Die Perserkatze: Ein Leitfaden zu Rasse, Farben und Standards

Die Perserkatze ist weltweit für ihr üppiges Fell, ihr sanftes Wesen und ihren einzigartigen, flachen Gesichtsausdruck bekannt. Diese Rasse hat eine lange und faszinierende Geschichte, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht, als die ersten Perserkatzen von Persien (dem heutigen Iran) und der Türkei nach Europa kamen. Sie entwickelten sich zu einer der beliebtesten Rassekatzen, geschätzt für ihr ruhiges Temperament und ihre majestätische Erscheinung.

Ursprünge und Entwicklung

Die Perserkatze, wie wir sie heute kennen, ist das Ergebnis sorgfältiger Zucht und Selektion. Ursprünglich waren die langhaarigen Katzen, die nach Europa gebracht wurden, wahrscheinlich eine Mischung aus Angorakatzen aus der heutigen Türkei und Langhaarkatzen aus Persien. Im späten 19. Jahrhundert begann die gezielte Zucht, um den charakteristischen runden Kopf, die kurzen Schnauzen und das dichte Fell zu fördern. Diese Bemühungen führten zur Etablierung des Rassestandards, der die Perserkatze von anderen Rassen unterscheidet.

Der Rassestandard: Ein Detailblick

Die Beurteilung einer Perserkatze erfolgt anhand eines detaillierten Rassestandards, der verschiedene Merkmale gewichtet. Hier sind die Hauptkategorien:

  • Kopf (inkl. Augen- und Ohrenform): 30 Punkte. Der Kopf sollte massiv und rund sein, mit einem runden Gesicht und gut entwickelten Wangen. Die großen, runden Augen, die weit auseinander stehen, tragen wesentlich zum süßen und sanften Ausdruck der Katze bei.
  • Körpertyp (inkl. Form, Größe, Knochenbau und Schwanzlänge): 20 Punkte. Der Körperbau ist kräftig und gedrungen (“cobby”), mit breiter Brust und Schultern. Die Beine sind kurz und kräftig, die Pfoten groß und rund.
  • Fell: 10 Punkte. Das Fell ist lang, dicht und üppig, mit feiner Textur und Glanz. Ein ausgeprägter Kragen (“Ruff”) um den Hals und eine volle Behaarung an Ohren und Zehen sind charakteristisch.
  • Balance und Raffinesse: Jeweils 5 Punkte. Diese Kriterien bewerten das harmonische Zusammenspiel aller Körperteile und die Eleganz der Katze.
  • Farbe: 20 Punkte. Die Vielfalt der Farben und Muster ist enorm, und die genaue Ausprägung spielt eine wichtige Rolle.
  • Augenfarbe: 10 Punkte. Die Augenfarbe sollte zur Fellfarbe passen und klar und leuchtend sein.
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Körperliche Merkmale im Detail

Kopf: Der Kopf einer Perserkatze ist rund und massiv, mit einer bemerkenswerten Breite zwischen den Ohren. Die Schnauze ist kurz und breit, mit einem deutlichen “Break” (ein Einschnitt oder eine Biegung) zwischen den Augen. Die Nase ist kurz und flach, aber die Nasenlöcher müssen offen genug sein, um eine ungehinderte Atmung zu ermöglichen. Vollrunde Wangen und ein kräftiges Kinn vervollständigen das typische Gesicht.

Ohren: Die Ohren sind klein, abgerundet und nach vorne geneigt. Sie sitzen tief und weit auseinander am Kopf und fügen sich harmonisch in die runde Kopfkontur ein.

Augen: Die Augen sind eines der markantesten Merkmale der Perserkatze. Sie sind groß, rund, ausdrucksstark und weit auseinander platziert. Die Farbe variiert je nach Fellfarbe, von tiefem Blau über Kupfer bis hin zu ungleichen Augenfarben (odd-eyed).

Körper: Der Körper ist kompakt und muskulös, mit einer breiten Brust und einem geraden Rücken. Trotz ihres oft stämmigen Aussehens sollten Perserkatzen nicht übergewichtig sein. Die Qualität und das Wohlbefinden der Katze sind wichtiger als reine Größe.

Schwanz: Der Schwanz ist kurz, aber proportional zur Körperlänge und wird gerade getragen, niemals über dem Rücken gebogen.

Farben und Muster: Eine Welt der Vielfalt

Die Perserkatze ist in einer erstaunlichen Vielfalt von Farben und Mustern erhältlich, die jeweils eigene Standards und Beurteilungskriterien haben.

