Die Orientalisch Kurzhaar (OKH) ist eine Katzenrasse, die durch ihr schlankes, elegantes Erscheinungsbild und ihre großen, fledermausartigen Ohren besticht. Mit ihren mandelförmigen, immer leuchtend grünen Augen – es sei denn, sie sind weiß und haben blaue oder unterschiedlich gefärbte Augen – und einer bemerkenswerten Vielfalt an Fellfarben und -zeichnungen ist die OKH ein wahrer Blickfang. Diese Rasse, die ihren Ursprung in der Siamkatze hat und thailändische Wurzeln besitzt, ist bekannt für ihren lebhaften, neugierigen und äußerst menschenbezogenen Charakter. Sie sind keine Katzen für einsame Stunden, sondern suchen aktiv die Gesellschaft ihrer Menschen und bringen mit ihrer kommunikativen Art und ihrem Spieltrieb viel Leben in jedes Zuhause. Die OKH ist eine mittelgroße Katze, die bis zu 38 cm Schulterhöhe erreichen kann und zwischen drei und fünf Kilogramm wiegt. Ihr Fell ist kurz, fein und liegt eng am Körper an, was die Pflege äußerst unkompliziert macht. Die Rasse gilt als robust, ist jedoch kälteempfindlich. Mit der richtigen Pflege und viel Zuwendung können Orientalisch Kurzhaar Katzen eine Lebenserwartung von etwa 15 Jahren erreichen.
Das markante Erscheinungsbild der Orientalisch Kurzhaar
Das auffälligste Merkmal der Orientalisch Kurzhaar sind zweifellos ihre großen Ohren, die weit am Kopf angesetzt sind, an der Basis breit beginnen und spitz zulaufen. Diese verleihen ihr ein fast exotisches Aussehen. Ihr Kopf ist keilförmig mit einer langen, geraden Nase, was zusammen mit den schräg gestellten, mandelförmigen Augen ein unverwechselbares Profil ergibt. Die Augenfarbe ist bei fast allen Fellfarben ein intensives Grün, was einen faszinierenden Kontrast bildet. Weiße Exemplare können zusätzlich blaue Augen oder sogar ein blaues und ein grünes Auge haben.
Der Körperbau der OKH ähnelt stark dem der Siamkatze: Sie ist schlank, hochbeinig und elegant. Der lange, dünne Schwanz wird oft als peitschenartig beschrieben. Dieses schlanke Erscheinungsbild wird durch das kurze, feine und eng anliegende Fell, das ohne Unterwolle auskommt und einen schönen Glanz besitzt, noch unterstrichen.
Vielfalt in Farbe und Muster
Eine der faszinierendsten Eigenschaften der Orientalisch Kurzhaar ist die immense Vielfalt an Fellfarben und -zeichnungen. Von klassischen Farben wie Schwarz, Weiß und Rot bis hin zu Nuancen wie Chocolate, Lilac, Cinnamon und Fawn ist fast alles vertreten. Hinzu kommen Musterungen wie Schildpatt, bei dem sich schwarze und rote Flecken abwechseln, und die verschiedenen Tabby-Varianten (gestromt, getigert, getupft und getickt). Alle Tabby-Katzen tragen das charakteristische “M” auf der Stirn.
Der Charakter: Lebhaft, gesprächig und menschenbezogen
Der Charakter der Orientalisch Kurzhaar ist mindestens genauso faszinierend wie ihr Aussehen. Diese Katzen sind außergewöhnlich verspielt, neugierig und suchen stets die Nähe ihrer Menschen. Sie wollen am Familienleben teilhaben und machen ihre Bedürfnisse gerne lautstark bemerkbar. Ihr Motto lautet treffend: „Mittendrin statt nur dabei.“ Eine OKH wird Ihnen auf Schritt und Tritt folgen, sei es beim Kochen, Lesen oder sogar im Badezimmer.
Ihre hohe Intelligenz zeigt sich oft darin, dass sie lernen, Türen zu öffnen oder Schubladen aufzuziehen. Um ihren klugen Köpfen etwas zu bieten, eignet sich Clickertraining hervorragend. Wie ihre Verwandten, die Siamkatzen, sind Orientalisch Kurzhaar Katzen sehr „gesprächig“ und kommunizieren viel durch Miauen. Sie erwarten auch eine Antwort von ihrem Menschen, wenn sie etwas zu sagen haben.
Eine Orientalisch Kurzhaar Katze sitzt auf einer Fensterbank und blickt nach draußen. © Svyatoslav Balan / stock.adobe.com
OKH-Katzen sind sehr anhänglich und möchten überall dabei sein.
