Der „Out of Bounds“-Effekt in Photoshop: Ein Leitfaden zur Erstellung von Pop-Out-Bildern

Der „Out of Bounds“-Effekt, bei dem ein Motiv scheinbar aus dem Bildrahmen ausbricht, fasziniert und fesselt den Betrachter. Diese Technik verleiht Bildern eine zusätzliche Dimension und visuelle Dynamik, die schwer zu ignorieren ist. Ursprünglich durch einen Wettbewerb des „Worth 1000“-Gründers Avi Muchnik bekannt geworden, ist dieser Effekt eine großartige Möglichkeit, kreative Akzente zu setzen. In diesem Tutorial erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie diesen beeindruckenden Effekt in Adobe Photoshop erstellen können. Wir verwenden Photoshop CC, aber die Techniken sind auch auf ältere Versionen übertragbar.

Auswahl und Freistellen des Motivs

Der erste Schritt zur Erstellung des „Out of Bounds“-Effekts ist das präzise Ausschneiden des gewünschten Motivs aus dem Originalbild. Für dieses Tutorial verwenden wir ein dynamisches Kajak-Foto als Beispiel.

Schritt 1: Motiv auswählen

Beginnen Sie damit, das Hauptmotiv auszuwählen. In neueren Photoshop-Versionen ist die Funktion „Motiv auswählen“ (Select Subject) oft ein guter Ausgangspunkt.

Schritt 2: Auswahl verfeinern

Nutzen Sie das Schnellauswahl-Werkzeug (Quick Selection Tool), um die Auswahl zu präzisieren und sicherzustellen, dass alle Kanten sauber erfasst werden.

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Schritt 3: Kantenmaske anpassen

Für eine noch feinere Anpassung der Kanten navigieren Sie zu „Auswählen und Maskieren“ (Select and Mask). Passen Sie hier die Transparenz an, um den Ausschnitt besser beurteilen zu können. Ein nützlicher Trick ist die Verwendung der Option „Kante anzeigen“ (Show Edge) und das Anpassen des Radiusreglers, um eine saubere Trennung vom Hintergrund zu erzielen. Als Ausgabeformat wählen Sie „Neue Ebene mit Ebenenmaske“ (New Layer with Layer Mask).

Erstellung des Bildrahmens

Nachdem das Motiv freigestellt ist, widmen wir uns der Gestaltung des Rahmens, der das Motiv scheinbar zurückhält.

Schritt 4: Rahmen-Ebene erstellen

Erstellen Sie eine neue leere Ebene, die sich zwischen der Ebene mit dem freigestellten Motiv und der Hintergrundebene befindet. Diese Ebene wird als Basis für unseren Rahmen dienen.

Schritt 5: Rechteckwerkzeug auswählen

Wählen Sie das Rechteck-Werkzeug (Rectangle Tool) aus der Werkzeugleiste aus.

Schritt 6: Rahmen formen

Stellen Sie sicher, dass als Fülloption „Pixel“ (Pixels) ausgewählt ist. Ziehen Sie nun mit dem Rechteck-Werkzeug einen Rahmen um das freigestellte Motiv. Die anfängliche Farbe spielt keine Rolle.

Modifikation und Positionierung des Rahmens

Nun verleihen wir dem rechteckigen Rahmen eine dynamischere Form, die den Eindruck erweckt, er würde dem ausbrechenden Motiv standhalten.

Schritt 7: Freie Transformation und Verformen

Aktivieren Sie die freie Transformation (Strg/Cmd + T) für die Rahmenebene. Klicken Sie dann mit der rechten Maustaste und wählen Sie die Option „Verformen“ (Warp).

Schritt 8: Rahmen verformen

Sie sehen nun ein Gitter über der Form. Ziehen Sie an den Punkten und Linien, um die Form des Rahmens nach Ihren Vorstellungen zu verzerren. Ziel ist es, eine Form zu schaffen, die an ein sich aufspannendes Segel erinnert und dem Motiv entgegenwirkt. Dies erreichen Sie hauptsächlich durch das Ziehen der Ecken und der erscheinenden Griffe.

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Schritt 9: Ebenenordnung anpassen

Entsperren Sie die Hintergrundebene, indem Sie auf das Schloss-Symbol klicken. Ziehen Sie anschließend die neu gestaltete Rahmenebene ganz nach unten in der Ebenen-Palette, unter das freigestellte Motiv.

