Der Mastiff, oft als englischer Mastiff bezeichnet, ist eine der größten und schwersten Hunderassen der Welt. Diese beeindruckenden Tiere vereinen körperliche Größe mit einem ruhigen und gutmütigen Wesen. Ursprünglich als Kampf- und Wachhund gezüchtet, hat sich der Mastiff heute zu einem liebevollen Familienhund entwickelt, der jedoch seiner Herkunft entsprechend Schutzinstinkte besitzt. Dieser Artikel beleuchtet die faszinierende Rasse, von ihrem imposanten Erscheinungsbild über ihre Pflegeansprüche bis hin zu ihrer bewegten Geschichte, die bis in die römische Antike zurückreicht. Wir erfahren mehr über die besonderen Eigenschaften, die Gesundheit und die Anforderungen, die dieser sanfte Riese an seine Halter stellt.
Größe und Aussehen
Der Mastiff ist ein Hund von bemerkenswerter Größe, sowohl in der Höhe als auch in der Statur. Er zeichnet sich durch einen rechteckigen, breiten und tiefen Körperbau mit kräftigem Knochenbau aus. Die Rasse ist symmetrisch und gut proportioniert, mit einem breiten, quadratischen Kopf, der von allen Seiten betrachtet imposant wirkt. Der Mastiff strahlt Würde aus und kombiniert diese mit einem freundlichen Temperament. Rüden wiegen typischerweise zwischen 90 und 110 kg, wobei einige Exemplare sogar über 120 kg erreichen können. Hündinnen sind mit 75 bis 90 kg etwas leichter. Es ist wichtig zu betonen, dass ein Mastiff nicht übergewichtig werden sollte, um gesundheitlichen Problemen vorzubeugen. Sein Fell ist kurz und liegt dicht an, in den Farben fawn, apricot oder gestromt (brindle).
Fellpflege und Haltung
Das kurze, eng anliegende Fell des Mastiffs erfordert keine aufwendige Pflege. Regelmäßiges Bürsten hilft, lose Haare zu entfernen und das Fell glänzend zu halten. Gebadet werden sollte der Hund nur bei Bedarf.
Wesen und Charakter
Der Mastiff ist ein angenehmer Begleithund. Gemäß dem Rassestandard soll er “Größe mit Gutmütigkeit, Mut mit Sanftmut” vereinen. Es handelt sich um einen relativ ruhigen Hund, dessen Bewegungsbedürfnis, besonders während der Wachstumsphase, moderat ist. Mastiffs geben sich oft mit gemütlichen Spaziergängen und dem Bewachen ihres “Reichs” im Garten zufrieden. Eine intensive Sozialisierung und Erziehung während der Jugend ist entscheidend, damit der Mastiff nicht zu reserviert oder misstrauisch gegenüber Fremden wird. Seine Loyalität und sein Schutzinstinkt machen ihn zu einem aufmerksamen Wächter für seine Familie.
Gesundheitliche Aspekte
Als sehr große und schwere Hunderasse ist der Mastiff anfällig für bestimmte gesundheitliche Probleme. Dazu gehören Hüftgelenksdysplasie (HD), Ellbogengelenksdysplasie (ED) und andere Probleme mit den Gelenken. Auch die Magendrehung (Magenvolvulus) stellt ein ernsthaftes Risiko dar. Des Weiteren können Augenlidprobleme (wie Entropium oder Ektropium) und Hautirritationen auftreten.
Die Rasse wird in Großbritannien unter “Breed Specific Legislation” (BSL) geführt, was bedeutet, dass besondere Aufmerksamkeit auf Atemprobleme, die Winkelung der Hinterbeine und eben Augenlidprobleme gelegt wird. Eine verantwortungsvolle Zucht und regelmäßige tierärztliche Kontrollen sind unerlässlich.
Historischer Hintergrund
Als die Römer im Jahr 55 v. Chr. England eroberten, stießen sie auf eine große Hunderasse, die dem heutigen Mastiff ähnelte. Beeindruckt von deren Stärke und Mut, nahmen die Römer einige dieser Hunde mit nach Hause, um sie in den Arenen einzusetzen. Im Laufe der Geschichte entwickelte sich der Mastiff von einem gefürchteten Kampfhund und zuverlässigen Hofwächter hin zu dem sanften Familienhund, den wir heute kennen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Rasse in Großbritannien fast ausgestorben, konnte sich aber glücklicherweise wieder erholen.
Das Wort “Mastiff” tauchte erstmals 1251 in England auf und stammt wahrscheinlich vom altenglischen Wort “masty” ab, was “solide und kräftig” bedeutet. Diese etymologische Wurzel spiegelt perfekt die physischen Eigenschaften dieser außergewöhnlichen Rasse wider.
Fazit
Der Mastiff ist zweifellos ein Gigant unter den Hunderassen, doch hinter seiner imposanten Erscheinung verbirgt sich ein Herz aus Gold. Seine Gutmütigkeit, Loyalität und sein schützendes Wesen machen ihn zu einem wunderbaren Begleiter für erfahrene Hundehalter, die bereit sind, sich der besonderen Anforderungen dieser Rasse anzunehmen. Von der richtigen Ernährung über konsequente Erziehung bis hin zur Berücksichtigung seiner gesundheitlichen Anfälligkeit – ein Mastiff erfordert Hingabe und Verständnis. Wer sich für diese Rasse entscheidet, gewinnt einen treuen Freund und ein majestätisches Familienmitglied, das mit seiner sanften Art jeden Tag aufs Neue begeistert. Für alle, die darüber nachdenken, einen Mastiff in ihre Familie aufzunehmen, ist eine gründliche Recherche und die Wahl eines seriösen Züchters unerlässlich, um sicherzustellen, dass diese beeindruckenden Hunde auch in Zukunft gesund und glücklich leben können.