Haltung und Pflege: Ein Leben voller Zuwendung
Wer einer Orientalisch Kurzhaar ein Zuhause geben möchte, sollte bereit sein, viel Zeit und Aufmerksamkeit zu investieren. Diese Katzen sind nicht gerne allein und brauchen Gesellschaft, um glücklich zu sein. Am liebsten leben sie mit Artgenossen zusammen, fühlen sich aber auch als Einzelkatze wohl, wenn ihre Menschen viel Zeit für sie haben. Ein gesicherter Balkon oder ein Garten sind tolle Zusatzangebote, aber auch als Wohnungskatze sind sie zufrieden, solange sie genug Beschäftigung und Interaktion erfahren. Viele OKH lassen sich sogar an das Laufen an der Leine gewöhnen.
Pflegeleichtes Fell
Die Fellpflege der Orientalisch Kurzhaar ist denkbar einfach. Aufgrund des kurzen Fells und des Fehlens von Unterwolle reicht es oft aus, das Fell gelegentlich mit einem weichen Tuch abzurieben, um den Glanz zu erhalten. Regelmäßiges Bürsten ist nicht zwingend notwendig, wird aber von den Katzen oft genossen, da es eine willkommene Form der Zuwendung darstellt. Auch das Streichen mit leicht feuchten Händen über das Fell hilft, lose Haare zu entfernen.
Gesundheit und Lebenserwartung
Orientalisch Kurzhaar Katzen gelten im Allgemeinen als sehr robuste und gesunde Tiere. Eine bekannte Schwäche ist ihre Empfindlichkeit gegenüber Kälte. Im Gegensatz zu den Siamkatzen sind bei der OKH keine spezifischen rassetypischen Krankheiten bekannt, die beispielsweise Augen, Herz oder das Krebsrisiko betreffen. Dennoch sind sie natürlich anfällig für allgemeine Katzenkrankheiten und Parasitenbefall. Regelmäßige Impfungen und jährliche Tierarztbesuche zur Gesundheitskontrolle sind daher unerlässlich. Mit guter Pflege können Orientalisch Kurzhaar Katzen eine Lebenserwartung von durchschnittlich 15 Jahren erreichen.
Anschaffung: Den richtigen Züchter finden
Wenn Sie sich entschieden haben, einer Orientalisch Kurzhaar Katze ein Zuhause zu geben, ist die Suche nach einem seriösen Züchter der erste Schritt. Achten Sie darauf, dass die Tiere artgerecht gehalten werden und der Züchter transparent ist und Ihnen gerne die Elterntiere und die Aufzuchtbedingungen zeigt. Vollständige Papiere sind ein Muss, und die Kätzchen sollten mindestens 12 Wochen alt sein, bevor sie von ihrer Mutter und den Geschwistern getrennt werden. Vor der Abgabe sollten sie geimpft, gechipt und entwurmt sein.
Online-Anzeigen oder Angebote auf diversen Portalen sind oft mit Vorsicht zu genießen, da die Haltungsbedingungen hier nicht immer artgerecht sind. Tierschützer raten generell von solchen Käufen ab. Eine gute Alternative kann auch das örtliche Tierheim sein, wo sich manchmal auch Rassekatzen finden, die ein neues Zuhause suchen.
Geschichte und Herkunft
Die Orientalisch Kurzhaar hat ihren Ursprung, wie der Name schon sagt, in der Siamkatze, die ursprünglich aus Thailand stammt. Auch wenn die genauen Umstände ihrer Entstehung nicht ganz klar sind und Quellen sich teils widersprechen – einige verorten die Anfänge in England, andere in den USA – so sind die thailändischen Wurzeln unverkennbar. Seit den 1970er-Jahren wird die Rasse gezielt gezüchtet und hat sich, wenn auch keine Massenrasse, eine treue Liebhabergemeinde aufgebaut. Eine eng verwandte Rasse sind die Orientalisch Langhaarkatzen.
Fazit: Passt eine Orientalisch Kurzhaar zu Ihnen?
Mit ihrem schlanken Körperbau und den auffälligen Ohren ist die Orientalisch Kurzhaar vielleicht nicht jedermanns Sache, aber für ihre Liebhaber sind ihre elegante Erscheinung und ihre geschmeidigen Bewegungen ein absoluter Traum. Diese Katzen sind definitiv keine Wahl für Menschen, die Ruhe suchen. Sie sind agil, gesprächig und bringen eine lebhafte Energie in jedes Heim. Um ihnen ein glückliches Katzenleben zu ermöglichen, sind viel Zuwendung, Beschäftigung und ein aktives Miteinander unerlässlich. Wenn Sie einen anhänglichen, intelligenten und kommunikativen Begleiter suchen, könnte die Orientalisch Kurzhaar genau die richtige Wahl für Sie sein.
