Die Miele MilkPerfection 6360 verspricht höchsten Kaffeegenuss mit intelligenter Technologie, doch wie schlägt sich der Luxus-Kaffeevollautomat im Alltag? Dieser Testbericht beleuchtet die Stärken und Schwächen der Maschine, die mit einem stolzen Preis von 2.799 US-Dollar daherkommt.
Ein Design, das beeindruckt
Der erste Eindruck der Miele MilkPerfection 6360 ist zweifellos beeindruckend. Mit einer Stellfläche von 10×17 Zoll ist die Maschine ein wahrer Blickfang in jeder Küche. Das Design besticht durch abgerundete Kanten, klare Linien und eine hochwertige Verarbeitung. Sowohl ganze Bohnen als auch gemahlener Kaffee finden in zwei separaten Behältern Platz. Besonders hervorzuheben ist der “Qualitäts-Milchbehälter” aus Glas mit Schraubdeckel und Metallsiphon, der sich leicht in den Kühlschrank transportieren lässt. Alternativ kann auch direkt Milch aus einer Packung verwendet werden, indem der Siphon durch einen Schlauch mit dem Hauptgehäuse verbunden wird.
Das zentrale Bedienelement der Maschine, aus dem die Getränke ausgegeben werden, ist höhenverstellbar, um sich jeder Tassengröße anzupassen. Eine gummierte Heizplatte auf der Oberseite hält die ausgewählte Tasse warm. Ein seitlicher Auslass spendet heißes Wasser für Tee. Eine herausnehmbare Tropfschale fängt überschüssige Flüssigkeit und Kaffeesatz auf, während der 60-Unzen-Wassertank seitlich angebracht ist.
Makellose Getränke auf Knopfdruck
Die Miele MilkPerfection 6360 liefert eine beeindruckende Vielfalt an Kaffeegetränken, von Ristretto bis hin zu Latte Macchiato mit perfekt cremigem Milchschaum. Die Maschine erlaubt eine detaillierte Einstellung nahezu jedes Aspekts der Kaffeezubereitung. Ein integriertes Kegelmahlwerk aus Edelstahl bietet fünf voreingestellte Mahlgrade und ist zudem stufenlos einstellbar. Der Milchschaum wird für eine besonders feine Konsistenz zweimal aufgeschäumt. Die Wahl zwischen ganzen Bohnen und Kaffeepulver bietet Flexibilität, wobei die Verwendung von ganzen Bohnen stets empfohlen wird, um das volle Aroma zu genießen. Auch die Teezubereitung lässt sich durch verschiedene Temperatureinstellungen für unterschiedliche Teesorten optimieren. Ein “Double Shot” ist ebenfalls möglich, um den Kaffeeintensität zu erhöhen.
Die Bedienung der Maschine, obwohl mit vielen Knöpfen versehen, erwies sich im Test als intuitiv. Die Icons auf den Tasten repräsentieren verschiedene Getränke, deren Auswahl schnell erlernt ist. Zusätzliche Optionen wie Latte oder Tee sind über ein separates Menü zugänglich. Die Möglichkeit, eigene Getränkeprofile zu speichern und anzupassen, macht die tägliche Kaffeezubereitung noch komfortabler.
Ein durchdachtes, aber manchmal verwirrendes Interface
Trotz der Fülle an Funktionen präsentiert sich das Interface der Miele MilkPerfection 6360 als verbesserungswürdig. Die Bedienelemente sind mit Wortlosen Symbolen versehen, was die Navigation anfangs erschweren kann. Insbesondere die Einstellung der Getränke-Volumen ist nicht sofort ersichtlich und erfordert einen Blick in die Bedienungsanleitung. Die Maschine speichert zwar die individuellen Einstellungen, doch die Notwendigkeit, diese bei jeder neuen Tasse erneut auszuwählen, kann umständlich sein. Ein dedizierter “Abbrechen”-Knopf fehlt, was bei versehentlichen Eingaben zu Frustration führen kann, da die Einstellung im Menü als Abbruchfunktion dient.
Die App: Viel Potenzial, aber noch ausbaufähig
Die Miele App verspricht die Steuerung der Kaffeemaschine von unterwegs, doch die Smart-Funktionen sind noch nicht vollständig ausgereift. Zwar lassen sich Funktionen wie das Einschalten der Maschine oder die Automatisierung über Sprachassistenten wie Google Assistant nutzen, jedoch startet die Maschine nach dem Einschalten automatisch einen Spülvorgang. Dies verhindert, dass eine bereits platzierte Tasse direkt mit Kaffee befüllt wird.
Ein interessantes Feature ist der “Virtuelle Barista”, der den Nutzer durch eine geführte Kaffeeverkostung leitet, um das perfekte Getränk zu ermitteln und die idealen Einstellungen zu speichern. Diese Funktion unterstreicht das Bemühen Mieles, ein personalisiertes Kaffeeerlebnis zu schaffen. Die Möglichkeit, Lieblingsgetränke pro Profil zu speichern, ist praktisch, erfordert jedoch die Anwesenheit an der Maschine, um die Tasse nach dem Spülvorgang zu platzieren.
Ein hohes Maß an Hygiene
Die Miele MilkPerfection 6360 zeichnet sich durch einen hohen Reinigungsaufwand aus, der jedoch für die Hygiene sorgt. Die Maschine spült sich nach jedem Gebrauch automatisch, was zwar zu einem ständigen Nachfüllen des Wassertanks und Entleeren der Tropfschale führt, aber auch den Schlauch für den Milchsiphon sauber hält. Die Geräuschentwicklung während des Spülvorgangs kann jedoch störend sein und erfordert gegebenenfalls die Anpassung der Toneinstellungen. Trotz des täglichen Reinigungsaufwands ist die gründliche Säuberung ein Pluspunkt für Liebhaber hygienischer Haushaltsgeräte.
Fazit: Luxus mit kleinen Kompromissen
Die Miele MilkPerfection 6360 überzeugt durch exzellente Kaffeequalität und ein ansprechendes Design. Die Zubereitung von Kaffee und Milchschaum gelingt mühelos und liefert stets perfekte Ergebnisse. Die Bedienung erfordert zwar anfangs etwas Einarbeitung, doch die zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten erlauben eine individuelle Anpassung des Kaffeegenusses. Die Smart-Funktionen der App bieten Potenzial, sind aber noch nicht vollständig ausgereift. Wer bereit ist, den hohen Preis zu investieren und sich mit den Eigenheiten des Interfaces auseinanderzusetzen, erhält einen Luxus-Kaffeevollautomaten, der keine Wünsche offenlässt, wenn es um die Qualität der Getränke geht. Für ein rundum perfektes Smart-Home-Erlebnis bleibt jedoch zu hoffen, dass zukünftige Modelle ein verbessertes Interface und erweiterte App-Funktionalitäten bieten.

