Manuel Neuer, der legendäre deutsche Torhüter, ist nicht nur für seine herausragenden sportlichen Leistungen bekannt, sondern auch für seinen offenen Umgang mit persönlichen Herausforderungen. Eine dieser Herausforderungen ist der Kampf gegen Hautkrebs, eine Krankheit, die in verschiedenen Formen auftreten kann. Die Unterscheidung zwischen schwarzem und weißem Hautkrebs ist dabei von entscheidender Bedeutung für Diagnose und Behandlung.
Was ist Hautkrebs?
Hautkrebs entsteht durch unkontrolliertes Wachstum von Hautzellen. Dieses Wachstum wird meist durch übermäßige UV-Strahlung, sei es von der Sonne oder aus künstlichen Quellen wie Solarien, ausgelöst. Die Haut hat zwar Reparaturmechanismen, doch bei anhaltender oder starker Exposition können Schäden entstehen, die zu Krebs führen.
Es gibt verschiedene Arten von Hautkrebs, die sich in ihrer Entstehung, ihrem Erscheinungsbild und ihrer Aggressivität unterscheiden. Die zwei Hauptkategorien sind der helle (weiße) Hautkrebs und der dunkle (schwarze) Hautkrebs.
Weißer Hautkrebs (Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom)
Der sogenannte “weiße Hautkrebs” ist die häufigste Form von Hautkrebs und umfasst hauptsächlich zwei Arten: das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom.
Basalzellkarzinom (Basaliom)
Das Basalzellkarzinom entwickelt sich aus den Basalzellen der Oberhaut. Es wächst meist langsam und bildet selten Metastasen, kann aber lokal stark zerstörend wirken, wenn es unbehandelt bleibt. Optisch kann es wie eine kleine, perlmuttartige Beule aussehen, die leicht blutet oder verkrustet, oder auch wie eine flache, schuppige Stelle. Es tritt häufig an sonnenexponierten Stellen wie Gesicht, Ohren und Handrücken auf.
Plattenepithelkarzinom (Spinaliom)
Das Plattenepithelkarzinom entsteht aus den Deckzellen der Oberhaut. Es ist ebenfalls eine häufige Form, die ebenfalls meist an sonnenexponierten Arealen vorkommt, aber auch auf chronischen Wunden oder Narben entstehen kann. Es äußert sich oft als schuppende, rötliche Stelle, die zu einer knotigen Wucherung heranwachsen kann. Im Vergleich zum Basalzellkarzinom hat das Plattenepithelkarzinom eine höhere Tendenz zur Metastasierung, insbesondere wenn es sich um aggressivere Formen handelt.
Schwarzer Hautkrebs (Melanom)
Der schwarze Hautkrebs, auch malignes Melanom genannt, ist seltener als der weiße Hautkrebs, aber deutlich gefährlicher. Er entsteht aus den pigmentbildenden Zellen der Haut, den Melanozyten. Diese Zellen sind für die Hautfarbe verantwortlich. Wenn sie entarten, können sie schnell wachsen und in Lymphbahnen und Blutgefäße eindringen, was zu Metastasen in anderen Organen führen kann.
Das Melanom kann überall auf der Haut entstehen, auch an Stellen, die nicht der Sonne ausgesetzt sind. Oft entwickelt es sich aus bestehenden Muttermalen oder als neuer, dunkler Fleck. Die “ABCDE-Regel” hilft bei der Erkennung verdächtiger Muttermale:
- Asymmetrie: Eine Hälfte des Muttermals sieht anders aus als die andere.
- Begrenzung: Der Rand ist unregelmäßig, gezackt oder verschwommen.
- Color (Farbe): Das Muttermal weist unterschiedliche Farbtöne auf (braun, schwarz, rot, blau, weiß).
- Durchmesser: Das Muttermal ist größer als 6 Millimeter im Durchmesser (etwa die Größe eines Radiergummis an einem Bleistift).
- Erhabenheit (Entwicklung): Das Muttermal verändert sich über die Zeit in Größe, Form oder Farbe.
Manuel Neuer hat öffentlich gemacht, dass er an Hautkrebs erkrankt war, und seine Erfahrungen geteilt, um andere zu sensibilisieren. Sein Fall unterstreicht die Wichtigkeit der Früherkennung und regelmäßiger Hautuntersuchungen.
Ursachen und Risikofaktoren
Die Hauptursache für Hautkrebs ist die Exposition gegenüber ultravioletten (UV) Strahlen. Sowohl die natürliche UV-Strahlung der Sonne als auch künstliche UV-Quellen wie Solarien spielen hierbei eine Rolle. Je intensiver und je länger die UV-Exposition über das Leben hinweg war, desto höher ist das Risiko.
