Ein plötzlicher Anstieg des Phosphatspiegels bei Katzen, selbst in fortgeschrittenen Stadien einer Nierenerkrankung, kann Katzenhalter beunruhigen. Laborwerte, die zuvor stabil waren, können sich unerwartet verschlechtern und auf eine rasche Progression der Niereninsuffizienz hindeuten. Die Behandlung dieser Hyperphosphatämie ist entscheidend, um das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen und die Lebensqualität der Katze zu verbessern. Greycoat Research bietet mit seinem datenbasierten Ansatz, gestützt auf internationale Expertise, wertvolle Einblicke und Empfehlungen für die Pflege von Katzen mit Nierenerkrankungen im Stadium 2 bis 3.
Der Einfluss von Phosphat auf die Nierengesundheit
Nierenerkrankungen schreiten bei Katzen oft schleichend voran. Ein Schlüsselfaktor, der diese Entwicklung beschleunigt, ist die Hyperphosphatämie, also ein erhöhter Phosphatspiegel im Blut. Chronisch erhöhte Werte können zu sekundärem Hyperparathyreoidismus, Appetitverlust, Erbrechen und letztlich zu weiterem Nierenversagen führen. Eine konsequente Überwachung und Kontrolle des Phosphatspiegels kann daher maßgeblich dazu beitragen, die Krankheit zu verlangsamen und das Wohlbefinden der Katze zu steigern.
Der richtige Zeitpunkt für Phosphatbinder
Der normale Phosphatspiegel bei Katzen liegt im Bereich von 2,7 bis 6,2 mg/dL. Viele Halter warten, bis dieser Wert überschritten ist, bevor sie Phosphatbinder einsetzen. Doch ein frühzeitiges Eingreifen ist oft effektiver. Während Niereninsuffizienz im Stadium 2 in der Regel noch keine Phosphatbinder erfordert, steigen die Werte ab Stadium 3 häufig rapide an, was den Einsatz von Bindemitteln besonders wichtig macht. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt, wenn der Phosphatwert Ihrer Katze den Normalbereich überschreitet oder auch dann, wenn er noch im Normbereich liegt, aber kontinuierlich ansteigt. Ein aufsteigender Trend ist oft ein frühes Warnsignal.
Wichtige Phosphatbinder für Katzen
Es gibt drei Hauptkategorien von Phosphatbindern, die bei Katzen mit Nierenerkrankung eingesetzt werden:
- Sevelamer: Ein kalzium- und metallfreier Binder, der generell als sicher für die Langzeitanwendung gilt. Mögliche Nebenwirkungen sind gelegentliche Magen-Darm-Beschwerden. Er ist als Pulver oder Tablette erhältlich.
- Fosrenol (Lanthanumcarbonat): Besitzt eine hohe Bindungskapazität für Phosphat. Da es kaum systemisch aufgenommen wird, gilt es als sicher. Manche Katzen mögen den metallischen Geschmack nicht, die Tabletten können jedoch zerkleinert werden.
- Aluminiumhydroxid: Sehr wirksam bei der Phosphatbindung, meist flüssig verfügbar. Aufgrund des Risikos einer Aluminiumansammlung ist es nicht für die Langzeitanwendung empfohlen, da es zu Verwirrung, Zittern, Appetitverlust oder Verstopfung führen kann.
Kombinationstherapie für optimale Ergebnisse
In vielen Fällen ist die Kombination von Phosphatbindern wirksamer als die alleinige Gabe eines Präparats. Sevelamer und Fosrenol eignen sich aufgrund ihrer Sicherheit und unterschiedlichen Wirkmechanismen gut für eine Langzeitkombination. Sevelamer bindet Phosphat im Darm, während Fosrenol es physikalisch aus dem Körper transportiert. Diese Kombination kann zu einer stabileren Kontrolle des Phosphatspiegels führen. In bestimmten Fällen kann auch Aluminiumhydroxid vorübergehend unter tierärztlicher Aufsicht hinzugefügt werden. Die Katze “General” zeigte beispielsweise nach der Zugabe von Sevelamer zu Fosrenol eine Stabilisierung ihrer Werte im Stadium 4 der Niereninsuffizienz. Eine Kombinationstherapie sollte immer nach Rücksprache mit dem Tierarzt erfolgen.
Risiken kalziumbasierter Phosphatbinder und das AIM-Protein
Phosphatbinder, die Kalzium enthalten, wie Kalziumkarbonat, können den Kalziumspiegel im Blut erhöhen und die Aktivität des AIM-Proteins beeinträchtigen. Dieses Protein ist entscheidend für die Ausscheidung von Abfallstoffen aus den Nieren. Eine zu hohe Kalziumkonzentration kann die AIM-Aktivität stören und potenziell eine Nierenentzündung verschlimmern. Daher gelten kalziumfreie Phosphatbinder als sicherere Option für Katzen mit Nierenerkrankungen.
Tipps zur Verabreichung von Phosphatbindern
Um Magen-Darm-Nebenwirkungen zu minimieren und die Akzeptanz zu erhöhen, beachten Sie folgende Tipps:
- Nicht auf nüchternen Magen geben: Die Gabe auf leeren Magen kann Erbrechen auslösen.
- Mit schmackhaftem Futter mischen: Das Mischen von Pulverbindern in Nassfutter mit appetitlichem Geschmack kann die Akzeptanz steigern.
- Spritze bei Bedarf verwenden: Wenn die Katze nicht selbst frisst, kann der Binder mit Futter vermischt und langsam mittels Spritze verabreicht werden.
Phosphatbinder sind mehr als nur Mittel zur Senkung von Laborwerten; sie sind eine wichtige Unterstützung, um den Schaden durch Nierenerkrankungen zu verlangsamen und Ihrer Katze ein längeres, komfortableres Leben zu ermöglichen.
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