Hunde sind nicht nur treue Begleiter, sondern können auch Träger von Parasiten sein, die sowohl die Gesundheit des Tieres als auch die des Menschen gefährden können. Dieser Leitfaden beleuchtet die verschiedenen Arten von Parasiten, ihre Problematik, Diagnose, Behandlung und vorbeugende Maßnahmen, um Ihr Haustier und sich selbst zu schützen.
Was sind Parasiten und warum sind sie problematisch?
Parasiten lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen:
- Endoparasiten: Diese leben im Inneren des Körpers, beispielsweise in Organen wie dem Darm, der Lunge oder dem Herzen. Dazu zählen verschiedene Wurmarten und Einzeller.
- Ektoparasiten: Diese siedeln sich auf der äußeren Körperoberfläche an und umfassen Milben, Flöhe und Zecken.
Ein Wirt ist jedes Tier, das von einem Parasiten befallen ist. Der End- oder Zielwirt ist der Organismus, an den der Parasit am besten angepasst ist und in dem er sich vermehrt. Zwischenwirte spielen eine Rolle bei der Weiterentwicklung des Parasiten, von einem Stadium zum nächsten, und fungieren oft als Überträger. Fehlwirte werden vom Parasiten stark geschädigt oder können ihn nicht erfolgreich vermehren. Die Zeitspanne zwischen einer Infektion und der Ausscheidung ansteckender Partikel wird als Infektionszeitraum bezeichnet und ist für die Diagnostik von Bedeutung.
Eine Zoonose beschreibt eine Krankheit, die von Tieren auf den Menschen übertragen werden kann. Dies unterstreicht die Wichtigkeit der Parasitenkontrolle beim Hund, da viele Parasiten auch für den Menschen infektiös sind. Gesunde, erwachsene Hunde zeigen oft keine Symptome, was dazu führen kann, dass sie nicht regelmäßig behandelt werden. Dies ist besonders gefährlich für junge, alte oder immungeschwächte Tiere. Hohe Hundedichten in städtischen Gebieten, Tierpensionen oder Tierheimen begünstigen die Ausbreitung von Parasiten. Auch Füchse, die oft in Städten leben, tragen ähnliche Parasiten und können diese weiterverbreiten. Mit zunehmender Reisetätigkeit und dem Import von Tieren aus südlichen und osteuropäischen Ländern werden auch zuvor als exotisch geltende Parasiten wie Leishmanien oder Herzwürmer in Deutschland vermehrt beobachtet. Der Klimawandel begünstigt zudem das Überleben von Überträgern wie Mücken und Zecken in unseren Breiten, wodurch Parasiten sich dauerhaft etablieren können.
Wichtige Parasiten beim Hund
Endoparasiten
- Würmer: Spul-, Haken-, Band- und Peitschenwürmer befallen den Darm. Bei Welpen können sie zu Durchfall und Abmagerung führen. Eine Übertragung von der Mutter auf die Welpen ist über die Gebärmutter oder Muttermilch möglich. Hakenwürmer können die Haut aktiv durchbohren. Der Fuchsbandwurm ist besonders gefährlich für den Menschen und kann durch Hunde und Katzen übertragen werden. Lungenwürmer verursachen Husten und Fieber, während Herzwürmer, die von Mücken übertragen werden, Herz und Lungenarterien befallen und zu Atemproblemen führen können.
- Einzeller (Protozoen): Giardien, Cryptosporidien und andere Protozoen verursachen Durchfall, der bei Welpen besonders schwerwiegend sein kann. Leishmanien befallen das Immunsystem und werden durch Sandmücken übertragen, was zu Hautveränderungen, Lahmheit und chronischen Gesundheitsproblemen führt. Babesien, von Zecken übertragen, greifen rote Blutkörperchen an und können lebensgefährlich sein, während Anaplasmose, ebenfalls durch Zecken übertragen, Immunzellen befällt und Fieber verursacht.
Ektoparasiten
- Zecken: Sie saugen Blut und sind hauptsächlich als Überträger von Krankheiten wie Babesiose, Anaplasmose und Borreliose bekannt. Eine schnelle und korrekte Entfernung ist daher unerlässlich.