Weitere Risikofaktoren umfassen:
- Heller Hauttyp: Menschen mit heller Haut, blonden oder roten Haaren und blauen Augen haben ein höheres Risiko, da ihre Haut weniger Melanin zum Schutz produziert.
- Viele Muttermale: Eine hohe Anzahl von Muttermalen (mehr als 50) ist ein Risikofaktor für Melanome.
- Familiäre Vorbelastung: Wenn nahe Verwandte bereits an Hautkrebs erkrankt sind, steigt das eigene Risiko.
- Geschwächtes Immunsystem: Personen mit einem beeinträchtigten Immunsystem (z.B. nach Organtransplantationen oder bei bestimmten Erkrankungen) sind anfälliger.
- Alter: Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter, da die Haut über die Jahre mehr UV-Schäden ansammeln kann.
- Berufliche Exposition: Bestimmte Berufe, die mit starker Sonneneinstrahlung verbunden sind, erhöhen das Risiko.
Prävention: Hautkrebs vorbeugen
Die beste Strategie gegen Hautkrebs ist die Prävention. Dazu gehören:
- Sonnenschutz: Meiden Sie intensive Mittagssonne und schützen Sie Ihre Haut mit geeigneter Kleidung, Sonnenhut und Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF 30 oder höher). Achten Sie auf ausreichenden Schutz, auch an bewölkten Tagen.
- Verzicht auf Solarien: Künstliche Bräunung ist ein erheblicher Risikofaktor und sollte vermieden werden.
- Haut regelmäßig untersuchen: Achten Sie auf Veränderungen an Ihrer Haut und lassen Sie verdächtige Muttermale oder Hautveränderungen von einem Dermatologen abklären.
Früherkennung: Der Schlüssel zur Heilung
Manuel Neuers Erkrankung hat die Bedeutung der Früherkennung erneut in den Fokus gerückt. Regelmäßige Hautkrebs-Screenings beim Dermatologen sind unerlässlich, insbesondere für Risikogruppen.
Hautkrebs-Screening
Ab dem 20. Lebensjahr wird in Deutschland alle zwei Jahre ein Hautkrebs-Screening von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Dabei untersucht der Arzt den gesamten Körper auf verdächtige Hautveränderungen.
Selbstuntersuchung der Haut
Zusätzlich zum professionellen Screening sollten Sie Ihre Haut regelmäßig selbst auf Veränderungen untersuchen. Nutzen Sie dafür eine gute Beleuchtung und gegebenenfalls einen Spiegel, um auch schwer einsehbare Bereiche wie den Rücken zu überprüfen. Die ABCDE-Regel ist auch hier ein nützliches Werkzeug.
Behandlung von Hautkrebs
Die Behandlung von Hautkrebs hängt von der Art des Krebses, seinem Stadium und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten ab.
Behandlung von weißem Hautkrebs
- Chirurgische Entfernung: Dies ist die häufigste Behandlungsmethode. Der Tumor wird im Gesunden herausgeschnitten.
- Photodynamische Therapie (PDT): Eine lichtempfindliche Substanz wird auf die Haut aufgetragen, die dann durch Licht aktiviert wird, um Krebszellen abzutöten.
- Topische Cremes: Bestimmte Cremes können zur Behandlung von frühen Stadien des weißen Hautkrebses eingesetzt werden.
- Strahlentherapie: Kann bei bestimmten Lokalisationen oder wenn eine Operation nicht möglich ist, angewendet werden.
Behandlung von schwarzem Hautkrebs (Melanom)
- Chirurgische Entfernung: Die vollständige chirurgische Entfernung des Melanoms ist die primäre Behandlung.
- Sentinel-Lymphknoten-Biopsie: Um festzustellen, ob sich der Krebs auf nahegelegene Lymphknoten ausgebreitet hat, kann eine Biopsie durchgeführt werden.
- Immuntherapie und zielgerichtete Therapie: Für fortgeschrittene Stadien des Melanoms gibt es moderne Behandlungsoptionen wie Immuntherapien (die das körpereigene Immunsystem aktivieren) und zielgerichtete Therapien (die spezifische genetische Mutationen im Krebs bekämpfen).
- Chemotherapie und Strahlentherapie: Können in bestimmten Fällen ergänzend eingesetzt werden.
Manuel Neuers Offenheit über seine Hautkrebserkrankung hat dazu beigetragen, das Bewusstsein für dieses Thema zu schärfen. Er ermutigt Menschen, auf ihre Haut zu achten und bei Veränderungen sofort einen Arzt aufzusuchen. Seine Geschichte ist ein starkes Beispiel dafür, wie wichtig Vorsorge und eine schnelle Reaktion im Kampf gegen Hautkrebs sind, unabhängig davon, ob es sich um den weniger aggressiven weißen Hautkrebs oder den gefährlicheren schwarzen Hautkrebs handelt.
