Gastritis: Ernährungstipps zur Linderung von Magenschleimhautreizungen

Eine akute Magenschleimhautentzündung, auch Gastritis genannt, kann äußerst schmerzhaft sein und oft von Übelkeit begleitet werden. Die Linderung der Beschwerden erfordert eine angepasste Ernährung, die darauf abzielt, die Magensäurebildung zu reduzieren und die gereizte Schleimhaut nicht weiter zu belasten. Dies bedeutet, auf reizende Lebensmittel wie Säurehaltiges, Scharfes oder Geräuchertes zu verzichten. Die Ernährungs-Docs bieten hierzu wertvolle Einblicke und praktische Ratschläge.

Es gibt eine Vielzahl von Lebensmitteln, die entzündungshemmend wirken und gerade bei chronischer Gastritis eine große Hilfe darstellen können. Eine Liste dieser geeigneten Lebensmittel sowie weitere Tipps finden Sie in diesem Artikel. Zudem ist es ratsam, kleinere Portionen zu essen, um den Magen nicht zu überlasten, und den Umgang mit Stress zu verbessern.

Grundregeln der Ernährung bei Gastritis

Eine ausgewogene Ernährung ist entscheidend für die Beruhigung des Magens. Hier sind die wichtigsten Grundregeln:

  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Trinken Sie täglich mindestens 1,5 Liter, vorzugsweise Kräutertees wie Kamille, Fenchel, Salbei, Schafgarbe oder Löwenzahn. Wermut-Tee kann ebenfalls beruhigend wirken, auch wenn er bitter schmeckt.
  • Regelmäßige und ruhige Mahlzeiten: Nehmen Sie Ihre Mahlzeiten möglichst in Ruhe und zu festen Zeiten ein.
  • Gegen Heißhunger: Ein Glas Wermut-Tee oder die Einnahme von Bittertropfen können helfen, das Hungergefühl zu kontrollieren.
  • Vermeiden von Magensäure-Anregern: Verzichten Sie auf Kaffee, säurehaltige Frucht- und Teesäfte, kohlensäurehaltige Getränke, scharfe Gewürze, Gebratenes, Geräuchertes und Frittiertes.
  • Kleine Portionen: Essen Sie lieber aufhören, wenn Sie etwa 80 Prozent Sättigung spüren, und legen Sie bei Bedarf eine Zwischenmahlzeit ein, vorzugsweise mit Eiweiß wie Joghurt oder Quark.
  • Die Fünfer-Regel: Integrieren Sie täglich drei Handvoll Gemüse und zwei Handvoll mildes, zuckerarmes Obst in Ihre Ernährung.
  • Entzündungshemmende Lebensmittel: Zur Bekämpfung der chronischen Entzündung eignen sich gute Öle wie Oliven-, Raps-, Hanf- oder Leinöl sowie Gewürze wie Kurkuma, Kardamom, Ingwer und Zimt. Achtsam essen kann dabei unterstützen, bewusster mit den Lebensmitteln umzugehen.
  • Zucker und Fruktose reduzieren: Süßen Sie nur sparsam und genießen Sie Süßes vorzugsweise im Rahmen einer Hauptmahlzeit, zum Beispiel als Dessert.
  • Einschränkungen bei bestimmten Lebensmitteln: Reduzieren Sie den Verzehr von Weißmehlprodukten (Brot, Teigwaren, Pizza), Schweinefleisch und Kuhmilch. Kartoffeln sind in Maßen als Pell- oder Salzkartoffeln gut verträglich.
  • Ausreichend Eiweiß: Achten Sie bei allen Mahlzeiten auf eine ausreichende Eiweißzufuhr, da diese langanhaltend sättigt.
Weiterlesen >>  Lipödem-Ernährung: Der Weg zu mehr Wohlbefinden und Gewichtsmanagement

Geeignete Lebensmittel und Rezepte bei Gastritis

Hier finden Sie eine detaillierte Übersicht über Lebensmittel, die bei einem schmerzenden Magen guttun, sowie eine Liste geeigneter Rezepte.

Getreideprodukte

  • Empfehlenswert: Fein geschrotetes Vollkornbrot, Vollkornbrötchen, Dinkel-Zwieback, Porridge (Haferbrei), Dinkel-Vollkornnudeln, Vollkornreis, Amarant, Quinoa; Kartoffeln (salzarm, Pellkartoffeln oder Stampfkartoffeln).
  • Nicht empfehlenswert: Weißbrot, Weizenprodukte, sehr frisches Brot, Toastbrot, Croissants, Laugengebäck, sehr grobe Vollkornbrote; fettige Kartoffelprodukte wie Pommes Frites, Kroketten, Kartoffelpuffer, Kartoffelsalat.

Süßigkeiten und Snacks

  • Sehr selten, maximal eine kleine Handvoll:
  • Nicht empfehlenswert: Süßigkeiten, fette und süße Backwaren, Eiscreme, süße Molkereiprodukte, Chips, Flips, Kräcker und Salzgebäck.