- Milben: Verursachen starken Juckreiz, stumpfes Fell und Schuppen. Die Demodikose ist eine spezielle Erkrankung, bei der Demodex-Milben durch Immunschwäche zu einer massiven Vermehrung führen, was Haarausfall und Hautentzündungen zur Folge hat. Ohrmilben führen zu starkem Juckreiz und Ohrenentzündungen. Herbstgrasmilben befallen Hunde saisonal und verursachen Juckreiz, besonders in den Zwischenzehenbereichen.
- Flöhe: Weit verbreitet und können Bandwürmer übertragen. Sie verursachen Juckreiz und können eine Flohspeichelallergie auslösen. Flohkot im Fell ist ein deutliches Anzeichen für einen Befall.
- Läuse und Haarlinge: Seltener, verursachen aber Juckreiz und werden direkt von Tier zu Tier übertragen.
Diagnose von Parasitenbefall
Die Diagnose von Parasitenbefall kann auf verschiedenen Wegen erfolgen:
- Kotuntersuchung: Ermöglicht den Nachweis von Eiern oder Stoffwechselprodukten von Darmparasiten.
- Hautuntersuchung: Eine gründliche Untersuchung von Haut und Fell mit Lupe und Flohkamm kann Ektoparasiten und Flohkot aufdecken. Hautgeschabsel kann zur Untersuchung von Milben notwendig sein.
- Klebefilmpräparat: Zur Untersuchung von Ektoparasiten oder deren Eiern auf der Haut.
- Blutuntersuchung: Dient dem Nachweis von Antikörpern gegen bestimmte Parasiten oder zur Feststellung von Veränderungen im Blutbild. Mittels PCR können Parasiten direkt nachgewiesen werden.
- Weitere Untersuchungen: In bestimmten Fällen können Biopsien oder Punktionen erforderlich sein.
Behandlung von Parasiten
Gegen die meisten Parasiten gibt es wirksame Behandlungsmethoden. Bei einigen Erkrankungen, wie Leishmaniose, kann die Behandlung jedoch langwierig und komplex sein. Es ist wichtig, nicht nur das Tier, sondern auch die Umgebung zu behandeln, insbesondere bei Flohbefall, da Floheier und -larven sehr widerstandsfähig sind. Alle Haustiere im Haushalt sollten ebenfalls überprüft und gegebenenfalls mitbehandelt werden. Bei Verdacht auf Ohrenentzündung ist ein Tierarztbesuch unerlässlich; Hausmittel sind hier nicht ratsam.
Prophylaxe gegen Parasiten
Eine regelmäßige vorbeugende Behandlung ist oft einfacher und angenehmer als die Therapie einer bestehenden Infektion. Verschiedene Präparate wie Spot-ons, Pasten, Tabletten oder Halsbänder stehen zur Verfügung. Man unterscheidet zwischen Repellentien, die Parasiten fernhalten (z.B. Halsbänder gegen Zecken und Flöhe), und therapeutischen Behandlungen, die vorhandene Parasiten abtöten (z.B. Tabletten gegen Magen-Darm-Würmer). Trächtige Hündinnen sollten besonders gut entwurmt sein, um eine Übertragung auf die Welpen zu verhindern.
Die Bekämpfung von Zwischenwirten ist ebenfalls wichtig:
- Zecken sollten schnell und korrekt mit einer Zeckenzange oder einem Zeckenhaken entfernt werden.
- Auf Reisen in südliche Länder ist Schutz vor Stechmücken ratsam.
- Da Flöhe Bandwürmer übertragen, ist ein Schutz vor Flöhen ebenfalls wichtig.
Bei größeren Hundegruppen oder Zuchten spielen Prophylaxe und Hygiene eine noch größere Rolle. Es gibt mittlerweile Impfungen gegen Babesien und Leishmanien, die jedoch noch nicht überall zugelassen sind.
Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt, um die für Ihren Hund am besten geeignete Prophylaxemaßnahme und deren Häufigkeit festzulegen. Nach jedem Kontakt mit Ihrem Hund, und insbesondere vor dem Essen, sollten Sie und Ihre Kinder gründlich die Hände waschen.
Fazit
Eine große Vielfalt an Parasiten kann Hunde befallen. Um gesundheitliche Schäden für Ihren Hund und sich selbst zu vermeiden, ist eine regelmäßige Kontrolle und Prophylaxe unerlässlich. Ihr Tierarzt ist der beste Ansprechpartner, um die optimale Strategie für Ihren Vierbeiner zu entwickeln.