Schritt 10: Motiv im Rahmen platzieren

Um sicherzustellen, dass nur der Teil des Bildes innerhalb des Rahmens sichtbar ist, erstellen wir eine Schnittmaske (Clipping Mask).

Schritt 11: Schnittmaske anwenden

Halten Sie die Alt- (Windows) oder Option-Taste (Mac) gedrückt und positionieren Sie den Mauszeiger zwischen der Ebene des freigestellten Motivs und der darunterliegenden Rahmenebene. Wenn der Cursor sich in einen Doppelpfeil ändert, klicken Sie, um die Schnittmaske zu erstellen. Das Motiv wird nun auf die Form des Rahmens zugeschnitten.

Verfeinerung des Rahmens und Hintergrundgestaltung

Um dem Bild mehr Tiefe und Realismus zu verleihen, fügen wir dem Rahmen eine Kontur hinzu und gestalten den Hintergrund neu.

Schritt 12: Kontur hinzufügen

Wählen Sie die mit der Schnittmaske versehene Motiv-Ebene aus. Gehen Sie zu „Bearbeiten“ > „Kontur füllen“ (Edit > Stroke). Wählen Sie eine passende Pixelzahl für die Kontur (z.B. 25px) und als Position „Innen“ (Inside), da alles außerhalb der Rahmenform ohnehin nicht sichtbar sein wird.

Schritt 13: Hintergrundebene erstellen

Erstellen Sie eine neue Ebene ganz unten in der Ebenen-Palette. Wählen Sie eine Vordergrund- und eine Hintergrundfarbe, die gut zum Bild passen.

Schritt 14: Gradientenwerkzeug auswählen

Nutzen Sie das Verlaufswerkzeug (Gradient Tool).

Schritt 15: Hintergrundverlauf erstellen

Wählen Sie im Optionsmenü des Verlaufswerkzeugs die Einstellung „Vordergrund zu Hintergrund“ (Foreground to Background), „Linear“ und „Deckkraft 100%“. Ziehen Sie nun mit dem Werkzeug über die Leinwand, um einen ansprechenden Hintergrundverlauf zu erzeugen.

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Hinzufügen von Schatten für Realismus

Ein realistischer Schatten ist entscheidend, um den Eindruck zu erwecken, dass das Motiv tatsächlich aus dem Bild herausspringt.

Schritt 16: Schatten für den Rahmen

Wählen Sie die Rahmenebene aus. Klicken Sie auf das „fx“-Symbol am unteren Rand der Ebenen-Palette und wählen Sie „Schlagschatten“ (Drop Shadow). Passen Sie die Einstellungen für den Schlagschatten an, um eine glaubwürdige Schattenwirkung zu erzielen. So schwebt der Rahmen nun über dem Hintergrund.

Schritt 17: Schatten für das Motiv

Fügen Sie nun auch dem freigestellten Motiv einen Schlagschatten hinzu. Hierbei ist jedoch Vorsicht geboten, da ein Standard-Schlagschatten unerwünschte Schattenbereiche, z.B. am Boot oder im Wasserspray, erzeugen kann.

Schritt 18: Schatten als Ebene freistellen

Um den Schatten präzise steuern zu können, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Ebenenstil-Effekte (z.B. „Schlagschatten“) der Motiv-Ebene und wählen Sie „Ebene erstellen“ (Create Layer). Der Schlagschatten wird nun zu einer eigenen Ebene.

Schritt 19: Ebenenmaske für den Schatten

Fügen Sie dieser Schatten-Ebene eine Ebenenmaske hinzu.

Schritt 20: Schattenbereiche maskieren

Wählen Sie einen weichen, schwarzen Pinsel (Werkzeug B) und malen Sie über die Bereiche des Schattens, die Sie entfernen möchten. Auf diese Weise können Sie sicherstellen, dass der Schatten nur dort erscheint, wo er realistisch wirkt.

Mit diesen Schritten haben Sie den beeindruckenden „Out of Bounds“-Effekt erfolgreich in Photoshop umgesetzt. Experimentieren Sie mit verschiedenen Motiven und Rahmenformen, um einzigartige und fesselnde Bilder zu kreieren.

Referenzen

  • Adobe Stock: Kajak-Foto
  • Colin Smith – Photoshop Cafe
  • Tutorial: Cast Shadows in Photoshop
  • Tutorial: Refine Edge in Photoshop