Nierendiät bei Katzen: Hochwertige Futteroptionen und CNI-Management

Die Diagnose einer chronischen Nierenerkrankung (CNI) bei einer Katze stellt Tierhalter oft vor große Herausforderungen, insbesondere wenn es um die Futterwahl geht. Viele Katzenbesitzer suchen nach Wegen, die Lebensqualität ihres Tieres trotz der Erkrankung zu erhalten und zu verbessern. Dieser Artikel beleuchtet die Problematik der Nierendiät bei Katzen, stellt alternative Futteroptionen vor und gibt Ratschläge für ein effektives Management von CNI.

CNI bei Katzen: Ein Überblick

Chronische Nierenerkrankungen sind bei älteren Katzen weit verbreitet. Die Nieren filtern Abfallprodukte aus dem Blut und regulieren den Flüssigkeitshaushalt. Bei CNI funktionieren die Nieren allmählich schlechter, was zu einer Ansammlung von Giftstoffen im Körper führen kann. Symptome können vermehrtes Trinken und Urinieren, Gewichtsverlust, Muskelschwund und Appetitlosigkeit sein.

Die Diagnose erfolgt oft durch Blutuntersuchungen, bei denen erhöhte Kreatinin- und Harnstoffwerte festgestellt werden. Bei Katzen kann eine Schilddrüsenüberfunktion (SDÜ) die Nierenwerte maskieren, was eine genaue Diagnostik erschwert. Eine frühzeitige Erkennung und Anpassung der Fütterung sind entscheidend für das Wohlbefinden der Katze.

Herausforderungen bei Nierendiäten

Herkömmliche Nierendiäten, die von vielen Tierärzten empfohlen werden, sind oft auf einen niedrigen Phosphor- und Proteingehalt ausgelegt. Dies kann zwar die Nierenfunktion unterstützen, wird aber von vielen Katzen schlecht angenommen. Viele Katzen mit CNI leiden ohnehin unter Appetitlosigkeit und Muskelschwund. Ein Futter, das sie nicht mögen, verschlimmert diese Problematik.

Besonders problematisch ist, wenn Katzen das spezielle Nierendiätfutter ablehnen und dadurch weiter an Gewicht und Muskelmasse verlieren. Dies war bei Liane und ihrem Perserkater Morchel der Fall, der trotz Nierendiät und ACE-Medikation stark abbaute. Nach Umstellung auf hochwertiges Nassfutter und Fleisch stabilisierten sich seine Werte zunächst.

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Alternative Futteroptionen für Katzen mit CNI

Angesichts der Schwierigkeiten mit herkömmlichen Nierendiäten suchen viele Tierhalter nach Alternativen, die sowohl nierenschonend als auch schmackhaft sind. Einige Hersteller bieten mittlerweile “nierenschonende” Futtersorten an, die auf hochwertigen Zutaten basieren und eine höhere Akzeptanz bei den Katzen finden.

Hochwertiges Nassfutter: Futtersorten wie “Pfotenliebe” oder “Animonda” mit einem hohen Fleischanteil und ausgewogenen Nährwerten können eine gute Option sein. Wichtig ist, auf einen moderaten Phosphorgehalt zu achten.

Ergänzungen zur Unterstützung der Nierenfunktion:

  • Porus One: Dieses Präparat, das auf Zeolith basiert, kann helfen, Giftstoffe aus dem Darm zu binden und somit die Nierenbelastung zu reduzieren.
  • Renes Viscum: Ein homöopathisches Mittel, das traditionell zur Unterstützung der Nierenfunktion eingesetzt wird.

Die Kombination aus einem schmackhaften, hochwertigen Futter und gezielten Ergänzungen kann eine effektive Strategie sein, um die Nierenfunktion zu unterstützen und gleichzeitig die Lebensqualität der Katze zu verbessern.

SDMA und CNI-Diagnose

Die Einführung des SDMA-Tests (Symmetric Dimethylarginine) hat die Diagnostik von Nierenerkrankungen revolutioniert. SDMA ist ein Marker, der oft früher als Kreatinin ansteigt und somit eine frühere Erkennung von CNI ermöglicht. Eine alleinige Erhöhung des Kreatininwertes kann zwar ein Hinweis auf CNI sein, sollte jedoch im Kontext anderer Werte und Symptome bewertet werden. Eine gründliche tierärztliche Untersuchung, inklusive SDMA-Test und gegebenenfalls Schilddrüsenprofil, ist unerlässlich für eine korrekte Diagnose.

Was tun bei CNI? Ratschläge für Tierhalter

  1. Regelmäßige tierärztliche Kontrollen: Lassen Sie die Nierenwerte Ihrer Katze regelmäßig überprüfen, insbesondere wenn sie älter ist oder Symptome zeigt. Berücksichtigen Sie auch Schilddrüsenwerte.
  2. Individuelle Futterwahl: Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt über alternative Futteroptionen, wenn Ihre Katze die empfohlene Nierendiät ablehnt. Achten Sie auf hochwertiges Futter mit moderatem Phosphorgehalt.
  3. Ergänzende Maßnahmen: Erwägen Sie die Gabe von Präparaten wie Porus One oder homöopathischen Mitteln nach Absprache mit Ihrem Tierarzt.
  4. Beobachten Sie Ihre Katze: Achten Sie auf Veränderungen im Verhalten, Appetit und Trinkverhalten. Muskelabbau und Gewichtsverlust sollten ernst genommen werden.
  5. Kosten und Mühen scheuen Sie nicht: Das Wohlbefinden Ihrer Katze steht an erster Stelle. Investitionen in hochwertiges Futter und Behandlungen sind oft lohnenswert.
  6. Informieren Sie sich: Tauschen Sie sich mit anderen Tierhaltern aus und recherchieren Sie seriöse Informationsquellen zu CNI bei Katzen.
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Die Behandlung von CNI ist oft ein langwieriger Prozess, der Geduld und Anpassungsfähigkeit erfordert. Mit der richtigen Futterstrategie, regelmäßiger tierärztlicher Betreuung und viel Liebe können Sie die Lebensqualität Ihres Stubentigers maßgeblich verbessern. Wenn Sie weitere Fragen haben oder eigene Erfahrungen teilen möchten, nutzen Sie gerne die Kommentarfunktion.