Obst

  • 1-2 Portionen/Tag:
  • Empfehlenswert: Säurearmes Obst wie Apfel (z.B. Jonagold, Cox, Gala), Aprikose, Erdbeeren, Honigmelone, Mirabellen, Papaya, Pflaume, Pfirsich, Wassermelone.
  • Eingeschränkt empfehlenswert (nach individueller Verträglichkeit): Beeren, Avocado.
  • Nicht empfehlenswert: Säurereiches Obst wie Ananas, Grapefruit, Mandarine, Pampelmuse, Orange, Sauerkirschen, Kiwi, Nektarine, Zitrone; sehr zuckerreiches Obst wie Banane, Mango, Weintrauben; gezuckerte Obstkonserven und Mus.

Gemüse

  • 3 Portionen/Tag:
  • Empfehlenswert: Alle Salatsorten, Aubergine, Artischocken, Blumenkohl- und Brokkoliröschen, Fenchel, Gurke, pürierte Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen, Linsen), Kohlrabi, Kürbis, Karotten, Rote Bete, Spinat, Spargel, Steckrübe, Tomate, Zucchini.
  • Eingeschränkt empfehlenswert (nach individueller Verträglichkeit): Pikanter Gurkensalat, Knoblauch, Kohlgemüse/-salate, Lauch, Meerrettich, Paprika, Pilze, Rotkraut, Sauerkraut, Zwiebeln.

Nüsse und Kerne

  • Empfehlenswert: Alle Sorten nach individueller Verträglichkeit.
  • Nicht empfehlenswert: Gesalzene Nüsse.

Fette und Öle

  • 1-2 EL/Tag:
  • Empfehlenswert: Olivenöl, Rapsöl, Walnussöl, Leinöl (kaltgepresst, lichtgeschützt), Butter.
  • Nicht empfehlenswert: Fette Brühen, Soßen und Suppen, große Mengen an Streich- und Kochfett, Mayonnaise.

Getränke

  • Mindestens 1,5 Liter/Tag:
  • Empfehlenswert: Stilles Wasser, ungezuckerte Kräutertees (Kamille, Fenchel, Salbei, Schafgarbe, Löwenzahn).
  • Nicht empfehlenswert: Wasser mit Kohlensäure, Fruchtsaft, Softdrinks, Kaffee, Milchmixgetränke, Alkohol; nach individueller Verträglichkeit: sehr kalte oder sehr heiße Getränke.
Weiterlesen >>  Eiweiß: Der essenzielle Nährstoff für Körper und Wohlbefinden

Fisch

  • Empfehlenswert: Forelle, Heilbutt, Kabeljau, Karpfen, Scholle, Seezunge, Steinbutt; Garnelen, Krabben; nach individueller Verträglichkeit in kleinen Mengen: Lachs, Hering, Makrele.
  • Nicht empfehlenswert: Fisch in Mayonnaise oder Sahne, Aal, panierter Fisch.

Fleisch und Wurstwaren

  • Maximal 1-2 Portionen/Woche, bis je 100 g Rohgewicht:
  • Empfehlenswert: Magerer Aufschnitt (Aspik, Corned Beef, Putenbrustaufschnitt); mageres Geflügel (Hühnerfleisch, Putenfleisch).
  • Nicht empfehlenswert: Alle übrigen Wurstwaren, generell Schweinefleisch (egal ob Koch-, Grill-, Brat- oder Bockwurst, Leberwurst, Salami), paniertes, stark gebratenes oder frittiertes Fleisch.

Eier

  • Empfehlenswert: Fettarm zubereitete Eier.
  • Nicht empfehlenswert: Fette Eierspeisen.

Milchprodukte

  • Empfehlenswert: Buttermilch, Magerquark, Naturjoghurt (1,5 % Fett); Käse (30-40 % Fett i. Tr.: Schnittkäse, Weichkäse, Feta, Frischkäse); besonders mager: Harzer Käse, körniger Frischkäse.
  • Nicht empfehlenswert: Milch, Naturjoghurt (3,5 % Fett), Sahnequark, Mascarpone, Sahne, Schmand und Crème fraîche; Käse ab 45 % Fett i. Tr.; gesüßte Fertigprodukte wie Pudding, Milchreis, Fruchtjoghurt, Fruchtquark, Kakaozubereitungen, Fruchtbuttermilch.

Gewürze

  • Empfehlenswert: Getrocknete oder tiefgefrorene Kräuter.
  • Weniger empfehlenswert (sehr vorsichtig dosieren): Chili, Curry, Knoblauch-/Zwiebelpulver, Pfeffer, Cayennepfeffer, Paprika (scharf), Senf.

Diese Empfehlungen sind allgemeiner Natur und ersetzen keine individuelle ernährungsmedizinische Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung unerlässlich. Rezepte bei Gastritis können die Umstellung erleichtern und schmackhafte Alternativen bieten. Die richtige Ernährung kann maßgeblich zur Linderung der Gastritis-Beschwerden beitragen und die Lebensqualität verbessern.