Michael Ballack wird zweifellos als einer der Größten des deutschen Fußballs in Erinnerung bleiben und hat sowohl für seinen Verein als auch für sein Land unvergessliche Momente hinterlassen. Seine Karriere, geprägt von Führungsstärke, Torgefährlichkeit und einer bemerkenswerten Präsenz auf dem Spielfeld, hat Generationen von Fans begeistert.
Ein verdienter Abschied
Nur eine Persönlichkeit und ein Spieler von Ballacks Format konnten die Nachrichten und nicht nur die Sportseiten dominieren, selbst wegen einer Bänderverletzung am Knöchel, wie es kurz vor der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010 geschah. Michael Ballack, der damals für den FC Chelsea spielte, hatte sein Land erfolgreich durch die Qualifikation geführt. Ein Foul von Portmouths Kevin-Prince Boateng im englischen FA Cup Finale verhinderte jedoch seine Teilnahme am Turnier in Südafrika. Wie sich herausstellte, traten Spieler wie Bastian Schweinsteiger in die Bresche und läuteten eine neue Ära für die Nationalmannschaft ein, die schließlich sogar das Kapitänsamt übernahm. Ein Jahr später war die internationale Karriere eines der wahren Anführer Deutschlands beendet.
Ballack lehnte zunächst das Angebot eines offiziellen Abschiedsspiels gegen Brasilien ab, organisierte aber später ein eigenes Benefizspiel, zu dem auch Größen wie Lothar Matthäus, Rudi Völler, Boris Becker und Michael Schumacher kamen. Niemand zweifelte daran, dass er diese Ehre verdient hatte.
Bestimmt für die Spitze
Alles begann in seiner Heimatstadt Chemnitz. Nach seinen Anfängen als Profi bei seinem Heimatverein in der 2. Bundesliga kletterte Ballack die erste Sprosse auf der Leiter zum Ruhm empor und wechselte zum Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern unter Trainer Otto Rehhagel. In seiner ersten Saison in Deutschlands höchster Spielklasse gewann er die Meisterschaft – bis heute die größte Überraschung in der 60-jährigen Geschichte der Liga. Dies brachte ihm die Aufmerksamkeit zahlreicher anderer Bundesliga-Vereine ein, bevor er sich 1999 für einen Wechsel zu Bayer 04 Leverkusen entschied.
Ballacks 1. FC Kaiserslautern war die erste und bisher einzige aufgestiegene Mannschaft, die in der folgenden Saison die Bundesliga gewann. – imago images/Claus Bergmann
Der nächste logische Schritt in der aufstrebenden Karriere des Mittelfeldspielers war die Berufung in die Nationalmannschaft. Bald darauf wurde er unter dem ehemaligen Leverkusen-Trainer Völler zum Kapitän ernannt und war das Rückgrat der deutschen Mannschaft, die mit ihrem Lauf bis ins Finale der Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea viele überraschte. Er erzielte drei Tore und legte vier weitere vor, musste das Finale – eine 2:0-Niederlage gegen Brasilien – jedoch wegen einer Gelbsperre verpassen.
„Neverkusen“
Kurz vor diesen Weltmeisterschaften war der kraftvolle Spielmacher mit Torinstinkt dreimal mit Leverkusen Zweiter geworden – hinter Borussia Dortmund in der Bundesliga, Schalke 04 im DFB-Pokal und Real Madrid in der UEFA Champions League. Doch nach seinem Wechsel zu Bayern München im Jahr 2002 stellte sich der Erfolg ein, wo er dreimal das Double aus Meisterschaft und Pokal gewann.
Michael Ballack (r.) blickt ungläubig drein, als Leverkusen 2002 einen potenziellen Triple-Gewinn verspielt. – Bongarts/Getty Images
Ein herausragender Auftritt bei der Weltmeisterschaft 2006, bei der Ballack sein Team auf heimischem Boden auf den dritten Platz führte, ging einer hochkarätigen Wechsel zur englischen Premier League und zum FC Chelsea voraus. Ein weiterer Meistertitel und drei FA Cups folgten, doch sein Glück in der Champions League blieb aus, als die Blues 2008 im Finale nach Elfmeterschießen gegen Manchester United unterlagen.
Im selben Jahr hatte Ballack die Gelegenheit, diese Reihe von Enttäuschungen bei der UEFA-Europameisterschaft hinter sich zu lassen, die sich als sein letztes großes internationales Turnier herausstellen sollte. Doch wieder wurden seine Hoffnungen zerschlagen, als ein Tor des spanischen Stürmers Fernando Torres das Finale in Wien entschied.
Letzter Vorhang
Mit dem Herzschmerz des verpassten internationalen Titels und der Weltmeisterschaft 2010 hinter sich, machte Ballack, mit 42 Toren in 98 Länderspielen, seinen Ex-Club Leverkusen zur letzten Station auf einer 17-jährigen Achterbahnfahrt.
Obwohl Verletzungen den einstigen Posterboy des deutschen Fußballs während seiner zweijährigen Amtszeit oft auf die Rolle eines Ergänzungsspielers reduzierten, wurde sein letzter Auftritt gegen den 1. FC Nürnberg im Mai 2012 dennoch mit einer aufmunternden Mischung aus Dankbarkeit, Bewunderung und Traurigkeit begrüßt, passend zu einer herausragenden Karriere einer wahren Legende des Spiels.

