Wer mit Adobe Photoshop arbeitet, steht oft vor der Herausforderung, bestimmte Bildbereiche präzise zu entfernen oder anzupassen. Ein gängiger Fehler ist das sofortige Zuschneiden des Bildes, was unwiederbringlich wichtige Bildinformationen verloren gehen lässt. Stellt man fest, dass der gewählte Ausschnitt doch nicht ideal war, kann das Rückgängigmachen von Arbeitsschritten mit Strg + Z zwar helfen, ist aber nur begrenzt möglich und führt oft zum Verlust aller bisherigen Bearbeitungen. Die effektivere und professionellere Lösung liegt in der Anwendung von Photoshop-Masken. Diese ermöglichen es, Bildbereiche flexibel aus- und wieder einzublenden, ohne Daten zu löschen und bieten somit eine enorme Flexibilität während des gesamten Bearbeitungsprozesses.
Die Grundlegende Funktion von Photoshop-Masken
Eine Ebenenmaske in Photoshop funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Sie kennt nur zwei Zustände – sichtbar oder unsichtbar. Bereiche, die auf der Maske weiß dargestellt werden, bleiben sichtbar und werden im Bild eingeblendet. Schwarze Bereiche hingegen werden unsichtbar gemacht und ausgeblendet. Entscheidend ist dabei, dass die Bildinformationen nicht gelöscht werden, sondern lediglich verborgen bleiben und jederzeit wiederhergestellt werden können. Jede Ebene in Photoshop kann eine eigene Ebenenmaske besitzen, wobei die grundlegende Funktion, Bereiche mittels Schwarz und Weiß ein- und auszublenden, stets gleich bleibt. [cite:1, cite:2]
Bildausschnitte flexibel bestimmen mit Photoshop-Masken
Ein typisches Anwendungsbeispiel für die Flexibilität von Ebenenmasken ist die Gestaltung von Postkarten oder Grafiken, bei denen Text und Bild harmonisch zusammenspielen sollen. Angenommen, Sie möchten eine Postkarte mit einem Text auf der rechten Seite und einem Bildmotiv auf der linken Hälfte erstellen. Nach dem Importieren des Bildes wird dieses zunächst auf die gewünschte Größe skaliert und in die linke Hälfte der Postkarte platziert. Alles, was rechts von der definierten Mittellinie sichtbar ist, soll nun mittels einer Ebenenmaske ausgeblendet werden.
Schritt 1: Bildbereich anpassen
Importieren Sie Ihr Bild in das Projekt und skalieren Sie es auf die gewünschte Größe. Positionieren Sie das Bild so, dass es die linke Hälfte Ihrer Zielgrafik ausfüllt. Hilfslinien können dabei helfen, die exakte Mitte zu definieren und sicherzustellen, dass das Bild präzise platziert ist.
Schritt 2: Ebenenmaske definieren
Wählen Sie die Bildebene im Ebenenfenster aus und fügen Sie eine Ebenenmaske hinzu, indem Sie auf das entsprechende Symbol unterhalb des Ebenenfensters klicken. Es erscheint eine neue Fläche neben Ihrer Bildebene, die zur Steuerung der Sichtbarkeit dient. Nutzen Sie das Auswahlwerkzeug, um den Bereich zu markieren, der ausgeblendet werden soll – in diesem Fall die rechte Bildhälfte. Wählen Sie anschließend das Pinselwerkzeug aus. Stellen Sie sicher, dass Schwarz als Vordergrundfarbe gewählt ist, und malen Sie über den markierten Bereich auf der Ebenenmaske. Die Bereiche, die Sie schwarz malen, werden im Bild ausgeblendet. Die Farbe auf der Ebenenmaske wird entsprechend als schwarze Fläche angezeigt. Alternativ können Sie auch zuerst einen Bereich auswählen und dann die Ebenenmaske erstellen, wodurch der ausgewählte Bereich direkt maskiert wird. [cite:5, cite:6]
Schritt 3: Ausgeblendete Bildbereiche wieder sichtbar machen
Sollten Sie das Motiv nachträglich verschieben und feststellen, dass die Kanten nicht mehr sauber abschließen, können Sie jederzeit über die Ebenenmaske Bereiche wieder sichtbar machen. Erstellen Sie hierfür eine Auswahl des gewünschten Bereichs und setzen Sie die Vordergrundfarbe auf Weiß. Wählen Sie dann die Ebenenmaske aus und malen Sie mit weißer Farbe über die entsprechenden Stellen. Die Bildinformationen werden daraufhin wieder eingeblendet. Ein nützlicher Tipp: Mit der Tastenkombination Strg + I können Sie die Maske umkehren, um schnell zu sehen, welche Bereiche aktuell ausgeblendet sind. Für weichere Übergänge beim Ein- und Ausblenden von Bereichen empfiehlt sich die Verwendung eines weichen Pinsels.
Farbkorrekturen mit einer Photoshop-Maske durchführen
Ebenenmasken sind nicht nur zur Steuerung der Bildbereiche nützlich, sondern lassen sich auch hervorragend mit Farbkorrekturen kombinieren. Dies ermöglicht es, gezielte Anpassungen vorzunehmen und bestimmte Bildteile von der Korrektur auszuschließen. Ein Beispiel hierfür ist die Anpassung von Farbstichen oder die Intensivierung von Hintergrundfarben, ohne das Hauptmotiv zu verändern.
Schritt 1: Farbkorrektur durchführen
Erstellen Sie zunächst eine neue Farbkorrekturebene, beispielsweise eine Farbton/Sättigung-Anpassung, über den Korrekturen-Tab (Fenster > Korrekturen). Diese Anpassung erscheint im Ebenenfenster als Filter mit einer automatisch erstellten Ebenenmaske. Passen Sie nun die gewünschten Farbwerte an. In unserem Beispiel werden die Gelbtöne des Hintergrunds verschoben, um sie an die Farbe eines danebenliegenden Textes anzupassen.
Schritt 2: Ebenenmaske erstellen und anpassen
Während der Farbtonänderung kann es vorkommen, dass auch Teile des Hauptmotivs, wie das Gesicht oder der Blumenschmuck, von der Korrektur betroffen sind. Um das Hauptmotiv von der Farbkorrektur auszuschließen, wählen Sie im Menü „Auswahl > Motiv“. Photoshop erkennt und wählt automatisch die Kanten Ihres Motivs aus. Anschließend wählen Sie die Ebenenmaske der Farbkorrekturebene aus und malen mit schwarzer Farbe über den automatisch ausgewählten Motivbereich. Dadurch wird die Farbkorrektur für Ihr Motiv ausgeblendet, während der Hintergrund weiterhin angepasst wird. Korrigieren Sie bei Bedarf manuell mit dem Pinselwerkzeug nach, um weichere Übergänge zu erzielen.