Einfarbige Farben (Solid Division)

  • Weiß: Reinweiß, mit rosa Nase und Pfotenballen. Augen tiefblau oder kupferfarben. Bei Odd-Eyed Weiß ist ein blaues und ein kupferfarbenes Auge erwünscht.
  • Blau: Ein einheitlicher Blauton, von der Nase bis zur Schwanzspitze. Nase und Pfotenballen blau, Augen kupferfarben.
  • Schwarz: Tiefes, dichtes Kohlschwarz. Nase schwarz, Pfotenballen schwarz oder braun, Augen kupferfarben.
  • Rot: Tiefes, klares, leuchtendes Rot ohne Schattierungen oder Muster. Nase und Pfotenballen ziegelrot, Augen kupferfarben.
  • Creme: Ein einheitlicher heller Cremeton. Nase und Pfotenballen rosa, Augen kupferfarben.
  • Schokolade: Reiches, warmes Schokoladenbraun. Nase braun, Pfotenballen zimtfarben-rosa, Augen kupferfarben.
  • Flieder (Lilac): Reiches, warmes Lavendel mit einem Hauch von Rosa. Nase lavendelfarben, Pfotenballen rosa, Augen kupferfarben.
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Silber- und Golddivision (Silver and Golden Division)

Hier ist die Augenfarbe in der Regel grün oder blaugrün. Die Musterung mit Silber oder Gold ist entscheidend.

  • Chinchilla Silber: Unterfell reinweiß, Deckhaar fein schwarz gespitzt, was einen funkelnden Silbereffekt erzeugt. Nase ziegelrot, Pfotenballen schwarz.
  • Schattiertes Silber: Unterfell weiß, mit schwarzer Tipping-Schattierung von den Seiten, dem Gesicht und dem Schwanz. Der Gesamteindruck ist dunkler als bei Chinchilla Silber.
  • Chinchilla Golden: Unterfell hellhonig bis apricot, Deckhaar schwarz gespitzt. Augen meist kupferfarben.
  • Schattiertes Golden: Unterfell hellhonig bis apricot, mit schwarzer Tipping-Schattierung.

Rauch- und Schattierungsdivision (Smoke and Shaded Division)

Diese Katzen haben ein weißes Unterfell, das bei Bewegung sichtbar wird.

  • Schwarzer Rauch: Unterfell weiß, dicht schwarz gespitzt.
  • Blauer Rauch: Unterfell weiß, dicht blau gespitzt.
  • Creme Rauch: Unterfell weiß, dicht cremefarben gespitzt.
  • Roter Rauch: Unterfell weiß, dicht rot gespitzt.
  • Schildpatt Rauch: Unterfell weiß, dicht schwarz und rot gespitzt.
  • Blau-Creme Rauch: Unterfell weiß, dicht blau und cremefarben gespitzt.

Tabby-Division

Bei Tabby-Persern ist das Muster ebenso wichtig wie die Grundfarbe. Es gibt zwei Hauptmuster: Classic (breite, wirbelnde Markierungen) und Mackerel (dünne, parallele Streifen).

  • Silber Tabby: Grundfarbe helles Silber, Markierungen dicht schwarz.
  • Braun Tabby: Grundfarbe leuchtendes Kupferbraun, Markierungen dicht schwarz.
  • Rot Tabby: Grundfarbe Rot, Markierungen tiefes Rot.
  • Blau Tabby: Grundfarbe bläulich-elfenbein, Markierungen tiefblau.
  • Creme Tabby: Grundfarbe helles Creme, Markierungen dunkleres Buff oder Creme.

Parti-Color Division

  • Schildpatt: Schwarz mit klar abgegrenzten roten oder sanft vermischten roten Flecken.
  • Blau-Creme: Blau mit klar abgegrenzten cremefarbenen oder sanft vermischten cremefarbenen Flecken.

Calico und Bi-Color Division

Diese Katzen sind dreifarbig (Calico) oder zweifarbig (Bi-Color).

  • Calico: Schwarz, Rot und Weiß.
  • Verdünntes Calico (Dilute Calico): Blau, Creme und Weiß.
  • Bi-Color: Kombination aus Weiß mit einer anderen Farbe (z.B. Schwarz und Weiß, Blau und Weiß).
  • Rauch und Weiß: Rauchfarbene Muster mit Weiß.
  • Tabby und Weiß: Tabby-Muster mit Weiß.
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Himalaya-Division (Himalayan Pattern)

Diese Katzen ähneln den Siamkatzen mit ihren Point-Färbungen, aber mit dem Körperbau und Fell der Perserkatze. Sie haben einen hellen Körper mit dunkleren “Points” (Ohren, Gesicht, Beine, Schwanz) in verschiedenen Farben.

  • Schokoladen Point: Elfenbeinfarbener Körper, schokoladenbraune Points.
  • Siegel Point: Helle fawnen bis cremefarbener Körper, tiefbraune Points.
  • Flieder Point: Gletscherweißkörper, fliederfarbene Points mit rosa Schimmer.
  • Blauer Point: Bläulich-weißer Körper, blaue Points.

Wichtige Hinweise zur Zucht und Haltung

Die Perserkatze benötigt aufgrund ihres langen Fells eine tägliche Fellpflege, um Verfilzungen vorzubeugen. Regelmäßiges Bürsten ist unerlässlich. Aufgrund ihrer abgeflachten Gesichtszüge können Perserkatzen zu Atemproblemen und Augeninfektionen neigen, was eine sorgfältige Beobachtung und gegebenenfalls tierärztliche Betreuung erfordert. Trotz dieser Herausforderungen bleiben Perserkatzen aufgrund ihres sanften, anhänglichen und ruhigen Wesens beliebte Begleiter für Katzenliebhaber weltweit.