Vergütung des Vorstands der BASF SE: Ein detaillierter Überblick

Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands der BASF SE ist ein komplexes System, das darauf abzielt, nachhaltige Unternehmensentwicklung zu fördern und die Leistung des Vorstands sowie den Erfolg des BASF-Konzerns widerzuspiegeln. Dieser Bericht gibt einen detaillierten Einblick in die Grundsätze, die Struktur und die einzelnen Komponenten der Vorstandsvergütung, basierend auf den Richtlinien des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK).

Grundsätze und Struktur der Vorstandsvergütung

Die Vergütung des Vorstands ist durch eine ausgeprägte Variabilität gekennzeichnet, die direkt an die individuelle Leistung der Vorstandsmitglieder und den Gesamterfolg des Unternehmens gekoppelt ist. Dies soll sicherstellen, dass die Interessen des Vorstands mit denen der Aktionäre und des Unternehmens übereinstimmen. Das Vergütungssystem wird regelmäßig von einem unabhängigen externen Prüfer auf seine interne und externe Angemessenheit hin überprüft. Als externer Referenzpunkt dienen hierbei weltweit agierende Unternehmen mit Sitz in Europa.

Übersicht der Vergütungsbestandteile

Die Gesamtvergütung eines Vorstandsmitglieds setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen:

  • Festgehalt: Ein fester jährlicher Betrag, der in gleichen Raten ausgezahlt wird.
  • Jährliche variable Vergütung: Ein Zielbetrag, der sich an der Erreichung kurz- und mittelfristiger Ziele sowie am Unternehmenserfolg orientiert.
  • Langfristiges, aktienkursbasiertes Anreizprogramm (LTI-Programm): Ein Programm, das die langfristige Wertentwicklung des Unternehmens honoriert und an den Aktienkurs gekoppelt ist.
  • Nebenleistungen (Fringe Benefits): Sachbezogene Vergünstigungen wie z.B. Reisekosten, Versicherungsprämien oder Vorteile aus Sicherheitsmaßnahmen.
  • Pensionsverpflichtungen: Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung.
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1. Festgehalt

Das Festgehalt stellt die Grundvergütung dar und wurde zuletzt zum 1. Januar 2017 angepasst. Für ein ordentliches Vorstandsmitglied beträgt das jährliche Festgehalt 800.000 €. Der Vorstandsvorsitzende erhält das Doppelte, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende das 1,33-fache dieses Betrags.

2. Jährliche variable Vergütung

Die jährliche variable Vergütung ist maßgeblich vom Erfolg des BASF-Konzerns, insbesondere von der „Return on Assets“ (Rendite auf das eingesetzte Vermögen), abhängig. Die Zielerreichung wird über einen Zeitraum von drei Jahren (laufendes und die beiden vorangegangenen Geschäftsjahre) bewertet, was zu einem Leistungsmultiplikator zwischen 0 und 1,5 führt. Die Zielvergütung für eine Zielrendite von 10 % und eine Zielerreichung von 100 % entspricht dem doppelten Festgehalt. Es gibt eine Obergrenze (Cap) von 2.500.000 € für die tatsächliche jährliche variable Vergütung.

3. Langfristiges, aktienkursbasiertes Anreizprogramm (LTI-Programm)

Das LTI-Programm zielt darauf ab, die langfristige Wertentwicklung des Unternehmens zu incentivieren. Es beinhaltet sowohl absolute als auch relative Leistungsschwellen. Eine wesentliche Komponente ist die “Holding Obligation”, bei der Vorstandsmitglieder einen Teil ihrer variablen Vergütung in BASF-Aktien investieren und diese für einen bestimmten Zeitraum halten müssen. Dies fördert eine langfristige Perspektive und die Identifikation mit den Aktionärsinteressen. Der maximale Ausübungsgewinn ist auf das Fünffache der individuellen Investition begrenzt.

4. Nicht-monetäre Vergütung und sonstige Zusatzvergütungen (Fringe Benefits)

Diese Kategorie umfasst verschiedene geldwerte Vorteile, die den Vorstandsmitgliedern gewährt werden, wie z.B. Unterstützung bei Umzugskosten oder die Kostenübernahme für Sicherheitsmaßnahmen. Die Mitglieder des Vorstands erhielten im Berichtsjahr keine Darlehen oder Vorschüsse vom Unternehmen.

5. Betriebliche Altersversorgung

Die “Board Performance Pension” ist ein Vergütungsbestandteil, der auf der Basis des Unternehmenserfolgs und der Leistung des Vorstands aufgebaut wird. Die Rentenleistungen werden regelmäßig überprüft und mindestens jährlich um 1 % angepasst. Die Rentenansprüche umfassen Leistungen im Alter, bei Invalidität und für Hinterbliebene.

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Übersicht der vergüteten Beträge

Die detaillierten Tabellen im Originaldokument zeigen die gewährte und zugeordnete Vergütung sowie die Dienstkosten für jedes einzelne Vorstandsmitglied gemäß dem Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK). Diese Ausweise umfassen das Festgehalt, die Nebenleistungen, die jährliche variable Zielvergütung sowie den fairen Wert des LTI-Programms zum Zuteilungszeitpunkt.

Die Aufschlüsselung zeigt, wie sich die Vergütung zusammensetzt und welche Bandbreiten für die variable Vergütung und das LTI-Programm bestehen. Die tatsächliche Höhe der variablen Vergütung und der daraus resultierenden Gewinne aus dem LTI-Programm hängt von der Erreichung der definierten Ziele ab.

Anpassungen des Vergütungssystems

Ab dem Geschäftsjahr 2018 wurden wesentliche Änderungen am Vergütungssystem vorgenommen. So wurde die jährliche variable Vergütung durch einen Performance-Bonus mit mehrjähriger Bemessungsgrundlage ersetzt und eine “Clawback”-Klausel für variable Vergütungsbestandteile eingeführt. Als zentraler Leistungskennzahl (Key Performance Indicator) für alle Mitarbeitergruppen, einschließlich des Vorstands, wird ab 2018 der “Return on Capital Employed” (ROCE) anstelle des “Return on Assets” verwendet.

Für neu in den Vorstand berufene Mitglieder (nach dem 1. Januar 2018) wurde das Renteneintrittsalter von 60 auf 63 Jahre angehoben. Diese Weiterentwicklungen des Vergütungssystems sollen die nachhaltige Unternehmensführung weiter stärken und die Ausrichtung auf langfristige Wertschöpfung intensivieren.

Vergütung ehemaliger Vorstandsmitglieder

Die Vergütung für frühere Vorstandsmitglieder und deren Hinterbliebene belief sich im Jahr 2017 auf 5,7 Mio. €. Dieser Betrag beinhaltet auch Auszahlungen aus dem aufgeschobenen Vergütungsprogramm sowie Erträge aus noch nicht ausgeübten Optionsrechten. Die Reduzierung im Vergleich zum Vorjahr ist maßgeblich auf die Bewertung dieser Optionsrechte zurückzuführen. Die Pensionsrückstellungen für frühere Vorstandsmitglieder betrugen 144,3 Mio. €.

Die transparente Darstellung der Vorstandsvergütung, inklusive der detaillierten Aufschlüsselung der einzelnen Komponenten und der vorgenommenen Anpassungen, unterstreicht das Engagement der BASF SE für eine verantwortungsvolle Unternehmensführung und die Einhaltung bester Corporate-Governance-Praktiken.

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