wird fälschlicherweise als Geste der Freude oder Einladung zur Umarmung gedeutet. Selbst beschlagnahmte Tiere haben oft keine positive Zukunft, da Auffangstationen überfüllt sind und eine Wiederauswilderung aufgrund von Verletzungen, Krankheiten oder fehlender Sozialisation meist nicht mehr möglich ist.
Fazit: Nein zu Plumploris als Haustieren
Das CITES-Abkommen und nationale Gesetze wie das Bundesnaturschutzgesetz verbieten den Handel und die Haltung von Plumploris. Sie sind Wildtiere, deren komplexe Bedürfnisse in menschlicher Obhut nicht erfüllt werden können. Die Bilder und Videos in sozialen Medien, die die Tiere in scheinbar glücklicher Interaktion mit Menschen zeigen, befeuern den illegalen Handel und verharmlosen das Leid, das hinter diesen Darstellungen steckt.
Die Welttierschutzgesellschaft lehnt die Haltung von Plumploris als Haustiere strikt ab und fordert ein Ende der Darstellung von Tierleid in sozialen Netzwerken. Studien zeigen, dass solche Videos die Wahrnehmung von Plumploris als geeignete Haustiere fördern und die kritische Auseinandersetzung mit ihrer Haltung unterdrücken.
Wir bitten Sie dringend, solche Posts nicht zu liken oder zu kommentieren, sondern sie stattdessen bei den Plattformbetreibern als Darstellung von Tierleid zu melden. Ihre Unterstützung hilft uns, Kampagnen gegen Tierleid in den sozialen Medien zu führen und Schutzprojekte für Wildtiere wie Plumploris zu fördern.
Unser Engagement für Plumploris
Die Welttierschutzgesellschaft setzt sich aktiv für den Schutz von Plumploris ein. Wir unterstützen ein Schutzzentrum in Kambodscha, das geretteten Tieren wie den beiden Plumploris “Jake” und “Chhun” ein tiergerechtes Leben ermöglicht. Jake kam mit gezogenen Zähnen ins Zentrum und konnte nicht mehr ausgewildert werden, während Chhun eine chronische Augenerkrankung hat. Beide leben nun unter artgerechten Bedingungen und werden nur für notwendige tiermedizinische Untersuchungen in menschlichen Kontakt gebracht.
Ihre Spende ermöglicht es uns, diese wichtige Tierschutzarbeit fortzusetzen und sich für ein Ende des Leids von Wildtieren einzusetzen.
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